Flüchtlinge in Geislingen

Willkommensfest "Bunt wie das Leben"


Seit Mai 2014 wohnen in der Geislinger Dammstraße afrikanische Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern. Zunächst waren es 20 junge Männer, die in vier kleinen 2-Zimmer-Wohnungen untergebracht waren. Inzwischen wurden drei von ihnen abgeschoben oder sind untergetaucht, da sie ihren Asylantrag auf Grund des Dublin-Verfahrens nicht in Deutschland stellen dürfen. Die anderen 17 Flüchtlinge warten nun schon seit fast einem Jahr auf die Entscheidung ihres Asylantrages. Aufgrund ihrer Herkunftsländer Gambia, Eritrea und Somalia ist zu befürchten, dass dies auch noch sehr lange dauern kann.

 


Die Sammelunterkunft in der Schulstraße in Geislingen ist seit September 2014 belegt. Dort wohnen 11 Erwachsene mit 16 Kindern zwischen 2 und 16 Jahren auf sehr begrenztem Raum. 7 Familien aus Syrien, Mazedonien, Kosovo, Serbien, Albanien und Eritrea teilen sich zwei 5-Zi-Wohnungen mit je einer Dusche und 2 WCs. Die große Sprachenvielfalt erschwert noch die gemeinsame Nutzung von Küche und Sanitäranlagen. In den Geislinger Bruckwiesen wohnt eine Frau aus Westafrika mit ihrer kleinen Tochter. Ihr Asylantrag liegt seit über zwei Jahren unbearbeitet bei den Behörden.


Zwei syrische Familien haben bereits ihre Anerkennung als Kriegsflüchtlinge erhalten, verbunden mit einem vorläufigen Aufenthaltsrecht für drei Jahre. Sie haben nahe dem Sternplatz zwei kleine Reihenhäuschen bezogen und freuen sich über ein gerade neugeborenes Mädchen.


Die Stadt Geislingen finanziert einen Sprachkurs, so dass mit zweimal wöchentlich je drei Stunden Unterricht ein wichtiger Grundstein für eine gelungene Integration gelegt wird.


Außerdem bieten Ehrenamtliche mehrere verschiedene Möglichkeiten, die deutsche Sprache zu erlernen und sich darin zu üben.
Die Flüchtlingskinder erhalten zunächst gemeinsamen Unterricht in einer Vorbereitungsklasse in der Uhlandschule. Außerdem gibt es zusätzlich eine professionelle Hausaufgabenhilfe. Ziel ist, dass die Kinder möglichst schnell am regulären Schulunterricht teilnehmen können.


Gesucht werden noch dringend Ehrenamtliche, die bereit sind, die Asylbewerber in Alltagssituationen zu unterstützen und bei der Vorbereitung zu ihrem Asylverfahren helfen können. Immer wieder fehlen Dolmetscher für die Menschen aus Syrien, Eritea und den Balkanländern.

Christl Czermin, Kirchengemeinderätin