Zum Streiten gehört die Versöhnung

Bezirksfrauentag 2014 im Paulusgemeindezentrum in Geislingen

Zum Bezirksfrauentag ins Pauluskirchenzentrum kamen 160 Frauen aus dem Kirchenbezirk

CLAUDIA BURST Geislinger Zeitung

Der Frühling leuchtete im Saal des Pauluszentrums am Sonntagnachmittag in Form üppigen Blumenschmucks. Entsprechend fröhlich und gut gelaunt zeigten sich die Besucherinnen.


Bunter Trubel und gute Laune herrschten am Sonntagnachmittag, 9. Februar 2014, im Geislinger Pauluszentrum. 160 Frauen aus dem gesamten Kirchenbezirk waren gekommen, um miteinander einen fröhlichen Nachmittag zu verbringen, der von den fleißigen Frauen des BaF (Bezirksarbeitskreis Frauen) organisiert worden war.

Um dieses Ziel zu erreichen, hatten die Organisatorinnen den Raum mit Osterglocken, Hyazinthen, zahlreichen Primeln und einem blühenden Forsythien-Strauß üppig dekoriert, sie hatten die Band SojaB zur musikalischen Unterhaltung eingeladen sowie Iris Vatter-Pressmar aus Gingen als Referentin zum Thema: „Ich sage Frieden und es gibt Streit“.


SojaB singt und spielt beim Bezirksfrauentag

Die fünf Männer der Band SojaB hatte keinerlei Mühe, die Frauenmasse auf sich einzuschwören und sie alle von ihrem flotten Musikstil-Mix zu überzeugen. Bei den südamerikanischen Liedern riss der Rhythmus die Frauen zum Klatschen mit, bei „Halleluja“ von Leonard Cohen sang oder summte so manche den Refrain und bei den Kirchenliedern wie „Lobe den Herrn“ oder am Schluss bei „Meine Zeit steht in Deinen Händen“ gab es kein Halten mehr. Hier wurden die tiefen Männer-Stimmen auf der Bühne aus dem Saal regelrecht überrollt.

Die Referentin Iris Vatter-Pressmar

Eine gemeinsame Kaffee-Zeit mit zahlreichen Kuchen-Leckerbissen trug ihren Teil zum gemütlichen Nachmittag bei. Kurz vor der Kaffeepause hatte Iris Vatter-Pressmar, freiberufliche Hebamme und Lebensberaterin mit aufregender Missions-Vergangenheit, die Gäste mit der Geschichte vom „Zankapfel“ auf ihr Vortragsthema eingestimmt. „Was tun mit den Zankäpfeln unseres Lebens?“, stellte sie die Frage in den Raum: „Einfach nicht darüber reden oder irgendwie einen Waffenstillstand vereinbaren?“

Erst nach der Pause ging die Referentin weiter darauf ein. „Nein, das gibt Spannungen, die uns oder die Beziehung zerstören.“ Im Lauf ihrer Ausführungen machte sie klar, dass die Auseinandersetzung zu einem „Zankapfel“ wichtig ist, dass Streiten jedoch nur im Hinblick auf Versöhnung funktioniert. „Dann redet man in einem anderen Ton, einer anderen Körperhaltung. Worte und Gesten müssen übereinstimmen“, sagte sie. Ein weiterer Punkt zum richtigen Streiten sei, den anderen verstehen zu „wollen“, also bei Unklarheiten nachzufragen.

Iris Vatter-Pressmar gab noch einige weitere interessante Tipps, für die sie von den Zuhörerinnen am Ende viel Applaus bekam.

Der Bezirksarbeitskreis Frauen (BAF) organisiert den jährlichen Bezirksfrauentag

Der schöne Nachmittag klang jedoch mit einem Wermutstropfen aus: Elke Aupperle, eine der Organisatorinnen, wies darauf hin, dass es nicht sicher sei, ob nächstes Jahr der Bezirksfrauennachmittag erneut stattfinden könne. Es fehlten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, um das stark geschrumpfte BAF-Team zu unterstützen.