Ehrenamtliche informieren sich über Projekte

Tag des Ehrenamts im Kirchenbezirk


22 Ehrenamtsprojekte präsentierten sich beim Ehrenamtstag für den Kirchenbezirk Geislingen. Hochkarätige Referenten hielten dazu Vorträge. Entstanden ist zudem ein Leseheft.

An zwei langen, festlich geschmückten Tafeln im Geislinger Jugendheim saßen viele Ehrenamtliche und verfolgten aufmerksam die Vorträge der Ulmer Prälatin Gabriele Wulz und von Professor Gerhard Hess, Dozent an der Fachhochschule Ludwigsburg.


Hans-Peter Bühler, der Vorsitzende der Synode des Geislinger Kirchenbezirks, verwies in seiner Begrüßung darauf, dass der Kirchenbezirk der erste in der Landeskirche sei, der das Projekt „Ehrenamt fördern mit System“ im gesamten Bezirk durchführe. Unter professioneller Begleitung durch die Gemeindeberater Hans-Martin Härter und Alma Ulmer werde das Projekt Ehrenamt in den Kirchengemeinden und Werken im Bezirk durchgeführt. Dieser Tag stelle nun eine Zwischenetappe dar.

Spannend sei, so die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz in ihren Ausführungen, wie sich Menschen, die kompliziert und widersprüchlich seien, zusammenschließen und etwas Sinnvolles tun und helfen. Sich in andere einfühlen, diese anerkennen und mit ihnen gemeinsam etwas tun sei Merkmal des Ehrenamtes.

Auf bunten und aussagekräftig gestalteten Stellwänden (roll-ups) präsentierten sich insgesamt 22 Ehrenamtsprojekte in den Kirchengemeinden und Werken des Bezirks.
In einer kurzweiligen Podiumsdiskussion gaben Ehrenamtliche Auskunft über Motivation, Wertschätzung und Befriedigung im Ehrenamt. Günther Alius, Referent für Erwachsenenbildung im evangelischen Kirchenbezirk befragte vier Ehrenamtliche aus unterschiedlichen Bereichen. Hans-Peter Bühler, Vorsitzender der Bezirkssynode, gab zu erkennen, dass er sich zunächst in die Pflicht nehmen ließ. Dann erst lernte Bühler die Freude an der Vielfalt der Aufgaben, die Spaß machen, kennen. Von ihrem Engagement im Diakonieladen und im Besuchsdienst berichtete Edith Frey aus Kuchen. Man müsse schon schaffen im Diakonieladen erzählte sie, aber zum einen sei es für einen guten Zweck und zum andern habe sie sehr viel dazu gelernt. Zudem sei sie gerne mit Menschen zusammen. Der Vorsitzende des Kuchener Kirchengemeinderats, Albert Appenzeller, sprach von kleinen positiven Erlebnissen, die motivierten und einem zeigten, dass man am rechten Fleck sei. „Wir können super viel auf die Beine stellen“ war die Aussage von Martin Geiger, dem Vorsitzenden des Jugendwerkes. Um Gestaltung, Themensetzung und Koordination gehe es ihm in seinem Engagement.

Professor Gerhard Hess von der Fachhochschule Ludwigsburg begleitet in der Landeskirche das Projekt „Ehrenamt fördern mit System“. 150.000 Ehrenamtliche seien in der Württembergischen Landeskirche aktiv. Aber, so der Professor, die Kirche müsse sich auf die veränderten gesellschaftlichen und persönlichen Bedingungen einstellen. Sechs Jahre ehrenamtliche Verpflichtung als Kirchengemeinderat seien lang, und viele würden sich scheuen, ihr praktisches Engagement in einem Gremium einzubringen. Zudem würden Vereine, Verbände und Kommunen auch um Ehrenamtliche werben. Hier müsse die Kirche mehr auf Kooperation mit anderen Einrichtungen setzen. Auch sei die Kirche gut beraten, ressourcenorientiert zu werben, also Menschen mit ihren besonderen Kenntnissen wahrzunehmen und an der richtigen Stelle einzusetzen. Dass es qualifizierte und zufriedene Ehrenamtliche nicht umsonst gibt stellte der Professor deutlich heraus. Fort- und Weiterbildungsangebote, Reflexionsgespräche oder Supervision seien wichtig. Die Kirche der Zukunft sei keine Versorgungskirche sondern eine Beteiligungskirche, so sein Fazit.

Dass zum Ehrenamt der Spaß gehört, machte Martina Rupp, Pfarrerin in Deggingen-Bad Ditzenbach, deutlich. Sie zeigte, dass es nicht ausreicht, Frösche zu küssen damit sie sich in Ehrenamtliche verwandeln.
Dekanin Gerlinde Hühn dankte abschließend den Ehrenamtlichen und den Organisatoren dieses Tages für alle Vorbereitung und die Gestaltung der roll-ups und des Leseheftes.



Was braucht es, damit Ehrenamtsförderung gelingt?
Auf diese Frage des Gemeindeberaters Hans-Martin Härter antworteten die Ehrenamtlichen beim Ehrenamtstag im Jugendheim:

-    Beginnen mit einem Projekt (zeitbegrenzt)
-    Positive Erfahrungen
-    Verlässlichkeit, genaue Aufgabenbeschreibung
-    Teamarbeit, Aufgabenverteilung, zielgenaue Beschreibung
-    Wichtige sinnvolle Aufgabe vorhanden
-    Betreuung von Ehrenamtlichen, persönliche Ansprache, Lob
-    Willkommen-Atmosphäre
-    Kompetenz ernst nehmen
-    Hilfe durch Hauptamtliche
-    Ständige Kommunikation
-    Mitarbeiterpflege mit Fingerspitzengefühl
-    Gruppe nimmt sich Thema an mit externer Hilfe
-    Gute Laune und gutes Essen
-    Anerkennung durch Gemeinde und Personen, die kommen



Mehr Infos:

 

Reader zum Ehrenamtstag am 11. November 2012

Info-Flyer zum Ehrenamtstag 11. November 2012

 

 

Danke mit Merci-Schockolade

Beim Ehrenamtstag der evangelischen Kirche zeigte Martina Rupp, Pfarrerin in Deggingen-Bad Ditzenbach, mit Hilfe von „Merci-Schokolade“, wie Dank an Ehrenamtliche sein kann. Sie probierte die einzelnen Schokolade-Richtungen und verglich:

  • Vollmilch bedeutet den Standard-Dank
  • Schokolade mit Nüssen ist wie ein versteckter Dank
  • Herbe Sahne ist Dank, der den einen oder anderen vergisst, eben herb ohne Sahne
  • Pralinee, meinte sie, ist etwas süß-pabbig, zu süß, als dass der Dank geglaubt wird.
  • Marzipan in dunkler Schokolade – der Dank ist als guter Kern versteckt.
  • Kaffee mit Sahne gibt den Dank völlig unerwartet, aber zeigt: es hat Spaß gemacht.
  • Bei Edel-Nougat war Martina Rupp überzeugt: Der Dank passt und kommt an.