Menschen begleiten und ihnen beistehen, die sich durch Krankheit oder Alter in einer kritischen Lebenssituation befinden, gehört zu den Kernaufgaben einer christlichen Gemeinde.
Für die Helfenstein-Klinik ist PfarrerVolker Weiß als Seelsorger zuständig. Er wohnt in Geislingen und ist vom Oberkirchenrat mit 50 % für die Klinikseelsorge beauftragt.
Pfarrer Volker Weiß
Oberböhringer Straße 5
73312 Geislingen (Steige)
Tel. (07331) 986 88 03
Bei Besuchswünschen oder wenn eine Abendmahlsfeier gewünscht wird oder wenn Sie als Angehörige mit ihm sprechen wollen, dann rufen Sie einfach an
oder wenden Sie sich an die Klinikpforte.
In der Helfenstein-Klinik ist sonntags um 9.00 Uhr Gottesdienst.
Zur katholischen Krankenhaus- und Altenheimseelsorge besteht ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis. Wir sind ein Team und arbeiten zusammen.
Klaus Hoof, ehemaliger Klinikseelsorger an der Helfenstein-Klinik Geislingen, berichtete der Bezirksynode Geislingen auf der Frühjahrstagung 2011.
Krankenhausseelsorge – Kirchlicher Dienst am nichtkirchlichen Ort
Erfahrungen, Probleme und Perspektiven“
(Zusammenfassung des Vortrags von Klinikpfarrer Klaus Hoof am 25.3.2011 in der Bezirkssynode Geislingen)
„In der Fremd- wie in der Selbstwahrnehmung der Kirche ist Seelsorge eine ihrer Kernkompetenzen. Will die Kirche nah bei den Menschen sein, ihnen Heimat und Identität und in Krisen zuverlässige Lebensbegleitung bieten, dann braucht ihr Handeln seelsorgerliche Qualität und Kompetenz.“ Das behauptet 2009 die EKD-Konferenz der Seelsorge-Verantwortlichen in den Gliedkirchen. Ihr Thesenpapier hat den schönen Titel: „Seelsorge – Muttersprache der Kirche“. Doch diese Muttersprache wird selten von der Öffentlichkeit wahrgenommen.
Krankenhausseelsorge ist mehr als Krankenseelsorge
Die z.T. großen Veränderungen und Entwicklungen in Medizin und Krankenhäusern, aber auch die pastoralpsychologisch und systemisch reflektierten Erfahrungen aus der Praxis der Krankenhausseelsorge haben Tätigkeitsbild, Anforderungen und Selbstverständnis der Krankenhausseelsorge verändert. Krankenhausseelsorge ist mehr als Krankenseelsorge.
Die Dienstordnung unserer Landeskirche für die Krankenhausseelsorge aus dem Jahr 1985 stellt fest: „Die Krankenhausseelsorge ist der besondere Dienst der Kirche an Patienten und Mitarbeitern im Krankenhaus. Er geschieht unbeschadet der Zuständigkeit der Kirchengemeinden und Kirchenbezirke im Auftrag der Landeskirche.“
Krankenhausseelsorge – Kirchlicher Dienst am nichtkirchlichen Ort
Das Krankenhaus ist ein komplexes System mit eigenen Zielen und eigenen Gesetzmäßigkeiten. In seinem Inneren gibt es ausgeprägte Hierarchien im ärztlichen, pflegerischen und verwaltenden Bereich mit entsprechenden Rollendifferenzierungen. Die fachlichen Kompetenzen, Kommunikationsabläufe und Weisungsbefugnisse sind genau festgelegt. Das Krankenhaus ist ein geschlossenes System mit eigener Philosophie und Sprache.
Gleichzeitig ist ein Krankenhaus auch ein offenes und außenorientiertes System. Es bezieht sich auf seine Umwelt, handelt „kundenorientiert“ im Blick auf die Patienten und steht in Konkurrenz zu anderen Krankenhäusern. Die Konkurrenz zu anderen Häusern zwingt jede Klinik, ihre verschiedenen Fachbereiche immer wieder neu durch externe Überprüfungen zertifizieren zu lassen, den Qualitätsstandard ständig zu verbessern.
