„Wir werden Sie vermissen“

© Claudia Burst, Geislinger Zeitung

Die Gemeinde verabschiedet sich von Pfarrerin Ulrike Ebisch

Claudia Burst, Geislinger Zeitung, 17. Januar 2017

 

Nach 15 Jahren als Gemeindepfarrerin feierte Ulrike Ebisch mit zahlreichen Besuchern ihren letzten Gottesdienst in intensiver, wehmütiger Atmosphäre.



Im Winter 2002 war Ulrike Ebisch, damals noch Ulrike Knapp, als 33-Jährige in der Evangelischen Kirchengemeinde Geislingen-Altenstadt, damals noch Martinskirchengemeinde, investiert worden. Es war ihre erste feste Stelle als Gemeindepfarrerin. Und wie allein dieser Satz zeigt, hat sich in ihren 15 Einsatzjahren viel getan.

 

Ab 1.Februar wechselt Ulrike Ebisch als Gemeindepfarrerin nach Kirchdorf / Iller. Am Sonntag fand ihr Abschiedsgottesdienst statt und über 250 Besucher und Wegbegleiter fanden sich dazu in der Martinskirche ein. Es war Ulrike Ebischs letzter Gottesdienst in Geislingen, die Atmosphäre war intensiv und wehmütig. Nach ihrem persönlichen Grußwort am Ende der freundschaftlichen und liebevollen Verabschiedungen standen die Gäste auf und applaudierten lange und anhaltend. So mancher wischte sich Tränen aus den Augenwinkeln.

 

„Wir werden Sie vermissen“, teilte Dekan Martin Elsässer seiner Kollegin mit, attestierte ihr menschliche Wärme, Gottvertrauen, aber auch „sorgfältiges Überlegen als eine Ihrer besonderen Kompetenzen“. Er bedankte sich für Ulrike Ebischs Einsatz als Dekans-Stellvertreterin während der Vakatur vor seinem Einstieg in Geislingen und für das herzliche Willkommen, das sie ihm bereitet habe. Der Dekan zählte eine lange Liste der Projekte auf, die Ulrike Ebisch als geschäftsführende Pfarrerin in Altenstadt angestoßen und durchgezogen hat, darunter die Fusion zwischen Martins- und Markuskirchengemeinde, die Immobilienprozesse, die lebendige Verbindung zur alevitischen Gemeinde oder zum ökumenischen Arbeitskreis und noch vieles mehr.
Martin Elsässer bedankte sich auch bei Ebischs Ehemann Knut Ebisch für sein Engagement und die vielen interessierten Begegnungen und wünschte beiden weiterhin Freude und Spontaneität sowie Gottes Segen.


Dass eine der engagierten Einsätze Ebischs den Kindertagesstätten gegolten hatte, zeigte der Überraschungsbesuch von 14 kleinen Kindern aus dem Wölk-Kindergarten, die nach dem Gottesdienst und vor den Grußworten von draußen hereingestapft kamen und ihr zum Abschied ein Liedchen sangen.
„Mit Ihrem Weggang verlieren wir eine motivierte Pfarrerin“, attestierte im Anschluss die Landessynodale Anita Gröh, die die Tatsache, dass Pfarrer regelmäßig ihre Gemeinden wechseln, als „großen Schatz in unserer Landeskirche“ bezeichnete, weil damit „Erfahrung und Verantwortung auch anderen zugutekommen.“

 

Schuldekan Johannes Geiger betonte den Einsatz von Ulrike Ebisch im Religionsunterricht der Schubart-Realschule. „Sie werden Spuren hinterlassen. Sie haben Generationen mitgeprägt“, machte er deutlich.
„Für uns ist es traurig, wieder eine liebe Partnerin im ökumenischen Arbeitskreis zu verlieren“, bedauerte Marlene Wahl, die Zweite Vorsitzende der katholischen Kirchengemeinde St.Maria, „Sie haben unser gemeinsames religiöses Leben bereichert und geprägt.“

 

Zwölf Jugendliche überreichten gemeinsam mit Jugendreferentin Romy Zerrenner ein Fotoalbum voller Erinnerungen und am Ende verabschiedete sich der Kirchengemeinderat mit seiner Vorsitzenden Isabella Rapp sowie Pfarrerkollege Frank Esche mit „Viel mehr als Danke“. Auch sie betonten, dass sie nicht nur Ulrike, sondern auch Knut Ebisch vermissen werden.

 

Mit Wehmut in der Stimme bedankte sich schließlich die Pfarrerin selbst bei allen Rednern und Wegbegleitern. Besonders bedankte sich die Musikliebhaberin bei den Musikanten des festlichen Gottesdienst, die alle ihren Beitrag zur intensiv-schönen Atmosphäre geleistet hatten: Kantor Seiichi Komaya an der Orgel, der Posaunenchor, das Markus-Chörle, die Kantorei sowie Jürgen Starzmann mit einem wunderschönen Lied am Keyboard.