Pflege- und Altenheime

Im Geislinger Kirchenbezirk gibt es mehrere Pflege- und Altenheime.
 
Die zuständigen Seelsorgerinnen und Seelsorger stellen sich mit Ihnen den Begrenzungen des Lebens und suchen mit Ihnen - gleich in welcher Lebensphase - nach Kräften und Möglichkeiten, welche das Leben fördern und Zukunft eröffnen. Grundlage ist ein ganzheitliches, aus der Bibel geschöpftes Menschenbild.
 
 
In den Heimen des Samariterstiftes in Geislingen ist Pfarrerin Brgit Endersl 2007 als Seelsorgerin tätig. Sie hat einen 50 %- Dienstauftrag. 
 
Frau Pfarrerin Birgit Enders ist erreichbar unter der Telefonnummer:
(07334) 5273.
 
 
Gottesdienst ist im wöchentlichen Wechsel mit der katholischen Kirche.
 
Im Samariterstift Geislingen vierzehntägig, sonntags um 10.15 Uhr
In den Bronnenwiesen Geislingen wöchentlich freitags, 16.30 Uhr
 
Zu den Gottesdiensten sind auch die Angehörigen eingeladen.


Einführung von Birgit Enders als Pfarrerin für die Heime

In dem Festgottesdienst am 17. Juli 2011 zum 15-jährigen Bestehen des Samariterstiftes in Geislingen wurde Birgit Enders von Dekanin Gerlinde Hühn eingeführt in das Amt der Pfarrerin für die Heime.

In diesem Gottesdienst hielt sie nachstehende Predigt:
 
 

Liebe Gemeinde!
 
2 Texte der Heiligen Schrift möchte ich an diesem Festtag auslegen. Zum einen das Gleichnis vom barmherzigen Samariter – sie haben’s in der Schriftlesung gehört -  zum andern 2 Verse des 73. Psalms, die wir miteinander gebetet haben.
 
