Ein weltumspannendes Gebet für Gottes Schöpfung

Pfarrerin Yasna Crüsemann


„Surinam -wo liegt denn das?“ fragen manche, wenn sie hören, woher der Weltgebetstag in diesem Jahr kommt. Jedes Jahr bereiten Frauen aus einem anderen Land eine Liturgie vor, die am ersten Freitag im März weltweit in mehr als 120 Ländern ökumenisch gefeiert wird. In diesem Jahr sind es die Frauen aus Surinam, die uns zu informiertem Beten und zum betenden Handeln einladen.  Sie geben uns Einblicke in das kleinste unabhängige Land Südamerikas, in dem nur 540 000 Menschen leben und das einst den niederländischen Kolonialherren im Tausch gegen „New Amsterdam“ – dem heutigen New York – gegeben wurde.  

 


Surinam zeichnet sich heute durch eine Vielfalt an Völkern, Kulturen und Religionen aus. Menschen aus fast allen Erdteilen leben hier friedlich miteinander.  Auf diesen „Moksi“, sind die Menschen in Surinam stolz. „Moksi“ bedeutet so viel wie Mischmasch. Zugleich heißt es aber auch: „gemeinsam“. Gemeinsam machen die Frauen auf die Schönheit ihrer Natur, Gottes Schöpfung aufmerksam. Auch die Natur Surinams ist „moksi“. Sie ist vielfältig und bunt wie die Regenwälder, die den größten Teil des Landes bedecken und wie die Früchte der Erde, die es dort gibt.


„Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ sagen die Frauen aus Surinam. Sie laden uns mit dem Thema des diesjährigen Weltgebetstags ein, für die wunderbare Schöpfung Gottes zu danken, zu beten und uns gemeinsam für ihren Schutz einzusetzen. Denn auch in Surinam ist die Schöpfung bedroht. Der Reichtum an Rohstoffen und Bodenschätzen ist oft mehr Fluch als Segen. Der Abbau von Rohstoffen wie Bauxit und Gold hinterlässt schwere Schäden. Quecksilber vergiftet 70-100% der Kinder und schwangeren Frauen in den Goldabbaugebieten. Es führt zu Schädigungen der Organe und des Gehirns. Kinder können nicht gut wachsen und lernen. Der Raubbau an der Natur nimmt stetig zu. Dazu trägt der wachsende Bedarf an Gold in unseren Ländern des globalen Nordens bei, während dort eine ökologische und menschliche Katastrophe droht. Beten und handeln wir gemeinsam mit den Frauen in Surinam! Sie fordern, dass Gesetze zum Schutz der Menschen eingehalten werden, dass alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, dass wir „gemeinsam in unserem Alltag konkrete Wege gehen, um die Schöpfung zu bewahren. Lasst uns unsere Regierungen, Kirchen und Familien in die Pflicht nehmen, die Erde für zukünftige Generationen zu schützen.“ Oder wie Papst Franziskus betet: „Heile unser Leben, damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber, damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung.“

 


Pfarrerin Yasna Crüsemann, Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung in der Prälatur Ulm

 


Info:
In Geislingen beginnt der Weltgebetstag am 2. März 2018 um 15.00 Uhr im katholischen Gemeindehaus St. Maria mit Länderinformation, Kaffee und landestypischen Süßspeisen. Gottesdienst ist um 16.00 Uhr in der Kirche St. Maria, Überkinger Straße. Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche - alle sind dazu eingeladen!


Seit über 100 Jahren gibt es die Weltgebetstagsbewegung.  Heute feiern Menschen in über 120 Ländern weltweit immer am ersten Freitag im März den Weltgebetstag. Der Gottesdienst wird jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet. Nicht nur die Schreiberinnen des Gottesdienstes gehören verschiedenen christlichen Konfessionen an. Auch die Frauen vor Ort arbeiten in ökumenischen Gruppen zusammen. In unzähligen Gemeinden in ganz Deutschland organisieren und gestalten