Mein Leben ist mein Hobby

Bezirksfrauentag 2016 im Canisiusheim Deggingen

CLAUDIA BURST, Geislinger Zeitung


 
200 Besucherinnen beim Bezirksfrauentag in Deggingen

sind begeistert von Schwester Teresa
 
„Jeder ist normal, bis du ihn kennst“, lautete der Titel eines Vortrags, der ob seiner Tiefe und seines Humors die Gäste im Canisiusheim in Deggingen zu lang anhaltendem Beifall hinriss.
 
 
Schwester Teresa Zukic ist eine katholische Nonne, die mit ihrem lebendigen und ansteckenden Glauben Hallen füllt und neben Christen auch Manager, Banker und Wirtschaftsbosse in ihren Bann zieht.  Am 31. Januar 2016 war sie als Referentin beim Bezirksfrauentag im Degginger Canisiusheim. Ihr Ruf war ihr vorausgeeilt, 200 Frauen aus dem Bezirk waren neugierig, die Frau kennenzulernen, die als „skateboardfahrende Nonne“ berühmt geworden war und später bei Jörg Pilawas Quiz im Fernsehen 100000 Euro gewann. Die als Autorin fünf Bücher und als Komponistin neun Kindermusicals geschrieben hat. Sie wurden nicht enttäuscht.

 


Die Frau im blauen Ordensgewand schaffte es schon während ihrer kurzen Biografie, ihre Zuhörerinnen gleichzeitig zu fesseln und humorvoll zu unterhalten. Zufällig habe sie kurz vor ihrem Sportabitur eine Bibel in die Hand bekommen, erzählte sie, „und wurde beim Lesen existenziell berührt“. Statt ihre Sportlerkarriere weiter zu verfolgen, ging Teresa Zukic ins Kloster. Später gründete sie die „Kleine Kommunität der Geschwister Jesu“, „weil ich zeigen wollte, wie lebendig Kirche sein kann!“

 


„Mein Leben ist mein Hobby“, behauptet sie – und ihr Publikum glaubt ihr aufs Wort. Aus der fröhlichen Nonne strömen Leidenschaft für ihren Glauben genauso wie durchdachte Fakten, mit denen sie ihr Thema „Jeder ist normal, bis du ihn kennst“ ausführt.

 

Sie geht auf Kränkungen ein und darauf, wie man damit umgehen kann, damit diese Kränkungen einen nicht kaputt machen. „Wir können lernen, umzudenken“, schlägt sie vor, „weil wir den anderen nicht ändern können.“ Kurzweilig erklärte sie das dazu notwendige „ABC der Gefühle“, die jeder für sich verstehen lernen müsse und den Schritt Zwei: die Vergebung. „Es kostet so viel Energie nachtragend zu sein“, stellt sie fest und „niemand kann Sie ablehnen, wenn Sie sich selbst nicht ablehnen.“

 


Ein guter Weg zu dieser Einstellung sei das Lachen. Kurzerhand erzählt die Nonne Witze und ihr Auditorium quietscht vor Lachen. „Gibt es den normalen Menschen? Ich weiß es nicht“, zieht sie am Ende ein Fazit und macht unmissverständlich deutlich: „Seit Gott Mensch wurde, dürfen wir Menschen unnormal sein. Er liebt uns und wir sind ihm unendlich kostbar.“ Lang anhaltender Beifall belohnte den außergewöhnlichen Vortrag.

 


Der Bezirksfrauentag wurde schwungvoll musikalisch bereichert durch die Gitarrengruppe Gosbach sowie durch die Begrüßung durch Vertreter der wenigen Männer unter den Gästen, Dekan Martin Elsässer und Pfarrer Wolfgang Krimmer.
 

Schwester Teresa begeistert die Zuhörerinnen