In einer Klinik sammelt sich wie in einem Brennglas alles, was menschliches Leben bedroht. Fast alles, was unsere Gesellschaft im Positiven wie im Negativen bestimmt kommt hier vor. Die psychische und persönliche Belastung vor allem für die Ärzte und das Pflegepersonal ist durch die zahlreichen akuten Krisen und Ausnahmesituationen entsprechend hoch.
Seit über einem Jahrzehnt sind die Finanzzuweisungen der Krankenhäuser gedeckelt. Die jährlichen Steigerungen der Zuweisungen sind niedriger als die zu erwartenden Kostensteigerungen durch Lohnerhöhungen, Betriebskosten und notwendigen Ersatzinvestitionen. Der Sparzwang ist immens und erhöht den Arbeitsdruck auf die Mitarbeiter. Personal wird abgebaut, die Bettenzahl reduziert, trotzdem steigt die Zahl der Patienten, da die durchschnittliche Verweildauer erheblich verkürzt werden konnte.
Bedeutung und Herausforderung der Klinikseelsorge für das Selbstbild und Auftrag der Kirche
Beim Beobachten und Analysieren meiner Erfahrungen in der Krankenhausseelsorge sind mir sechs Punkte wichtig geworden, die einiges austragen für das Selbstverständnis unserer Kirche und für die
Haltung und die Art und Weise wie wir unsere Aufgaben tun.
1. Krankenhausseelsorge verkörpert eine hörende und präsente Kirche
„Seelsorge – Muttersprache der Kirche“. Was diese Sprache vor allem anderen auszeichnet ist paradoxerweise das Hören. Es geht um Empathie. Es gilt nicht nur mit den Ohren und dem Verstand zuzuhören, sondern mit dem ganzen Wesen präsent zu sein. „Empathie bedeutet ein respektvolles Verstehen der Erfahrungen anderer Menschen. ... Empathie tritt im Kontakt mit anderen Menschen nur dann auf, wenn wir alle vorgefassten Meinungen und Urteile über sie abgelegt haben“(M.B. Rosenberg). Die von der Empathie geforderte Präsenz in einem Gespräch aufzubringen, ist nicht einfach. „Die Befähigung, einem Leidenden die ganze Aufmerksamkeit zu schenken, kommt sehr selten vor und ist eine schwierige Angelegenheit; sie ist fast ein Wunder; sie ist ein Wunder. Fast alle, die denken, sie hätten diese Fähigkeit, haben sie nicht“(Simone Weil). Und Rosenberg beobachtet: „Statt einer empathischen Reaktion geben wir eher unserem Drang nach, Ratschläge zu geben oder zu beschwichtigen oder unsere Meinung darzulegen.“
Meine Erfahrung aus meiner Arbeit in den letzten Jahren im Krankenhaus ist: Durch diese Art des Hörens öffnet sich in Gesprächen ein heilsamer Raum, der Heilung fördert und in dem sich die Kraft des Evangeliums zeigt. Ich bin sicher, dass Jesus so mit Menschen umgegangen ist und dass daraus seine
heilende Kraft entsprang.
2. Krankenhausseelsorge verkörpert eine Kirche, die Menschen aufsucht, auch die, die nicht mehr im kirchlichen Umfeld zu Hause sind
In Krankenzimmern ereignen sich immer wieder– auch mit der Kirche fern stehenden Menschen - intensive Gespräche über den Sinn einer Krankheit oder den Wert von Erfahrungen, über die Bedeutung von tragenden Beziehungen oder den Schmerz über vertane Chancen im Leben, über bittere Gefühle des vom Leben bestraft worden und zu-kurz-gekommen-seins, oder über den Reichtum des Lebens und die Dankbarkeit für Erlebtes. In solchen Begegnungen erfahre ich als Theologe, wie wenig Antworten ich auf manche existentiellen Fragen zu geben vermag. Im besten Fall kann ich so etwas wie ein Geburtshelfer sein, durch den mein Gegenüber selbst einen Zugang zu seiner Antwort findet.
3. Krankenhausseelsorge verkörpert eine Kirche, die beim Leidenden ausharrt
Immer wieder geschieht es, dass es auf eine schlimme Krankheit keine Antwort gibt. Doch auch dann ist es noch möglich, da zu bleiben und das Leid des Kranken mit auszuhalten. Mehr ist oft nicht möglich und dann auch nicht nötig.
