Geislingen wird zum 4. Mal Gastgeber des Gustav-Adolf-Festes

Es ist das vierte Mal, dass Geislingen als gastgebender Kirchenbezirk das Gustav-Adolf-Fest ausrichtet. Von den bisherigen Festen berichtete die Presse ausführlich und die Begeisterung für diese Feste ist heute noch herauszulesen:
 
 
Die „Schwäbische Chronik“ berichtete vom Fest 1895 am 18. Juli 1895:

„Der heutige eigentliche Festtag, dem ein nicht weniger herrlicher und freundlicher Sonnenschein wie gestern geleuchtet hat, wurde schon um 6 Uhr eingeläutet und durch abblasen der Choräle „Ein feste Burg ist unser Gott“ und „Nun lob mein Seel den Herren“ zwar nicht vom Turme der Kirche, aber vom „Lindle“ aus gar festlich eingeweiht. Um 9 Uhr bewegte sich der Festzug durch die Straßen der reich geschmückten Stadt und durch einen herzerquickenden Menschenfrühling von Spalier bildenden Kindern vom Schulplatz zur Kirche, in der der Gottesdienst mit dem Gesang des Lieds: „Lobe den Herrn o meine Seele“ begann. Nach einem ansprechenden  Altargottesdienst, geleitet von Dekan Dr. Bacmeister und verschönt durch Gesänge des Kirchenchors, hielt Konsistorialrat D. Reichart von Posen eine biblisch kräftige, evangelisch mutige, nach Form und Inhalt gediegene, in bestem Sinn des Wortes erbauliche Predigt über Hebr. 12,1-3. … Um 12 Uhr wurde der Gottesdienst mit Gebet und Gesang beendet. Um 1 Uhr begann das Festessen in den beiden Gasthöfen zur Sonne und zur Post. … Der Berichterstatter schließt mit einer Äußerung eines Geislinger Bürgers, die ihm beim Weggehen noch gar zu lieblich in’s Ohr geklungen: „ein Fest von solcher Vollkommenheit habe ich noch nie gefeiert!“. Es wird allen Teilnehmern in angenehmer und gesegneter Erinnerung bleiben.“
 
 
Die Geislinger Zeitung schrieb über das Gustav-Adolf-Fest im Juli 1922:

„Nach dem Festgottesdienst vereinigte sich eine Schar von 50 bis 60 Teilnehmern im Saal zur Sonne zum einfachen aber gut bereiteten gemeinsamen Mahl. Unter die lebhafte Unterhaltung erklang mancher guter Festspruch. Dekan Aichelin sprach auf die ev. Kirchenregierung u. rühmte deren Fürsorge auch für den Bezirk Geislingen. In launiger Rede erwiderte Generalsuperintendent Prälat Planck von Ulm und wünschte dem ihm besonders werten Bezirk Segen in Haupt und Gliedern. Stadtschultheiß Harrer gedachte dankbar in unserer Zeit des gegenseitigen Misstrauens der friedlichen Arbeit des Gustav-Adolf-Vereins, dem es in seinem Teil gelingen möge, an der Versöhnung der Gegensätze mitzuarbeiten. Noch sprachen Herren Prälat Dr. Hoffmann von Stuttgart und Pfarrer Baßler von Gingen Worte des Dankes, der erstere für die wohltuende Aufnahme in der Feststadt und alle in Wort und Tat erwiesene Liebe, der letztere für all die innere Stärkung und Belebung, welche die Redner aus nah und fern, aus Heimat und Diaspora gegeben hätten. … Solch ein Fest, wie es das Jahresfest des Gustav-Adolf-Vereins war, wird nicht ohne Spuren bleiben. Wie man heute noch von dem Fest vor 27 Jahren spricht, so wird es von dem im Jahr 1922 sein.“
 
 
Über das dritte Gustav-Adolf-Fest in Geislingen schrieb die „Stuttgarter Zeitung“ am 22. Juni 1965:

„Lehrmeister der Kirche. Das Gustav-Adolf-Fest zum dritten Male in Geislingen – Gäste aus fünf Nationen.
In Geislingen, der Fünftälerstadt am Nordrand der Schwäbischen Alb, hat am Wochenende das Württembergischen Gustav-Adolf-Werk seine 122. Jahresversammlung abgehalten. Hohe kirchliche Würdenträger aus fünf Nationen, Politiker und zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens haben an der Versammlung teilgenommen, die unter dem Leitwort „Gesandt in die Welt“ stand. Auch aus der österreichischen Diaspora waren viele Gäste gekommen, ferner aus Schweden, Holland und sogar aus Südamerika. Das Fest hat in den letzten siebzig Jahren zum dritten Male in Geislingen stattgefunden.
Hauptfesttag war wie immer der Sonntag, der mit Kurrendeblasen der Posaunenchöre, einem Abendmahlsgottesdienst in der Stadtkirche sowie Gottesdiensten mit Gastpredigern in allen Kirchen der Stadt und des Bezirks begann. In der Mittagsstunde versammelte eine öffentliche Kundgebung im Stadtpark nahezu zehntausend Menschen. Außer dem Vorsitzenden des Gustav-Adolf-Werkes in Württemberg, D. Dr. Eichele, sprach der berlin-brandenburgische Landesbischof D. Dr. Dibelius, der zuvor in der überfüllten Stadtkirche gepredigt hatte.
Am Samstagnachmittag war das Gustav-Adolf-Fest mit dem Eröffnungsgottesdienst in der Stadtkirche eingeleitet worden, bei dem Prälat Rieß predigte. Bei dem Abend der Jugend stellte sich die weltweite Diaspora in Liedern und in einem Bericht aus Brasilien vor; eine Spielgruppe bot das Hörspiel „Noah“ dar.“

Geislingen wird zum 4. Mal Gastgeber für das Gustav-Adolf-Fest

Das Gustav-Adolf-Fest 1965 in Geislingen mit der großen Zusammenkunft im Stadtpark