… und dann kam alles anders

Bezirksfrauentag 2012 im Jugendheim in Geislingen

Bärbel Haug gab Impulse zum Thema „Wendezeiten im Leben von Frauen“

Gemeinsam singen, Kaffeetrinken, plaudern und einem interessanten Vortrag lauschen – das ist der alljährliche Bezirksfrauentag.  150 Frauen hatten sich an diesem Sonntag einladen lassen.

 

 

Von CLAUDIA BURST, Geislinger Zeitung

 

Seit vielen Jahren schon ist der alljährliche Bezirksfrauentag eine Veranstaltung, die Gemeindehäuser füllt und Frauen aus dem gesamten Kirchenbezirk zu einem gemütlichen Nachmittag zusammenführt.

Auch dieses Jahr hatten sich wieder über 150 Frauen von Süßen bis Gruibingen und hoch von der Alb vom „BaF“, dem Bezirksarbeitskreis Frauen, ins Jugendheim nach Geislingen einladen lassen. Die engagierten Frauen des „BaF“ sorgten nicht nur für gemütliches Ambiente mit schöner Blumendekoration im Jugendheim, sondern auch für interessante Gäste. So war Bezirkskantor Thomas Rapp für den musikalischen Part im ersten Teil des Nachmittags verantwortlich. Gemeinsam mit seiner Frau Monika stimmten er am Flügel und sie mit dem Fagott die Zuhörer auf den Nachmittag ein. Im Anschluss leitete Rapp sein Auditorium zum Selbersingen an, was seinen Ansprüchen zwar nicht ganz zu genügen schien, jedoch allen viel Spaß machte.

 

Bärbel Haug aus Schwäbisch Hall referiert

Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken und dem Genießen der von den Mitgliedern der Evangelischen Kirchengemeinde Geislingen-Altenstadt gespendeten Kuchen kam der zweite Gast des Nachmittags zum Zug: die Theologin und Studienrätin Bärbel Haug. Sie referierte zum Thema „… und dann kam alles anders – Wendezeiten im Leben von Frauen“. Dass sie für diese Thematik sozusagen prädestiniert sei, leitete sie unter anderem daran ab, dass sie als Pfarrfrau im vergangenen August zum zehnten Mal umgezogen sei. Unter anderem lebte sie in Peru und Frankreich. „Man hat sich an etwas gewöhnt und plötzlich ist alles anders“, erklärte die 60-Jährige. Es sei ein Unterschied, ob es sich im Leben um glückliche Wendezeiten handle oder um Krisen, die Angst machen. Bärbel Haug stellte die Behauptung auf, dass Frauen aus biologischen Gründen – nämlich weil sie mit Umstellung auf Pubertät, mit Geburt, der Stillzeit oder bei Wechseljahren Veränderungen gewohnt seien – besser mit solchen Umwälzungen klar kämen. Im Lauf ihrer Ausführungen machte die Rednerin Mut, Wendezeiten bewusst wahrzunehmen und als Chance zu erkennen. Eine Chance dafür, dem Körper und sich selbst Gutes zu tun, psychische Veränderungen zuzulassen, Beziehungen zu anderen neu zu gestalten und auch über die religiöse Seite nachzudenken. Als amüsanten Abschluss las Bärbel Haug ihren aufmerksam lauschenden Hörerinnen noch die zum Thema passende Geschichte „Der Tod im Pflaumenbaum“ vor.

Margret Clement vom baf (links) bedankt sich bei der Referentin, Bärbel Haug

Margret Clement, eine der Mitarbeiterinnen im BaF, fasste den Impulsvortrag zusammen mit den Worten: „Wendezeiten geben uns Tiefe im Leben, die uns nicht mehr abhanden kommt und Mut macht, das Leben anzunehmen“.
Weitere Lieder und ein „Wort auf den Weg“ durch Pfarrerin Martina Rupp rundeten die gelungene Veranstaltung ab.

Bezirkskantor Thomas Rapp und seine Ehefrau Monika musizieren und singen mit den Frauen