Zum ersten: das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Es passt für die 26.205 Einrichtungen der Diakonie in unserem Land; eine davon, die in Aalen, wurde kürzlich von Ministerpräsident Kretschmann besucht. Nicht zuletzt verdankt die Samariterstiftung diesem prägnanten, realistischen, an der Tat orientierten Gleichnis ihren Namen. Das heißt die Wirkungsgeschichte von Jesu Gleichnis und Lebensanschauung reicht bis in die Gegenwart, und sie eröffnet Zukunft.
In einem interessanten Vortrag von Uwe Breuninger, Diplomsoziologe und leitender Referent Altenhilfe und Angela Krohner, Leiterin des Hauses am Österberg in Tübingen wird das christlich-biblische Leitbild der Diakonie und somit der Samariterstiftung deutlich: “Bei unserer Arbeit mit alten und behinderten Menschen geht es neben der fachlichen Erbringung von Hilfeleistungen immer auch um die Qualität menschlicher Beziehungen, die sich in bestimmten, vom christlichen Glauben geprägten Haltungen und Einstellungen entfaltet. Der Blick für den einzelnen Menschen, seinen Wert und seine Würde, seine Lebensphase spiegelt etwas wieder vom liebenden Blick Gottes, wie er im abschließenden Segen eines jeden Gottesdienstes erbeten wird: Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir…Wir bleiben unabhängig von Lebensumständen und unserer Leistung gehalten von Gottes Liebe. Die Einrichtungen der Samariterstiftung wollen Orte sein, wo die Menschenfreundlichkeit Gottes spürbar wird.“
Zurück zu unserem Gleichnis. Ich hatte gesagt: es ist prägnant realistisch, an der Tat orientiert. Prägnant wegen seiner Eindrücklichkeit, realistisch, denn ein Priester, der die Straße hinab zog, ging vorüber, ebenso ein Levit, ein Tempeldiener. Sie merken, liebe Gemeinde, die, die von Berufs wegen, professionell, in der Tat helfen müssten gehen vorüber, haben keine Zeit, andere Termine, Wichtigeres zu erledigen. Das war damals so, das ist heute so. 2011: e-Mails, Post, Telefonate, Patientenberichte, Besprechungen, finanzielle Kalkulationen… etc… ppp warten auf Erledigung. Jeder in der Samariterstiftung Angestellte weiß ein Lied davon zu singen. Da übersieht man schon mal die alte Frau, die dringend ein Gespräch bräuchte, nicht immer freilich, aber hin und wieder. Die Spannung des Zeitdrucks in Leitung und Pflege auszuhalten ist nicht immer ganz einfach und erfordert klare Prioritätensetzung.“ Auf gesellschaftspolitischer Ebene ist dies zu hinterfragen, das sich bei vielen Bürgern ein Versorgungsdenken auf hohem Niveau herausgebildet hat. An die Stelle des Versorgungsstaates sollte der aktivierende Sozialstaat treten, in dem Bürger und Organisationen Aufgaben übernehmen können.“( Uwe Breuninger) Dem Samariterstift und dem Bürgertreff in Geislingen ist dies gelungen. Zahlreiche Ehrenamtliche auf kommunaler, kirchlicher und rein menschlicher Ebene handeln aus Eigeninitiative – ich bleibe im biblischen Bild – um Barmherzigkeit, Herzenswärme weiterzugeben. Sie engagieren sich, um zu helfen, um Lebensqualität zu erhalten und zu fördern. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter auf kirchlicher, städtischer, menschlicher Ebene ergänzen einander und brauchen einander. Da ist keiner mehr oder weniger wert. Jeder hat seinen Platz und seine Aufgabe.
Jeder – so lege ich innerseelisch kühn aus – handelt mal seinem Mitmenschen gegenüber wie der Priester und der Levit und geht vorüber und jeder handelt mal seinem Mitmenschen gegen über wie der barmherzige Samariter und hilft.
Wichtig ist in dieser Geschichte auch: der Samariter kennt und achtet seine Grenzen an Nächstenliebe. Er verarztet den Verwundeten, bringt ihn in eine Herberge und pflegt ihn. Am nächsten Tag delegiert er die Pflege, weil er weitergehen muss. Das heißt er pflegt, fürs Pflegeheim, für Angehörige ausgelegt, eben nicht bis zur eigenen Erschöpfung. Er hat nicht wie viele Angehörige ein schlechtes Gewissen, dass er dem Wirt – dem Pflegeheim – die Pflege anvertraut.
Immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft, besonders in sozialen Berufen, leiden in Deutschland an Burnout. Deswegen ist es wichtig, die Nächstenliebe nicht über die Selbstliebe zu stellen und sich selbst Oasen der Ruhe, des Ausgleichs zu gönnen. Die Nächstenliebe sollte auch nicht die Quelle für die Selbstliebe sein, sprich: ich bin nur dann etwas wert, wenn ich möglichst vielen anderen helfe.
Wertvoll sind wir, weil Gott uns mit liebenden Augen ansieht. Wertvoll sind wir, weil andere Menschen uns mit liebenden Augen ansehen. Wertvoll sind wir, weil wir uns selbst mit liebenden Augen ansehen. Die Quelle für die wunderbare Weisung des höchsten Gebots ist die Liebe von Gott zu uns, ist die Liebe, die Menschen in Kindheit, Jugend und Erwachsenen- alter empfangen haben.
Die Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst ist auch die Liebe zum Leben. Diese Liebe zum Leben fällt vielen alten Menschen in den Alten- und Pflegeheimen schwer. Das Gefühl: “ich bin zu nichts mehr nütze“ haben viele. Es kommt durch unsere Gesellschaft, in der sich viele nur über Arbeit und Leistung definieren. Auf der anderen Seite genießen auch viele die zahlreichen und abwechslungsreichen Angebote im Heim. Die Empfindung, verehrte Heimbewohner, zu nichts mehr nütze zu sein ist verständlich, aber die Botschaft des Gleichnisses widerspricht dem. Barmherzigkeit üben, Gott, den Mitmenschen und sich selbst lieben kann man als alter Mensch auch im Heim, indem man den Nächsten im Speisesaal, der schreit, ruft oder schmatzt aushält, erträgt, ja mehr noch sich ihm zuwendet. Sich selbst lieben kann man auch im hohen Alter, indem man seine nachlassenden Kräfte, seine Schmerzen annimmt, aushält und dennoch das Beste aus seiner Situation macht.
Wir sind beim dennoch angelangt, mit dem der 23. Vers des 73. Psalms beginnt. „Dennoch bleibe ich stets an Dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach Deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.“
 In unserem evangelischen Kirchenbezirk Geislingen ist das Buch der Psalmen, Sie haben’s vielleicht der Presse entnommen, dieses Jahr theologisches Schwerpunktthema. Bevor ich den Text für die Gegenwart, für die Situation Altenheim und Mehrgenerationenhaus auslege, informiere ich sie kurz über den historischen und theologischen Hintergrund des Psalms.
Der Psalmbeter leidet unter der Anfechtung, dass es den sogenannten Gottlosen gut geht und ihm selbst nicht. In Vers 12ff heißt es: “Siehe, das sind die Gottlosen, die sind glücklich in der Welt und werden reich …ich bin doch täglich geplagt… soll es denn umsonst gewesen sein, dass ich mein Herz rein hielt… so sann ich nach, ob ich’s begreifen könnte, aber es war mir zu schwer.“

Die Formulierung die Gottlosen, ja der Hass auf die Gottlosen ist für uns heute unverständlich. Er lässt sich historisch erklären. Durch den politischen Zusammenbruch des Volkes Israel 587 vor Christus und die Zerstörung des Tempels bedingt trat eine Scheidung im Volk Israel ein zwischen den frommen, die sich an den Gottesdienst, an das Gesetz, an die Gebote des frommen Wandels gebunden fühlten und den anderen, die sich nicht mehr daran hielten. „Es spricht der Tor in seinem Herzen, es ist kein Gott.“
 Es wirkt beim Lesen der ganzen Psalmen, die sich mit den Gottlosen auseinandersetzen so, als hätten die Frommen eine anmaßende Selbstgerechtigkeit, aber diese Psalmen spiegeln das Ringen um das Überleben der einen Gruppe wieder, die sich an Gott und sein Wort hielten angesichts übermächtiger Gegner.
Der Psalmbeter ringt sich im Laufe des 73. Psalms dazu durch, dennoch bei Gott zu bleiben, auch wenn er es oft schwer hat und die anderen allem Anschein nach nicht.
Durch die Klage hindurch findet er wieder Zuversicht Dies, verehrte Anwesende, ist ein typisches Merkmal der Psalmen. Die zu Gott beten, schütten, ja schreien all ihren Jammer, all ihre Trostlosigkeit, all ihre Anfechtungen, all ihre Schmerzen hinaus.
Sie sind gewiss: Gott wird das hören. Gott wird mich erhören und meine Klage in einen Reigen verwandeln. Sie sind gewiss: “die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.“
Beten, liebe Gemeinde, verändert den betenden Menschen. Aus der Tiefe, ja aus der Untiefe der Klage keimt die Saat der Zuversicht, des Vertrauens, des Glaubens und wächst zum Bekenntnis: „Dennoch bleibe ich stets an dir…“
Die Psalmen wollen uns beim Beten mit auf diese grüne Aue der Zuversicht nehmen.
Aber diese Zuversicht, dieser Glaube ist ohne Anfechtung, ohne Klage, ohne Schmerzen nicht zu haben. “Und mit 1000 neuen Wehn fühlt ich mir eine Welt entstehn:“ So Goethe.
 
