Solidarisches Abendgebet

Solidarisches Abendgebet
in der Stadtkirche Geislingen
zu den Umstrukturierungen in der WMF



Zahlreiche Menschen in Geislingen und Umgebung bewegen die angekündigten Umstrukturierungen in der WMF sehr
Es herrschen Verunsicherung und Angst

Am Mittwoch, 23. Juli 2014, fand in der Stadtkirche Geislingen das letzte solidarisches Abendgebet vor Beginn der Sommerferien statt


 

Erstes solidarische Abendgebet zur Situation in der WMF

Das erste solidarische Abendgebet zur Situation in der WMF am 28. Mai 2014 in der Geislinger Stadtkirche fand großen Zuspruch.

Dekanin Gerlinde Hühn sagte in diesem Abendgebet:


Liebe Geislinger Bürger und Bürgerinnen,
liebe mit der WMF Verbundene aus dem Umland,

 

Zahlreiche Menschen in Geislingen und Umgebung bewegen die angekündigten Umstrukturierungen in der WMF sehr. Es herrschen Verunsicherung und Angst:
Ich begrüße Sie zum Abendgebet in der Stadtkirche.

Eigentlich findet solch ein Abendgebet jeden Mittwoch-Abend um 19.00 Uhr statt. Heute trägt es aber einen besonderen Akzent, wie schön öfters.
„Solidarisches Abendgebet“ haben wir es getauft.
Damit wollen wir PfarrerInnen in Geislingen die Verbundenheit mit den Mitarbeitern ausdrücken und sie in ihrer Situation unterstützen.

 

Viele sind besorgt – und das geht vom einfachsten Mitarbeiter bis zu
ehemaligen Managern. 500 MitarbeiterInnen sollen entlassen werden!
Was wird aus ihnen?
Wo sollen sie neue Arbeit finden?
Und das in einem strukturschwachen Gebiet!

Was wird aus Geislingen, der Stadt?
Wenn es womöglich die WMF nicht mehr geben sollte?
Wo kommen die Gewerbesteuern her?
Wird Geislingen ärmer? - noch ärmer als es ohnehin schon ist?

Was wird aus der WMF?
Sie ist doch der Stolz von Geislingen! Die „Weltfirma mit den 3 Buchstaben“?

Wir empfinden mit Ihnen!
Wir machen uns Sorgen mit Ihnen!

Einige KollegInnen aus der Pfarrerschaft haben am 22. Mai mit der
Belegschaft in Stuttgart demonstriert.

Geht es nur um Rendite?
Oder geht es auch um die Menschen?
Schon 1997 mahnte das Sozialwort der Evangelischen und der katholischen Kirchen mit dem Titel:

„Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“
Wort des Rates der EKD und der DBK, 1997
Und weiter: Geht es nur um Rendite?
Oder geht es auch um die Menschen?
Und noch ein Zitat:

„Alle eure Sorget werfet auf ihn, denn er sorgt für euch“ 1.Petr. 5,7
Dies Bibelwort fiel mir ein.
Wir können in diesem Abendgebet nicht die Welt ändern. Papst Franziskus sagte neulich: „Diese Wirtschaft tötet“.
Er erhielt dafür Zustimmung, aber auch Kritik.
Wir können in diesem Abendgebet nicht die Welt ändern.
Wir können aber einander zeigen, dass uns die Mitarbeiter der WMF nicht egal sind. Wir fühlen mit ihnen.

Wir haben Angst mit ihnen. Wir beten mit ihnen und für sie.
Bitten Gott um Trost
Klagen über die Situation
Vielleicht müssen wir auch Buße tun, denn wir sind verstrickt in diese Verhältnisse.

Wir kommen hier in der Kirche zur Ruhe, tanken Kraft, gewinnen Zuversicht.
Möge dies ein Stück weit heute Abend geschehen.

Die vielen Fragen und Standpunkte müssen in Diskussionsrunden und in Seminaren aufgearbeitet werden.

Dekanin Gerlinde Hühn



Links: Pfarrer Dietrich Crüsemann befragt Jürgen Peters, Betriebsrat in der WMF

Rechts: Pfarrer Martin Schwarz vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt