Freude an Ostern und Freude an der Schöpfung!

© Evangelischer Kirchenbezirk Geislingen

Pfarrer Georg Braunmüller



Liebe Leserin, lieber Leser,


in dieser Woche ist passend zum Kirchenjahr der Frühling mit viel Sonne und viel Blühen eingekehrt.
Die dritte Woche nach Ostern wird in den evangelischen Kirchen mit dem Wort aus 2. Korinther 5, 17 überschrieben: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“


Ostern bedeutet einen Neuanfang. Das Grab ist leer! Gott hat seinen Sohn zu neuem Leben auferweckt. Es ist kaum oder nicht zu fassen. Der Tod ist besiegt. Der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern Gott ruft neu ins Leben. Gott lässt Neues werden.


Es beginnt ganz unscheinbar und leise. Die Frauen haben im leeren Grab die Engel gesehen und sie sagten: „Jesus ist nicht hier. Er ist auferstanden!“ Vor Schreck liefen die Frauen weg und erst Tage später begriffen, bzw. ahnten sie, dass etwas völlig Neues begonnen hatte. Jesus lebt. Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.


Diese Freude, dieser Jubel breitete sich dann aus. Jesus lebt! Jesus ist auferstanden und wir können auch neu werden und auferstehen. Dieser Jubel ist keine laute und heroische Sache, sondern viel mehr leise und von innen herauskommend.


Diese Freude breitet sich aus, wie das erste leise Zwitschern der Vögel noch im Dunkel des neuen Morgens. Und doch schon wenige Minuten später wird es hell und ein großes Konzert von Vögeln begrüßt den neuen Tag.


Freude an Ostern. Freude an der Schöpfung können wir in diesen Tagen besonders draußen in der wunderbar blühenden Natur erleben. Mir ging es so als ich letzten Sonntagnachmittag mit dem Motorrad unterwegs war. Ich fuhr über die Alb zu einem Gottesdienst. Wie wunderschön die Wiesen da lagen und in den Tälern schon einige Bäume und Sträucher zu blühen anfingen. In mir stieg die Freude auf und ich musste ein Loblied auf den Auferstandenen und den Schöpfer anstimmen.
Mit Freude, nicht mit Rasen, fuhr ich zum ersten Motorradgottesdienst in diesem Jahr. Viele Menschen baten um Gottes Segen für die Fahrt.


Veränderungen beginnen meistens von innen heraus. Veränderungen und Neuwerden hat mit unserer Seele zu tun. Der Glaube kann uns verwandeln. Der Glaube möchte uns neu machen. Das mag so sein, wie wenn wir zuerst leise ein Lied summen und dann immer lauter singen. Im Film „Wie im Himmel“ beginnt ein Sänger leise seinen Ton anzustimmen, und dann stimmen immer mehr Sänger ein, bis die Halle mit einem wunderbaren Chorgesang gefüllt ist.  


Liebe Leserin und lieber Leser,
ich möchte Sie einladen an diesem Wochenende, an diesem Sonntag „Jubilate“, sich von der Oster- und Schöpfungsfreude anstecken zu lassen. Das lässt sich in besonders schöner Weise mit einem Gottesdienst im Grünen tun, die nun wieder in vielfacher Weise gefeiert werden.
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Georg Braunmüller ist Pfarrer in Unterböhringen