Viele Veranstaltungen finden statt, und gerne möchte man nochmals nachlesen, was an Interessantem gesagt worden ist.
Reden und Vorträge von verschiedensten Referentinnen und Referenten finden auf dieser Seite.

Pfarrer Friedrich Schorlemmer
Friedrich Schorlemmer zog in Stadtkirche 150 Besucher in seinen Bann
Provokativ, aber sehr unterhaltsam, veranschaulichte Friedrich Schorlemmer am Buß- und Bettag seine „Thesen“ zum Protestantismus. Ansichten, über die sich das Nachdenken lohnt.
von CLAUDIA BURST
Im Rahmen einer Buß- und Bettagsliturgie kam am Mittwoch der Theologe und Publizist Friedrich Schorlemmer in die Geislinger Stadtkirche. „Was in Zeiten des steten Wandels protestantisch ist“, lautete der etwas sperrige Titel seines Festvortrags. Seine Ausführungen dazu erwiesen sich jedoch überhaupt nicht als sperrig. Schorlemmer hielt sich nur oberflächlich an seine Notizen als rotem Faden und schien mit den etwa 150 Besuchern beinahe zu plaudern. Dabei nahm der frühere Prediger an der Schlosskirche zu Wittenberg, der als solcher während der friedlichen Revolution 1989 eine aktive Rolle gespielt hatte, kein Blatt vor den Mund.
„Ich half damals, das System zu stürzen, das beanspruchte, die absolute Wahrheit gepachtet zu haben“, ereiferte sich der 67-Jährige und fügte provokativ hinzu: „Jetzt ist nur noch Rom da…“.
Immer wieder schoss der Protestant giftige Pfeile in Richtung des Papstes, dessen Sturheit er die noch immer währende Spaltung der Christenheit anlastete. „Es ist doch ungeheuerlich, zu sagen, die Wahrheit sei nicht verhandelbar, was bedeutet, man dürfe darüber nicht diskutieren“, schimpfte der Träger des Bundesverdienstkreuzes. „Zum Glück gibt es aber eine wunderbare Ökumene jenseits von Rom“, bekannte er darüber hinaus seine Sympathie zu den katholischen Christen. Warum er gerne Protestant sei, verdeutlichte Friedrich Schorlemmer im Lauf seines Vortrags. Mit Protestantismus werde die Tapferkeit eines Einzelnen (Martin Luther, Anm. der Red.) vor dem Reichstag in Worms verbunden – und tatsächlich komme es im Protestantismus viel mehr auf den Einzelnen als auf die Institution Kirche an. Für Luther sei es unmöglich gewesen, gegen sein Gewissen zu handeln und er war von einer Leidenschaft für seinen Glauben erfüllt. „Das ist es doch, worauf es ankommt“, plädierte Schorlemmer mit Überzeugung, „nur ein Begeisterter wird begeistern können“. „Entschiedenes Christentum“ gehöre für ihn unbedingt dazu, Protestant zu sein. Genauso wie das „Pro“-testieren, also das „Für seine Überzeugungen eintreten“ und nicht nur gegen etwas zu sein. Seine Einstellung begründete er unter anderem mit einem Auszug aus seinen „17 Thesen“, die er in Buchform festgehalten hat und aus dem er am Ende seines Referats zitierte.
Zum Reformationsfest hielt Professor Okko Herlyn den Festvortrag. Sein Thema lautete: Ich glaube ... ja was eigentlich?
Vortrag: Ich glaube ... ja was eigentlich?
(pdf-Datei, 240 kb)
Okko Herlyn ist 1946 in Göttingen geboren als zweiter Sohn des Pastors Edzard Herlyn und der Buchhändlerin und Schriftstellerin Rotraut Herlyn. Von 1966 bis 1972 studierte er Evangelische Theologie in Wuppertal, Göttingen, Zürich und Tübingen.
Von 1972 bis 1974 war er Assistent an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal und Vikar in der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Schöller bei Professor Pfarrer Dr. Jürgen Fangmeier. 1977 promovierte er zum Dr. theol. in Tübingen bei Professor Dr. Eberhard Jüngel.
Von 1977 bis 1994 war er Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Duisburg-Wanheim.
Von 1994 an war er Professor für Ethik, Anthropologie und Theologie an der Evangelischen Fachhochschule Bochum und seit der Habilitation 1996 zudem Privatdozent für Praktische Theologie an der dortigen Ruhruniversität.