 
Ich komme zur Situation Alten- und Pflegeheim und Mehrgenerationenhaus. “Obwohl ich 1000 mal lieber in meiner eigenen Wohnung geblieben wäre, obwohl ich eigentlich nicht mehr leben will, weil ich schon so alt bin, obwohl mein Haus finanziell fürs Pflegeheim draufgeht und ich das Geld lieber den Kindern vererbt hätte, obwohl ich Schmerzen habe bleibe ich dennoch bei dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Mögen sie, liebe Heimbewohner, bei Gott bleiben, denn er hält sie, obwohl nicht alles so ist, wie Sie es sich gewünscht hätten. Bonhoeffer: “Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen.“
Das Gleiche gilt für die haupt- und ehrenamtlich Tätigen, für die Politiker, die die Einrichtung des Mehrgenerationenhauses finanziell und personell unterstützen, für alle, die Geld investieren. Obwohl meine Zeit knapp ist, obwohl die finanziellen Mittel oft knapp sind, obwohl die Konkurrenz groß ist, obwohl manche Menschen im Heim die Vollversorgung und das Angebot nicht so zu schätzen wissen, wie ich es mir wünsche, bleibe ich stets an Dir, denn Du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat.
Die Formulierung „und nimmst mich am Ende mit Ehren an“ macht deutlich, dass die Verbundenheit mit Gott auch durch den Tod nicht zerstört werden kann. Damit ist nicht der Glaube an die Auferstehung im Alten Testament schon voraus genommen. Es ist nur gesagt, dass die Verbundenheit mit Gott durch den Tod nicht zerstört werden kann. Irgendeine Jenseitsvorstellung ist für diese Gewissheit im Psalm 73 unnötig.
Möge Gott uns alle nach seinem Rat leiten und uns am Ende mit Ehren annehmen.

Das Sein mit Gott, liebe Gemeinde, ist nicht ein Ausweichen in ein Jenseits. Das Sein mit Gott gilt täglich, gilt existentiell in diesem Leben, und es gilt über den Tod hinaus. Das Sein im Himmel kann nicht mehr oder anderes sein als das Sein mit Gott. Der Gegensatz diesseits – jenseits wird hier aufgehoben und an seine Stelle tritt der Gegensatz mit Gott – ohne Gott.
So mögen wir mit Gott sein, leben, wirken von nun an bis in Ewigkeit.
 
Amen.
 


Pflegeheim Bronnenwiesen in Geislingen

Das neue Pflegeheim des Samariterstiftes in den Bronnenwiesen in Geislingen, direkt neben der Martinskirche

Das neue Pflegeheim des Samariterstiftes in den Bronnenwiesen in Geislingen, direkt neben der Martinskirche

In Altenstadt hat die Samariterstiftung direkt hinter der Martinskirche eine dritte diakonische Pflegeeinrichtung in Geislingen im September 2007 eröffnet.

 
Schon  als das Samariterstift Geislingen geplant wurde, war klar, dass man auch für den Stadtteil Altenstadt ein Pflegeheim will. Die Bronnenwiesen waren dann als einziger möglicher Standort in besonders zentraler Lage ausgewählt worden. Auf der Grundlage eines städtebaulichen Wettbewerbs, der im Frühjahr 2002 endete, wurde dann das ausführende Architekturbüro ausgesucht.
Anders als im Samariterstift gibt es einen beschützten Bereich für demenziell erkrankte Bewohner. Und die Form der stationären Versorgung wurde weiterentwickelt.
Gleich zum Samariterstift Geislingen ist die Intention ein offenes Haus zu führen, wo die unterschiedlichsten Menschen ins Haus kommen, eben auch solche, die nicht direkt einen Besuch im Pflegeheim machen. Auch gibt es eine Begegnungsstätte.
 
 


Pflegeheim Bad überkingen

Im Pflegeheim Bad Überkingen ist
 
Pfarrer Dr. Karl-Heinz Drescher-Pfeiffer
Frauenbergstraße 18
73337 Bad Überkingen
Telefon (07331) 63618
 
zuständig.
 
Zu den Gottesdiensten freitagnachmittags um 15.30 Uhr  sind auch die Angehörigen eingeladen.