„Die Bedeutung der Bibel für die Reformation“

© Evangelischer Kirchenbezirk Geislingen

Landesbischof i.R. Johannes Friedrich


Vortrag

Dr. Johannes Friedrich, Landesbischof i.R.
30. Oktober 2017, 19.30 Uhr

Stadtkirche Geislingen, Kirchplatz 1

Mehr in der Bibel zu lesen riet dem jungen Mönch Martin Luder sein Beichtvater Staupitz. Er könne damit sein strenges Christusbild in ein milderes verwandeln.


Er machte ihn auch zu seinem Nachfolger auf der Bibelprofessur in der neu gegründeten Universität in Wittenberg. Eigentlich sollte sich ein Theologieprofessor damals eher mit der scholastischen Theologie als mit der Bibel befassen.

 

Luder musste sich aber nun von Amts wegen mit der Bibel beschäftigen. Er hielt u.a. zwei große Psalmenvorlesungen.  Besonders seine Beschäftigung mit dem Römerbrief des Apostels Paulus brachte Luder dann den Durchbruch zur reformatorischen Erkenntnis: Allein der Glaube rettet den Menschen.
Das war für ihn eine Befreiung von seiner Angst vor Gott und den Höllenstrafen. Fortan nannte er sich „Luther“, weil in dieser Fassung des Namens das griechische Wort eleutheria = Freiheit anklingt. Die Beschäftigung mit der Bibel machte ihn frei.  „Seine existentielle Suche war Teil seiner akademischen Tätigkeit geworden“. (Heinz Schilling, S.146)