Pfarrerin Sabine Kluger hat Dienstauftrag in Japan

© Evangelischer Kirchenbezirk Geislingen

Pfarrerin Sabine Kluger

Am Sonntag, 30. Dezember 2012, wurde Pfarrerin Sabine Kluger in der Pauluskirche in Geislingen im Gottesdienst um 10.00 Uhr verabschiedet. Sie hat ab 01. Januar 2013 einen Dienstauftrag in Japan. 

 

Dazu schreibt Pfarrerin Kluger:

 

Sayonara, Geislingen…


Noch hat der Gedanke etwas Unwirkliches für mich. Anfang 2013 gehe ich für drei Jahre als Ökumenische Mitarbeiterin der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) nach Japan. 9400 km von Geislingen entfernt erwartet mich im „Land der aufgehenden Sonne“ meine neue Aufgabe: die Mitarbeit in Programmen des Nationalen Kirchenrates in Japan (NCCJ) zur Bewältigung der Dreifachkatastrophe infolge des Erdbebens vom 11. März 2011.

 


Am 1. Januar 2013 beginnt mein Dienst auf dieser neu eingerichteten Pfarrstelle – einer Kooperation der Württembergischen Landeskirche, der EMS und der Japanischen Kirche. Zunächst stehen ein paar Wochen der Vorbereitung auf dem Programm: Gespräche in der EMS, Teilnahme an Fachberatungen, Begegnungen mit Japanern und Japankennern, Wohnungsauflösung, Ausreiseformalitäten. Nach der Deutsch-Japanischen Kirchenkonsultation in Hamburg ist dann für Ende Februar 2013 mein Flug nach Tokyo geplant.
In den Medien ist es stiller geworden um die Menschen in den Katastrophengebieten, aber die Lage hat sich noch keineswegs entspannt. Um nur zwei Beispiele herauszugreifen: In der Tohoku-Region, wo der Tsunami Zehntausende von Menschenleben gekostet hat, sind die Toten und Vermissten noch lange nicht betrauert. Und im Gebiet um Fukushima sorgen sich Eltern um die Auswirkungen der Atomkatastrophe vor allem auf ihre Kinder.

 


Was ich dort tun kann, ist noch in vielen Punkten offen. Zunächst einmal: Japanisch lernen! Auch im Bereich der ökumenischen und internationalen Zusammenarbeit werde ich viel lernen können. Umgekehrt wird meine seelsorgerliche Ausbildung hoffentlich der Japanischen Kirche von Nutzen sein. Und dann gehört es zu meinen Aufgaben, eine Art Brückenfunktion zwischen Deutschland und Japan wahrzunehmen.

 


Ich freue mich sehr auf all das Neue und Fremde, auf die Sprachschule, auf das Eintauchen in eine mir noch ganz unbekannte Welt, auf die Menschen, die so anders geprägt sind als ich. Und ich freue mich auf die berufliche Herausforderung, die ich als sinnvoll und erfüllend verstehe. Viele von Ihnen haben Ihre Herzen geöffnet für die Menschen in Japan. Das kommt mir aus vielen Segenswünschen entgegen, die mir schon jetzt mitgegeben werden und die mich tragen. Herzlichen Dank dafür!

 


So ganz leicht fällt mir der Abschied von Geislingen, meinen verschiedenen Arbeitsfeldern und der Gemeinde hier dennoch nicht. Pauluskirchengemeinde, Ökumene im Seebach, Gesamtkirchengemeinde und Kirchenbezirk Geislingen, Hochschule, Notfallseelsorge, Kollegenkreis... Zwölfeinhalb Jahre Lebens- und Arbeitszeit habe ich hier verbracht – mit ungezählten Begegnungen, mit viel Freude und Begeisterung, mit manchem Schmerz und Leid, mit Gelingen und Vergeblichkeit. Eine gefüllte Zeit. Ich danke Ihnen für alle guten Gespräche, alles Vertrauen, alle angenehme Zusammenarbeit. Besonders bleiben mir die vielen und vielfältigen Gottesdienste, die wir gemeinsam gefeiert haben: allsonntäglich, mit den Kindern, mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, mit Studierenden, Taufen, Trauerfeiern, Hochzeiten, schwäbisch-ökumenisch mit der St. Johannesgemeinde, mit der Vesperkirche, gesamtgemeindlich-zentral, nicht zuletzt auch die Geislinger Abendgottesdienste. Wenn ich – für ein kleine Weile noch – in der Kirche am Altar stehe und in Ihre Gesichter schaue, dann verbinden sich mir jedes Mal all die Schicksale und Lebensgeschichten, an denen Sie mir Anteil gaben. Auch dafür danke ich Ihnen. 

 

Meine herzlichen Glück- und Segenswünsche begleiten Sie alle
Ihre Sabine Kluger

 

Für Interessierte wird es voraussichtlich einen Blog auf www.ems-online.org geben, unter „Blogs aus der Ferne“ über „Ökumenische Mitarbeitende“ bis „Erfahrungsberichte“ weiterklicken.