Fulbert Steffensky
Professor Dr. Fulbert Steffensky ist Theologe.Er absolvierte zunächst ein Studium der katholischen und evangelischen Theologie und lebte 13 Jahre lang als Benediktinermönch in der Abtei Maria Laach. 1969 konvertierte Steffensky zum lutherischen Bekenntnis und wurde im selben Jahr wissenschaftlicher Assistent an der Pädagogischen Hochschule Ruhr. Er promovierte 1972 an der Ruhr-Universität in Bochum.
Seine erste Professur für Erziehungswissenschaft hatte er von 1972 bis 1975 an der Fachhochschule Köln, bevor er 1975 als Professor für Religionspädagogik am Fachbereich Erziehungswissenschaft an die Universität Hamburg wechselte, wo er bis 1998 tätig war.
1969 heiratete Steffensky die Theologin Dorothee Sölle. Er lebt heute in Hamburg.
Fulbert Steffensky war in Geislingen. Der Titel seines Vortrages lautete: "Schuld und Vergebung".
hier der Text: (505 kb)
Vortrag von Fulbert Steffensky

Professor Dr. Hans Zimmer, Ludwigsburg
Wie soll man die Bibel lesen und verstehen?
Theologieprofessor sprach im Markuszentrum
„Schadet die moderne Bibelwissenschaft dem Glauben?“ lautete das Thema eines Vortrags von Professor Dr. Siegfried Zimmer. Er sprach im Geislinger Markuszentrum. Die Veranstaltung war gut besucht.
Zimmer ist Professor für evangelische Theologie und Religionspädagogik and der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Er fragte im Markuszentrum: Wie soll man die Bibel lesen und verstehen? Laut Zimmer spaltet die unterschiedliche Beantwortung dieser Frage das Christentum in zwei Lager: „Christen der Aufklärung“, die den wissenschaftlichen Umgang mit der Bibel begleitet von einer historisch-kritischen Auslegung als Bereicherung sähen, und Christen evangelikaler Ausrichtung, die die Bibelwissenschaft ablehnten und als Bedrohung ihres Glaubens empfänden. Oft würden sich diese beiden Lager mit gegenseitiger Abwertung und Ausgrenzung begegnen, erklärte der Theologieprofessor.
Um eine Annäherung dieser beiden Lager zu erreichen, müssten sich alle Christen darauf besinnen, welche Annahmen über die Bibel ihnen gemeinsam seien: „Nur so kann eine Diskussion produktiv sein“, meinte Zimmer. So könnten sich seiner Meinung nach alle Christen darauf einigen, dass Gott durch die Bibel wirke und durch die Bibel alles Heilsnotwendige lehre. In geistlichen Dingen sei die Bibel daher für Christen die absolute Autorität und völlig unverzichtbar: Fragen, welche die Beziehung Gottes zu den Menschen betreffen, könnten von Wissenschaft oder Philosophie nicht beantwortet werden, erläuterte Zimmer. Darauf, dass eine „Wirkungseinheit“ zwischen Gott und Bibel bestehe könnten sich demnach alle Christen einigen. Die Frage, hingegen, ob aus dieser „Wirkungseinheit“ auch eine qualitative Einheit abzuleiten sei – ob die Bibel also selbst göttliche Eigenschaften besitzt und damit vollkommen ist –, spalte die Christenheit. Zimmer argumentierte in seinem Vortrag eindeutig gegen eine „Vergöttlichung“ der Bibel: „Nur Gott hat göttliche Eigenschaften“, betonte er. So sei die Bibel Teil der Schöpfung und unterliege Zeit und Raum – sei also zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Kultur entstanden. Darüber hinaus sei sie ein sichtbarer, nicht transzendenter Gegenstand und in einer irdischen Sprache geschrieben – unterliege also irdischen Bedingungen, die mithilfe der Wissenschaft näher beleuchtet werden müssten. „Man kann der Bibel glauben, aber nicht an die Bibel glauben. Absolute Autorität und Vollkommenheit hat nur Gott“, fasste Zimmer seinen Standpunkt zusammen.
Stefanie Schmidt

Prälatin Gabriele Wulz
Am Geislinger Bußtag, 17. November 2010, war die Ulmer Prälatin, Gabriele Wulz, die Festrednerin. Ihr Vortrag lautete: "Eurer ganzes Leben sei Buße".
Der Vortrag

Karl-Heinz Bauer, Amstetten
Am 23. November 2010 feierte das Dekanat Geislingen seinen 200. Geburtstag.
Geislingen an der Steige gehörte vor 1803 zur Freien Reichsstadt Ulm. Von dort wurde 1531 die Reformation eingeführt. Als erster evangelischer Stadtpfarrer ist Paul Beck überliefert. 1810 kam das Gebiet um Geislingen an Württemberg. Der König von Württemberg errichtete am 23. November 1810 das Dekanat Geislingen.
Der erste Dekan war jedoch zunächst Pfarrer in Altenstadt (damals noch eine selbständige Gemeinde). Das Dekanat gehört zum Generalat Ulm, aus der später die heutige Prälatur Ulm hervorging.
1833 wurde der Stadtpfarrer von Geislingen zum Dekan ernannt und der Sitz des Dekanats von Altenstadt nach Geislingen verlegt. Das Dekanat war identisch mit dem alten württembergischen Oberamt Geislingen, doch wurden seine Grenzen dann mehrmals verändert. Als das Oberamt Geislingen 1938 aufgelöst wurde blieb der Kirchenbezirk Geislingen bestehen
Bei einer kleinen Feier sprach Karl-Heinz Bauer über die Situation in Geislingen um 1810.
Vortrag von Karl-Heinz Bauer