4. Glaubwürdigkeit der Kirche lebt von persönlichen Begegnungen
Aus der Arbeit der Krankenhausseelsorge kann die sich in einer Glaubwürdigkeitskrise befindliche Kirche neu lernen: Glaubwürdig sind persönliche Begegnungen mit Menschen, die zuhören, die keine besserwisserischen Ratschläge und Antworten geben, sondern ihre eigenen Lebensfragen und –krisen kennen, diese bearbeitet haben und bearbeiten und die dabei die Kraft des Evangeliums und des Glaubens erfahren haben. Aus dieser Beobachtung ergeben sich einige Konsequenzen für die innere Haltung und die äußere Attitüde mit der kirchliche MitarbeiterInnen ihren Dienst tun sollten.
5. Kirche ist dann wichtig, wenn sie sich existentiellen Fragen der Menschen stellt
Eine schwere Erkrankung wirft Menschen auf sich selbst zurück und auf die Grundfragen des Lebens. In dieser Situation erleben Menschen wie sich ihnen im Zuhören, in Gesprächen, im feiernden Vollzug von Gottesdienst und anderen religiösen Ritualen ein hilfreicher Raum für ihre Gefühle und Sehnsüchte öffnet. Diesen Dienst brauchen und erwarten die Menschen von der Kirche.
6. Krankenhausseelsorge erfährt: Kirche hat eine eigene Tradition, die trägt
Es ist beglückend zu erleben, wie die erfahrungsgesättigten Worte der Psalmen oder mancher Lieder eine Situation auffangen können und Worte dafür finden, wofür es noch keine eigenen Worte gibt. Unsere eigene christliche Tradition ist echt und trägt auch im Leid.
Keine kirchliche Selbstbehauptung, sondern Begegnen und Dienen
In der fast 2000jährigen Geschichte der Kirche war Kirche dann am glaubwürdigsten, wenn sie sich nicht mit sich selbst beschäftigt hat, sondern sich selbstvergessen denen zugewendet hat, zu denen Christus sich in erster Linie gesandt wusste: zu denen, die sich nicht mehr selbst helfen können; deren Existenz bedroht ist; die ausgegrenzt werden, die leiden.
Im Krankenhaus ist eine Kirche gefragt, die präsent und hörend beim anderen ist und ihm so hilft; sich selbst besser zu verstehen. Es geht nicht darum, theologische oder kirchliche Inhalte zu verbreiten oder zu verteidigen, sondern sich auf persönliche Begegnungen auf Augenhöhe einzulassen, da zu sein, sich Schicksalen und den aus ihnen erwachsenden Gefühlen, Bedürfnissen und Fragen auszusetzen.
Es geht um eine den Menschen dienende Kirche die – wie es im Weihnachtslied von Gott heißt – die sich als Mensch den Menschen darstellt. In solchen Begegnungen stoßen wir immer wieder auf Gott. Und wenn sich das ereignet, da kann es sein, dass andere uns das abspüren und neugierig werden auf einen Gott, der nicht hoch oben im Himmel, sondern tief unten bei ihnen zu finden ist.
Eine solche Kirche hat Perspektive. Seelsorge ist ihre Muttersprache.
Weitere Informationen:
Der ausführliche Bericht von Pfarrer Klaus Hoof über die Krankenhaus-Seelsorge
klaus.hoof@web.de
Mit Blaulicht
und Martinshorn
haben sie mich abgeholt.
Angeschlossen
an die teuersten Maschinen,
versorgt
mit den besten Medikamenten,
abgesichert
durch die Leistungen der Kasse,
so vergehen meine Tage,
einer wie der andere,
ohne Freude,
ohne Hoffnung.
Ich gehe hier nicht
vor die Hunde.
Ich werde aufgepäppelt,
aufgebaut,
aufgerichtet,
zusammengeflickt,
geschraubt, genäht,
neu eingestellt,
und doch:
Ich habe keinen Menschen,
der mich liebt.
Heinz-Günter Beutler-Lotz
"Ich habe keinen Menschen …"
Seelsorge an Kranken heißt, da zu sein, wieder zu kommen und spürbar zu machen, dass niemand ganz allein ist.
Solch eine ganz und gar hoffnungslose Klage – "Ich habe keinen Menschen" - sollte nach Gottes Willen kein Mensch aussprechen müssen - nicht im Alltag und auch nicht im Krankenhaus. Im Johannes-Evangelium Kapitel 5, Vers 7, sagt ein Kranker zu Jesus (eben) diesen verzweifelten Satz: "Herr, ich habe keinen Menschen, keinen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, an den Teich trägt."
