Pfarrerin Martina Rupp verlässt Deggingen-Bad Ditzenbach

Pfarrerin Martina Rupp bei ihrer Abschiedspredigt in der Christuskirche in Deggingen

CLAUDIA BURST, Geislinger Zeitung, 23. Juli 2013

„Wir werden dich sehr vermissen“

Mehr Kirchenbesucher als an Weihnachten bei Verabschiedung von Pfarrerin Martina Rupp

Warmherzig und persönlich ging es am Sonntag zu beim Abschieds-Gottesdienst von Martina Rupp. Trotz humorvoller Reden war die Wehmut bei Rednern und Besuchern zu spüren.

Deggingen / Bad Ditzenbach. „Time to say goodbye” hieß es am Sonntag in der Christuskirche Deggingen / Bad Ditzenbach. Unter diesem Motto fand der Abschiedsgottesdienst von Pfarrerin Martina Rupp statt – und als am Ende des zweistündigen Gottesdienstes Julian Dierstein auf der Trompete dieses Lied spielte, mussten viele der Besucher Taschentücher aus ihren Taschen kramen, um sich die eine oder andere Träne abzuwischen.


Wehmut war die dominante Emotion dieses Vormittages – trotz tief gehender Predigt, einer vielfältigen Liedauswahl des Singkreises, der den Gottesdienst nicht nur umrahmte, sondern bereicherte und neun humorvollen Abschiedsreden allein in der Kirche. Danach folgte noch eine Empfang im Gemeindehaus mit weiteren Beiträgen und der Möglichkeit zum persönlichen Abschiednehmen.


13 Jahre war Martina Rupp die „Seele des Oberen Filstals“, wie sich Gerlinde Hühn ausdrückte. „Ich will gar nicht, dass Sie gehen und teile damit das Grundgefühl in Ihrer Gemeinde“, machte die Dekanin deutlich. Ab dem ersten September werde die Pfarrstelle neu ausgeschrieben, informierte sie die Kirchenbesucher, die gar nicht alle Platz in den dicht besetzten Kirchenbänken fanden und zum Teil im hinteren Bereich stehen mussten.


„Ich hab Sie nie schlecht gelaunt gesehen“, stellte der Bad Ditzenbacher Bürgermeister Gerhard Ueding fest und sein Degginger Kollege Karl Weber zeigte sich beeindruckt von Martina Rupps Fähigkeit, „bei jeder Gelegenheit die passenden Worte zu finden, Worte, die Wirkung zeigen“.


Schulleiter Frank Henzler lobte, dass die Pfarrerin, im Religionsunterricht „die Kinder im Herzen erreicht“ und schenkte ihr ein selbst gezogenes Apfelbäumchen als Sinnbild der Nachhaltigkeit, mit der Rupp in der Grund- und Werkrealschule gewirkt habe. Sein Kollege Rainer Maroska vom Ländlichen Bildungszentrum gab ihr ein „riesiges Dankeschön für kostbare Schulgottesdienste und manch warmes Wort“ mit auf ihren weiteren Weg in Uhingen – und weil Martina Rupp als Seelsorgerin spirituell zwischen Himmel und Erde unterwegs sei, schenkte er ihr einen Rundflug übers Täle und Uhingen.


„Bleiben Sie weiterhin so freundlich und strahlend“, wünschte sich Schuldekan Geiger von Martina Rupp und dankte ihr für das „harmonische und konstruktive Miteinander“. Die Landessynodale Anita Gröh bekam für ihre Aussage „Die Uhinger bekommen eine gute Pfarrerin“ per Beifall die Zustimmung der Besucher. Zum Lachen brachte Pater Felix die Gäste, der in Anspielung auf den „Barbievergleich“ in einem Pressetext der GEISLINGER ZEITUNG zwar seine eigene Kompetenz diesbezüglich in Frage stellte, ihr aber einen syrisch-orthodoxen „Barbie-Engel“ überreichte. Vor dem abschließenden Trompetensolo seines Sohnes verabschiedete sich der Kirchengemeinderatsvorsitzende Reinhardt Dierstein unter anderem mit: „Wir werden dich sehr vermissen!“

Reinhard Dierstein, der Vorsitzende des Kirchengemeinderats und Pfarrerin Martina Rupp