Die neue Ausgabe liegt vor!

Kirchenbezirks-Zeitung Geislingen  

"Ent-Schuld-igung"
 
Dieses Thema beschäftigt die neue Ausgabe der Geislinger Kirchenbezirks-Zeitung. Zahlreich sind die Artikel darüber.
 
Wie in den vergangenen Jahren wird die Kirchenbezirks-Zeitung in alle evangelischen Haushalte im Kirchenbezirk verteilt. Wer weitere Exemplare möchte, kann diese in den Kirchen, bei den Pfarrämtern bzw. im Dekanatamt in Geislingen erhalten.
 
Die aktuelle Ausgabe:
 
Ausgabe 2012/13   (2,6 mb)
 
 
Die bisherigen Ausgaben:
 
Ausgabe 2011/2012
Ausgabe 2010/11
Ausgabe 2009/10
Ausgabe 2008/09
Ausgabe 2007/08
Ausgabe 2006/07
Ausgabe 2005/06

Dekanin Gerlinde Hühn

Dekanin Gerlinde Hühn


Dekanin Gerlinde Hühn schreibt in ihrem Vorwort zur Kirchenbezirks-Zeitung:

 
 
 
Liebe Leserinnen und Leser unserer Kirchenbezirkszeitung,
 
Schuld ist ein wichtiges und zugleich schwieriges Thema. Das Wort hat eine breite Bedeutungsspanne: von Schulden, die man im Finanziellen macht, bis zu Schuld und Schuldgefühlen aufgrund von eigenem Vergehen oder Unterlassenem.
Schuld treibt um, was ist Schuld? Worin besteht sie? Wie bewältigt man sie?
Kein Wunder dass sich das Buch von Ferdinand von Schirach „Schuld“ sofort auf der Bestseller-Liste wiederfand. Der Autor ist Rechtsanwalt und erzählt von verzwickten Fällen aus seiner Anwaltspraxis. Besonders verstörend ist der erste Fall: eine Gruppe von Männern vergewaltigt eine junge Frau und misshandelt sie. Aber alle schweigen still, die DNA-Spuren verkommen in der Hitze: Jeder weiß, sie sind schuldig, aber keinem Einzelnen kann man die Schuld nachweisen. Sie werden freigesprochen, obwohl sie schwere Schuld auf sich geladen haben. Schuld sein und schuldig gesprochen zu werden sind in unserem Rechtsstaat zwei verschiedene Dinge. Verstörend! Das Buch regt an, über Schuld und Schuldigwerden nachzudenken.
 
Als Strafverteidiger denke man nicht darüber nach, ob jemand schuldig ist oder nicht, sondern es gehe nur um die Frage: Reichen die Beweise aus, um jemanden zu verurteilen? Das sei etwas völlig anderes. Bei Gericht gehe es um eine Wahrheit, die mit den Mitteln des Strafprozessrechtes erkannt werden kann
 
Fulbert Steffensky weist in einer Abhandlung über Schuld auf folgendes hin: Im Dritten Reich gab es viele Menschen, die sagten: wir haben es nicht gewusst! Aber sie hätten es wissen können! „Die Gewöhnung machte das Unrecht geläufig. Was immer so war, was täglich geschieht, was alle tun und glauben, das legitimiert sich dadurch, dass alle es tun und dass es immer so war“.
In ähnlicher Weise werden wir Heutigen nicht wissend-wissend schuldig, weil wir darin verstrickt sind, dass Erwachsene und Kinder in der dritten Welt ausgebeutet werden. Objektiv werden wir schuldig. Wir machen es uns nicht klar, könnten es aber wissen.
 
In differenzierter Weise ist das Redaktionsteam den verschiedensten Bedeutungen von Schuld nachgegangen und hat Interviews mit überraschenden Gesprächspartnern geführt.
Ein Dank für die vielschichtige Durcharbeitung des Wortes Schuld.
Provozierend mögen die Artikel über den Kreuzestod Jesu und über das Thema: „Fromm aber nicht hetero“ wirken. Aber sie gehören in den Kontext.
Pfarrer Schaber aus Wiesensteig hat wieder das Titelbild gestaltet. Es zeigt den blutigen Riss, der durch den Lebenszusammenhang geht, wenn Schuld geschieht.
 
Ein Dank an alle, die zum Gelingen der Zeitung beigetragen haben.
Besonders auch an die vielen ehrenamtlichen Austräger und Austrägerinnen in den Gemeinden.
 
 
Ihre
Gerlinde Hühn
Dekanin in Geislingen
 


Das Redaktionsteam der Kirchenbezirks-Zeitung
Das Redaktionsteam der Kirchenbezirks-Zeitung
v.l.n.r.: Anita Gröh, Friederike Maier, David Dengler, Daniela Hartmann, Klaus Hoof, Gertraude Reich-Bochtler, Günther Alius, Dr. Karl-Heinz Drescher-Pfeiffer