Nun können wir im Krankenhaus zwar nicht wie Jesus alle Menschen heilen, auch wenn wir uns das mitunter sehnlichst wünschen! Wohl aber können wir in der Seelsorge und als gemeinsames Team von Pflegenden, Ärzten und vielen anderen Mitarbeitenden dafür sorgen, dass niemand sagen muss: "Ich habe keinen Menschen."
Existenzielle Ängste
Wenn ein Mensch krank wird, löst das oft einen krisenhaften Prozess aus. Krankheit kann dabei ein akutes, chronisches oder unfallbedingtes Leiden sein und viele Dimensionen seines Lebens betreffen.

Da ist zunächst die körperliche Schwäche und seelische Erschütterung. Damit verbunden ist Schmerz, Hinfälligkeit und Bedürftigkeit. Kranke erleben Ohnmacht, Angst und Trauer. Meistens kommt dazu der Verlust an Spielraum und die Einschränkung der gewohnten Freiheit, so dass Kranke sich ihrer gesunden Umgebung gegenüber ausgeschlossen fühlen. Die Einschränkungen und Leiden können dazu führen, dass Menschen sich völlig hilflos fühlen. Ihr Selbstwertgefühl ist bedroht und beeinträchtigt, sie sind der Krankheit ausgeliefert, den fremden Menschen und medizinischen Apparaten. Manchmal haben Patienten seit ihrer Kindheit eine solche Abhängigkeit nicht mehr erlebt und empfinden es als schier unerträglich, auf andere angewiesen zu sein, sich etwa nicht selbst waschen zu können oder warten zu müssen, bis jemand den Topf bringt.
Krankheit kann auch in religiös-existentieller Hinsicht bedrohen. Man wird sich der Ungesichertheit und Verletzbarkeit der eigenen Grenzen und seiner Endlichkeit bewusst.
Die Frage nach Sinn oder Schuld taucht auf. Das bisherige Sinngefüge und oft auch das Gottesverständnis geraten ins Wanken. "Warum gerade ich?", "Wo ist Gott?", "Was habe ich verbrochen, dass er mich so straft?", oder "Straft er mich gar nicht, aber wo ist er dann jetzt, wenn es mir so schlecht geht?"
Wie können wir die scheinbare Verborgenheit Gottes aushalten und doch wieder spüren, dass gerade in den schwersten menschlichen Tiefen Gott ganz nahe ist? Gerade vielleicht der Gott im Antlitz des leidenden Sohnes, der selbst die Todesangst durchlitten, aber eben auch überwunden hat?
Die Last mittragen
Gottesdienste, Andachten, Abendmahlsfeiern oder Krankenkommunion werden im Krankenhaus gefeiert. Und oft stärkt und ermutigt ein Gebet oder Segenswort die Patienten, das durchzustehen, was auf sie zukommt.
Oft werden Krankenhaus-Seelsorgerinnen von Pflegenden oder Ärzten gerufen, mitunter melden sich die Patienten oder ihre Angehörigen auch selbst und bitten um ein Gespräch. Manchmal finden Begegnungen statt, wenn man von Zimmer zu Zimmer geht oder wird nach Andachten oder Gottesdiensten angesprochen.
Schlimme Diagnosen können leichter mit Außenstehenden besprochen werden, als mit den Menschen, die einem nahe sind. Mitunter gilt es auch, die Angst vor der Operation zu bewältigen, miteinander zu beten, dass Gott nun besonders die Last mit tragen und ganz nah sein möge. So kann das Kommende vertrauensvoller erwartet werden.
Immer wieder brauchen uns auch die Angehörigen, die ja auch verunsichert und belastet sind. Bisweilen gilt es auch, die letzte Lebensphase des Kranken miteinander durchzustehen und einen würdigen Abschied zu ermöglichen.
Da im Karl-Olga-Krankenhaus viele ältere Patienten sind, kommt es häufig vor, dass wir mit ihnen überlegen, was es heißen könnte, wenn man nach dem Krankenhaus-Aufenthalt nicht mehr selbständig zu Hause sein kann, sondern ins Pflegeheim gehen muss. Wie findet man einen Weg aus dieser Krise in den möglichen Neuanfang, der gerade im hohen Alter unendlich viel Mut und Gottvertrauen braucht und wer steht einem dabei zur Seite?
