Kirchentag 2015 in Stuttgart

Der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag fand von 3. bis 7. Juni 2015 in Stuttgart stattt. Das protestantische Großereignis war damit zum vierten Mal nach 1952, 1969 und 1999 in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs zu Gast.

 

"... damit ihr klug werdet"

war das Motto des Stuttgarter Kirchentages.

 

 

 

 

 

 

Ein Streifzug durch den Kirchentag

Kein anderer Kirchentag war heißer. Stuttgart zeigt sich von seiner Hoch-Sommerseite und großer Gastfreundschaft. Hunderttausende fühlten sich eingeladen. Und überall in der Stadt leuchten die roten Fahnen und Schals mit der Aufschrift des Kirchentag-Mottos: „ … damit wir klug werden“.

 


Am Eröffnungstag ist die Stuttgarter Innenstadt überfüllt. Bereits das Durchkommen beim Eröffnungs-Gottesdienst auf dem Schlossplatz ist abenteuerlich. Vor Beginn suchen Polizisten mit Hunden nach Bomben. Alle Posaunenbläser – und es sind nicht wenige -  müssen ihre Instrumentenkoffer öffnen. Dann wird der Gottesdienst mit dem traditionellen Ruf der Bläser „Christ ist erstanden“ eröffnet. Das lässt trotz Hitze frösteln. Das Singen der Hunderttausende steigt in den Himmel.

 

Der Abend der Begegnung ist ein Fest. Alle Kirchenbezirke der Landeskirche haben Stände mit Spezialitäten aufgebaut. 800 Lammbratwürste werden von den Altenstädtern verkauft. Aus Süßen kommen die besten Butterbrezeln und Apfelschorle des Abends. Es treffen sich Freunde, die sich schon Jahre nicht mehr gesehen habe, und es gibt neue Bekanntschaften.  Um 22 Uhr wird auf dem Schlossplatz im Licht von tausenden Kerzen der Abendsegen gesungen.

 


Beim Kirchentag muss man zu Bibelarbeiten anstehen Der in Geislingen gut bekannte Theologe Fulbert Steffensky füllt die Porsche-Arena mit zig Tausenden Zuhörenden. Und es lohnt sich, bei diesen vom Kirchentag ausgewählten schwierigen Texten für die Bibelarbeiten dabei zu sein. Zu den alten Texten kommen neue und hochaktuelle Gedanken.

 


Und es wird jeden Tag heißer. Der Kirchentag organisiert mitten in Stuttgart viele Trinkwasser-Stellen zum Auffüllen der Wasserflaschen. Kopfbedeckungen sind sehr gefragt. Auch hier helfen die roten Schals.

 


Offenes Singen in der Stiftskirche. Wegen Überfüllung wird die Kirche geschlossen. Der Gesang klingt durch die dicken Kirchenmauern ins Freie. Es rührt bis ins Innerste, alte und neue Lieder mitzusingen. Viele fragen sich, ob der Kirchentag heutzutage eine der letzten Sing-Veranstaltungen ist.

 

Um „Nur noch kurz die Welt zu retten“ treffen sich in der Liederhalle über tausend Leute. Es wird berichtet, wie eine Dirigentin aus Stuttgart in der Justizvollzugsanstalt mit Häftlingen Opern einstudiert. Ein Priester holt auf Madagaskar tausende Kinder aus ihrem Leben auf Müllhalden heraus. Wir diskutieren, wo wir noch kurz die Welt retten können.


Der amerikanischer Philosophie-Professor Michael Sandel fragt in der Schleyer-Halle anschaulich, ob für Geld alles gekauft werden kann. Sollen Organe für Transplantationen gekauft werden können? Sollen Länder ihre Flüchtlings-Quote verkaufen können? Verdrängt der Marktmechanismus die Moral? Er ist der Auffassung, dass der Markt nicht das Gemeinwohl definieren darf.  


Kluge Diskussionen, beeindruckende Reden, und immer wieder Gottesdienste, die gut tun. Ob der Militärbischof predigt und vom Bruderzwist spricht, ob Gäste aus anderen Ländern im Feierabendmahl über ihre Situation berichten, ob beim Schuss-Gottesdienst eine Kirchentagsbesucherin darauf hinweist, dass nicht in jedem Land so offen diskutiert und gefeiert werden kann.


Auch deshalb ist der Kirchentag ist nötig. Wir brauchen solche Veranstaltungen, um uns zu informieren, zu diskutieren, inne zu halten und uns Gedanken über Klugheit machen – die der anderen und die eigene.

Nacht der Lichter

In der gefüllten Porsche-Arena sangen Tausende Lieder aus Taize.

2500 Veranstaltungen fanden statt

997 altbackene Wecken auf dem Weg zum Kirchentag in Stuttgart

Die Wecken werden vorbereitet

Ende letzten Jahres stand es fest, die Gesamtkirchengemeinde Bad Überkingen beteiligt sich am Abend der Begegnung des 35. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Stuttgart. Von Bernd Britzelmayer kam die Anregung den Besuchern mit Kartäuser Klöße an Vanillesauce den Abend zu versüßen.


Schon am Vortag des Abends der Begegnung kamen 20 fleißige Helfer mit Küchenreiben ins Gemeindehaus nach Hausen. An 997 altbackenen Brötchen wurde die äußere Schicht abgerieben um die Semmelbrösel zu erhalten.



Süße Speise wird am Abend der Begegnung verkauft

Die Aufbautruppe, Simone Straub, Arnd Polscher und Michael Maurer startete schon am Mittwochmorgen um den Stand für den Abend vorzubereiten. Bernd Britzelmayer motivierte seine Frau und einige seiner Kochbrüder vom Club kochender Männer, die mit Ihren Kochkenntnissen und dem nötigen Koch-Equipment diese Aktion erst ermöglichten.



Nach den Eröffnungsgottesdiensten zum Kirchentag wurden in der Stuttgarter Königstraße die Besucher durch den köstlichen Duft der frisch gebackenen, mit Zucker und Zimt bestreuten Kartäuser Klöse angelockt, und im Nu hatte sich eine Schlange gebildet.



Vielen Dank allen Besuchern aus unserer  Gemeinde an unserem Stand und den kochenden Männern und allen Mithelfern aus unserer Gesamtgemeinde.


Bericht:  Kornelia Lang; Bilder: Arnd Polscher und Bernd Britzelmayer

Über 30000 Tagesgäste auf dem Kirchentag

Gemeindeglieder aus Nellingen besuchen den Kirchentag in Stuttgart

Neben den knapp 100 000 Dauerteilnehmerinnen und -teilnehmer waren auch Tagesgäste auf dem Kirchentag. Pfarrerin Helga Steible-Elsässer (links) und Dekan Martin Elsässer (rechts) begleiteten eine Gemeindegruppe aus der Kirchengemeinde Nellingen zum Kirchentag.

Trinkwasser

Eine der wichtigsten Einrichtungen beim Kirchentag: Die Wasserflaschen können an diesen Trinkwasser-Stellen aufgefüllt werden