Gehörlosenseelsorge

In den Kirchenbezirken Geislingen und Göppingen ist Pfarrerin Edeltraud Meyer in Türkheim mit der Gehörlosenseelsorge beauftragt.
 

Pfarrerin Edeltraud Meyer

Pfarrerin Edeltraud Meyer

Pfarrerin Edeltraud Meyer ist erreichbar in
Pfarrweg 2
73340 Stubersheim
Tel. (07331) 4 15 36,
Fax: (07331) 440 300
 
 

 
 
 
Weitere Informationen und die Termine der Gottesdienste in Gebärdensprache für Gehörlose erhalten Sie bei:
 
Pfarrerin Edeltraud Meyer
Pfarrweg 2
73340 Stubersheim
Tel. (07331) 4 15 36,
Fax: (07331) 440 300


Logo der Gehörlosenseelsorge

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Wenn Dresden nach Glühwein und Stollen riecht

Die evangelische Gehörlosengemeinde Geislingen/Göppingen unternahm eine Reise

"Wir wollen einmal Dresden im Advent sehen", wünschte sich die Gruppe der Gehörlosen, die zusammen mit mir die Jahresplanung für die Gehörlosenseelsorge in den Kirchenbezirken Geislingen und Göppingen erstellt. 16 Personen haben sich dann entschieden, die Studienfahrt nach Dresden anzutreten. Auch der taub-blinde Thomas Hauser war darunter. Ihn begleitete Frau Kuhn. Sie studiert Gebärdensprache und will sich auf die Arbeit mit taub-blinden Menschen spezialisieren.
 
Mit allen Sinnen hören
 
Mit Hilfe von Frau Kuhn konnte auch Thomas Hauser mit allen Teilnehmenden kommunizieren. Gehörlose Menschen lesen Gespräche von den Lippen ab. Nur ein Teil der Laute (etwa 30%) sind dabei eindeutig abzulesen, der Rest muss aus dem Zusammenhang kombiniert werden. Untereinander verständigen sich gehörlose Menschen in der Gebärdensprache. Handzeichen, Mimik und Körpersprache zusammen bilden eine vollständige Sprache, in der sie sich unbehindert verständigen können. Die deutsche Gebärdensprache (DGS) ist als eigenständige Sprache anerkannt. Taub-Blinde sind bei der Kommunikation ganz auf ihren Tastsinn angewiesen. Die Worte werden ihnen sozusagen in die Hand "geschrieben". Der Fachausdruck dafür heißt "lormen". Die Hände müssen also die Augen, die Ohren und die Stimme ersetzen.
 
Gehörloser schuf neue Zwinger-Krone

Unsere Stadtführerin war eine gehörlose Dresdnerin. Auf besonderes Interesse stieß die Auskunft: "Ein Gehörloser schuf die neue Krone auf dem Dresdner Zwinger". Sie berichtete: Beim Bombenangriff auf Dresden am 14. Februar 1945 wurde auch der Zwinger zerstört. Doch schon bald nach dem Krieg ging die Bevölkerung daran, ihre Stadt wieder aufzubauen. So kam es, dass auch eine Ausschreibung erfolgte, wer die Krone vom Kronentor des Zwingers nach alten Vorlagen neu schaffen könne. Der gehörlose Kupferschmied Alfred Hörnig aus Dresden vollbrachte das Werk. Einige Reiseteilnehmer konnten sich selbst noch gut an die Bombennächte in Dresden erinnern, die sie als Kinder in Kellern miterlebt hatten.

Natürlich besuchten wir auch den berühmten Striezelmarkt. Hier wurden der schöne Weihnachtsschmuck aus dem Erzgebirge bewundert und Dresdner Stollen gekauft. Thomas Hauser genoss die Gerüche und Düfte des Weihnachtsmarktes und wollte auch Dresdner Kaffeehausatmosphäre erleben. Wer noch nicht genug hatte, besuchte noch weitere Weihnachtsmärkte in der Stadt. Bei der Heimfahrt herrschte die einstimmige Meinung: Das waren schöne Tage. 

Der Alltag ist voller Hindernisse

Öfter wird gefragt: "Lohnt es sich überhaupt, für Gehörlose Angebote zu machen?" Meine Antwort: "Ganz klar!" Ungefähr jeder tausendste Mensch in Deutschland ist gehörlos. Die gehörlosen Menschen können nur eingeschränkt an der täglichen Kommunikation teilnehmen. Sie können Gesprächen nur schwer folgen, das Radio nicht benutzen und sind beim Fernsehen auf die wenigen Sendungen mit Untertitel angewiesen.

Nicht nur im Alltag, sondern auch im kirchlichen Leben sind gehörlose Menschen von der "normalen" Kommunikation ausgeschlossen. Sie sind zwar Mitglied der jeweiligen Kirchengemeinde ihres Wohnortes, doch eine Teilnahme an den Veranstaltungen und ein Mitfeiern der Gottesdienste ist für gehörlose und schwerhörige Menschen voller Hindernisse, mühsam und unbefriedigend. In den Kirchenbezirken Geislingen und Göppingen sind etwa 200 bis 300 Menschen gehörlos. Am evangelischen Gottesdienst in Gebärdensprache, der einmal im Monat gefeiert wird, nehmen durchschnittlich zwanzig Gehörlose teil. Er findet im Gemeindehaus der Oberhofengemeinde in Göppingen statt. Einen ökumenischen Gottesdienst in Gebärdensprache feiern wir alle zwei Monate in St. Johannes in Geislingen. Auch dazu kommen etwa 20 bis 30 Gehörlose.
 
Die aktuellen Termine der Gottesdienste und Veranstaltungen sind zu finden im Video-Text von SWR 3, ab Tafel 685 und im Evangelischen Gemeindeblatt für Württemberg.
 
Edeltraud Meyer ist Gehörlosen-Seelsorgerin in den Kirchenbezirken Geislingen und Göppingen 
 

Weiterführende Links
www.gehoerlosenseelsorge.de