Ausbildung tut Patient und SeelsorgerIn gut
In der Krankenhausseelsorge sind Pfarrerinnen und Pfarrer tätig (auf katholischer Seite Priester oder Pastoralreferentinnen), die von der Landeskirche eingesetzt werden, unabhängig davon, ob es ein kirchliches oder städtisches Krankenhaus ist. Wie in der Gemeindeseelsorge wird auch im Krankenhaus das Seelsorgegeheimnis gewahrt.
Voraussetzung für die Krankenhaus-Seelsorge ist eine Klinische Seelsorgeausbildung (KSA) in der man ganz speziell für diese Aufgabe im Krankenhaus mit Gesprächsanalysen, Rollenspielen, liturgischen Fragen, Predigten oder medizinisch-ethischen Fragestellungen ausgebildet wird. Im Blick auf die eigene Seele ist es wichtig, gemeinsam zu lernen, wie man das Erlebte verkraftet und innerlich heil bleibt. Gut ist auch eine zusätzliche therapeutische Ausbildung – ich selbst habe zum Beispiel eine Gestalttherapeutische Ausbildung, meine katholische Kollegin eine Zusatzausbildung in systemischer Familientherapie. Nicht dass man wirklich intensiv therapeutisch mit den Patienten arbeiten kann, dafür sind sie in der Regel viel zu kurz da, aber eine solche Ausbildung kommt einem selbst und auch den Patienten zugute. Besonders in schweren psychischen Belastungssituationen, zum Beispiel schwere Krebserkrankung, Depression oder Suchtproblematik, versuchen wir, eine anschließende Therapie zu vermitteln.
Wir arbeiten für die Patienten auch eng mit dem Sozialdienst, den Brückenschwestern und den Pflegenden zusammen oder weisen auf die Möglichkeit von Sitzwachen hin. Auch für die Mitarbeitenden des Hauses sind wir ansprechbar bei persönlichen Krisen und in den belastenden Situationen ihrer Arbeit.
In vielen Krankenhäusern leiten die Seelsorger und Seelsorgerinnen auch ethische Arbeitskreise oder arbeiten in Ethikkomitees mit oder in der Fortbildung.
Begleitung auf dem Weg der Krankheit
Krankenhausseelsorger und -seelsorgerinnen gehen auf dem schweren, so verunsichernden Weg in der Krankheit mit. Es ist ein Mitgehen im "Unterwegs-Seins" von Menschen, in einer Etappe ihres Lebensweges, auf der sich die Lebenserfahrung vertieft und intensiviert.
Krankenhausseelsorgerinnen suchen gemeinsam mit den Kranken nach Hilfen zur Bewältigung der Situation. Sie ermutigen ausdrücklich zum Klagen, zum Reflektieren, zum Entwirren und Aussprechen der vielerlei Gefühle.
In ganz schweren Momenten kann dies auch bedeuten, einfach nur da zu sein und das Dunkel mit auszuhalten. Hilfe heißt, dass man da bleibt und wieder kommt und spürbar macht, dass niemand ganz allein ist.
Wichtig ist zu trösten und neue Hoffnung aufspüren, auch schöne Erinnerungen wieder zu wecken und zu stärken und eigene Kraftquelle neu zu entdecken. Und immer wieder gilt es, Hoffnungsbilder vor Augen zu bringen - eigene und unsere christlichen Hoffnungsbilder durch ermutigende Geschichten und Worte der Bibel.
"Ich habe einen Menschen und erfahre einen Gott, der mir ganz nah ist". Wenn wir das miteinander erleben, dann ist das für mich die schönste Erfüllung meiner Aufgabe. Und es gibt ein Lied in unserem Gesangbuch, das für mich die Dimensionen unserer Arbeit im Krankenhaus am besten beschreibt und unsere gemeinsame Bitte an Gott formuliert:
"Bewahre uns Gott, behüte uns Gott,
sei mit uns auf unsern Wegen.
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen".
EG 171, 1-4
Claudia Krüger
ist Klinikseelsorgerin
am Karl-Olga-Krankenhaus in Stuttgart
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Pfarrerin Claudia Krüger