Rücktritt von Margot Käßmann

Zum Rücktritt von Margot Käßmann von ihren Ämtern äußert sich Dekanin Gerlinde Hühn folgendermaßen:

 

Als im vergangenen Oktober Margot Käßmann in Ulm in überraschender Eindeutigkeit zur Ratsvorsitzenden der EKD gewählt worden war, habe ich mich und viele Frauen und Männer in der Kirche sehr darüber gefreut.

 

Sie ist eine kluge, sympathische, kommunikationsfähige Theologin, die das Zeug hatte, in die großen Fußstapfen von Bischof Huber zu treten.
Ich kenne Frauen, die ihretwegen wieder in die Kirche eingetreten sind.

Dass sie nun zurücktreten musste, um ihrer eigenen Gradlinigkeit und um der Würde des Amtes willen, ist ein großer Verlust, aber die richtige Entscheidung; 1,51 0/00 sind zuviel! Ich frage mich allerdings, ob auf männliche Funktionsträger der gleiche Druck ausgeübt worden wäre.

 

Harald Schmidt hat gestern in seiner Sendung trotz des Respekt verdienenden Rücktritts grenzenlose Respektlosigkeiten über sie ausgegossen. Es gibt auch für eine Frau, die es gewohnt ist in der Öffentlichkeit zu stehen, Grenzen der Belastbarkeit.

 

Ihre Neujahrspredigt, die ich gehört habe, hat eine unerwartet harsche Kritik ausgelöst, die sie nicht verdient hatte, wenn man den Text richtig gelesen hätte.

 

Ich wünsche ihr, dass sie wieder zu sich selber findet, und erwarte, dass sie auch als einfache Pastorin weiter Gehör finden wird.

 

Gerlinde Hühn, Dekanin

Geislingen, 26. Februar 2010