© Evangelischer Kirchenbezirk Geislingen

Bezirkssynode Geislingen

Bezirkssynode am 24. März 2017

Oberkirchenrat Werner Baur referiert bei der Bezirkssynode Geislingen

EVANGELISCHER KIRCHENBEZIRK GEISLINGEN    
Hansjörg Frank
1. Vorsitzender der Bezirkssynode




Bezirkssynode
am Freitag, 24. März 2017, um 17.30 Uhr bis 21.30 Uhr
im Paulusgemeindezentrum Geislingen, Hohenstaufenstraße 35

Leitung:    Hansjörg Frank
Protokoll:    Pfarrerin Magdalena Smetana
Andacht:    Pfarrer Wolfgang Krimmer, Christuskirchengemeinde i.T. Deggingen

TAGESORDNUNG

1.    Kurzbericht aus der Landessynode, Landessynodaler Werner Stepanek
2.    Personelle Veränderungen im Kirchenbezirk
3.    Schwerpunktthema der Frühjahrssynode im Jahr des Reformationsjubiläums: „Bildung“
„…dass der Lebensform des Lehrens und Lernens das größte Wohlgefallen Gottes gilt“

(Philipp Melanchthon)
-    Schuldekan Johannes Geiger  „Bildung und Reformation im Bezirk: Blick auf den Religionsunterricht“
-    Oberkirchenrat Werner Baur  „Erziehung und Bildung im evangelischen Auftrag“
Referat mit Aussprache

PAUSE mit Imbiss

Exemplarische Felder aktueller Bildungsarbeit in Input und Gruppengespräch:
-    Die berufliche Schule
-    Die allgemeinbildende Schule (Schulleiter Ottmar Dörrer)
-    Die Erwachsenenbildung (Bildungsreferent Günther Alius)
-    Jugendarbeit in der Schule (Jugendreferentin Romy Zerrenner)

4.    Informationen zum PfarrPlan 2024
5.    Innovationsfonds
a)    Bericht aus dem Innovationsausschuss
b)    Änderung der Vergabe-Richtlinien
6.    Sonstiges



Protokoll Bezirkssynode 24. März 2017

Bericht Schuldekan Johannes Geiger

Vortrag Oberkirchenrat Werner Baur


Bildung ist kein Weg zur Erlösung

© Evangelischer Kirchenbezirk Geislingen

Oberkirchenrat Werner Baur

Geislinger Zeitung, Claudia Burst


Frühjahrs-Bezirkssynode macht Bildung zum Schwerpunktthema mit Referat von Oberkirchenrat Werner Baur und anschließender Gruppenarbeit.

Die unterschiedlichen Arten von Bildung im Kirchenbezirk Geislingen waren das Schwerpunktthema der Bezirkssynode am Freitagabend im Pauluszentrum. Schuldekan Johannes Geiger warf als erster mit seinem Blick auf den Religionsunterricht im Kirchenbezirk einige Schlaglichter. Schon Luther habe die Einführung von Schulen „sowohl für Knaben als auch Mägdlein“ gefordert, erinnerte er und tatsächlich gebe es seit 1649 die Schulpflicht in Württemberg. Im Geislinger Kirchenbezirk besuchten momentan 4000 Schüler den evangelischen Religionsunterricht, allerdings sei ein Viertel dieser Schüler nicht getauft. „Das hat die Folge, dass es immer weniger Vorwissen gibt. Kinder kennen keine biblischen Geschichten mehr.“

 


Für das Hauptreferat zu diesem Thema war Oberkirchenrat Werner Baur zur Synode gekommen. Der gelernte Hauptschullehrer und ehemalige Schulleiter gab zwar zu verstehen, dass die evangelische Kirche mit ihrem Auftrag zu Erziehung und Bildung eine „immens hohe Verantwortung“ trage, relativierte diese Aussage aber mit der Feststellung: „Bildung ist kein Weg zur Erlösung.“ Für ihn sei dies ein „befreiender Satz“. Mit Hilfe vieler eindrücklicher Zitate verdeutlichte er seine Aussage, wie etwa: „Bildung ist nicht der Weg zur menschlichen Vollkommenheit, sondern der Umgang mit menschlicher Unvollkommenheit.“ Der Mensch benötige nicht in erster Linie Bildung, sondern Beziehung. „Als Kirche können wir den Ort und Raum geben, in dem Beziehungen gelebt werden“, erläuterte er und nannte die Kinderkirche oder Jungschargruppen als Beispiele. Nach wie vor sei der erste Ort der Sozialisation die Familie, wo jeder Mensch zutiefst geprägt werde. „Bildung sollte berühren, existenzielle Bedeutung und dadurch Gestaltungskraft erlangen“ appellierte er und nannte dies „Herzensbildung“. Diese sei notwendig, um die notwendige Verbindung zu sich selbst, zum Mitmensch, zur Natur und zu Gott herzustellen. „Das Verstehen des Glaubens ist das Ziel kirchlich-pädagogischer Arbeit, das hat schon Luther richtig erkannt“, sagte Baur und auch er stellte – wie vorher Johannes Geiger- fest, dass die „Generationweitergabe des Evangeliums“ immer weniger gelingt. „Aus diesem Grund sind unsere Gemeinden wichtige Lernorte“, resümierte er schließlich, „denn sie sind Orte des Lebens und des gelebten Glaubens.“ Hier ginge es nicht um die Lehre allein, sondern um das Lernen durch Beziehungen und Vorbilder.

 


Nach der Pause, die seinem informativen Vortrag folgte, stellten sich Roland Rimbach, der Schulleiter der Kaufmännischen Schule, Ottmar Dörrer, Schulleiter der Gemeinschaftsschule am Tegelberg, Günther Alius von der Evangelischen Erwachsenenbildung Geislingen sowie Romy Zerrenner, die Jugendreferentin der Gesamtkirchengemeinde Geislingen als Diskussionsleiter für Gruppengespräche zur Verfügung. Diese Angebote, exemplarische Felder aktueller Bildungsarbeit kennenzulernen, wurden begeistert angenommen. Es entstanden lebhafte Gespräche, Informationsaustausch und gegenseitige Anregungen.

 







Arbeitsgruppen zu "Bildung"

© Geislinger Zeitung

Arbeitsgruppen bei der Bezirkssynode

© Geislinger Zeitung

Arbeitsgruppen bei der Bezirkssynode

Vier Abschiede und ein Willkommen

Dekan Martin Elsässer

Geislinger Zeitung, Claudia Burst



Dekan Martin Elsässer verabschiedete vier Mitarbeiter aus dem Kirchenbezirk bei Synode

Es war ein Programmpunkt mit vier Abschieden und einer Begrüßung, der Punkt „Personelle Veränderungen im Bezirk“ bei der Bezirkssitzung der Frühjahrssynode am Freitag im großen Saal der Pauluskirche. Dekan Martin Elässer verabschiedete sich im Namen der Synodalen als erstes von Pfarrer Jörg Schaber, der ab dem 1.Juni die Kirchengemeinde Neuhengstett-Ottenbronn im Dekanat Calw übernimmt. Schaber war 2010 als Pfarrer zur Anstellung nach Wiesensteig gekommen und vor vier Jahren als ständiger Pfarrer eingesetzt worden. „Wir lassen Sie ungern schon jetzt ziehen“, betonte Elsässer und informierte, dass für Schabers Nachfolge noch keine Bewerbung vorliege und vorläufig Pfarrerin Magdalena Smetana aus Gruibingen die Vertretung übernehme.

 


Das zweite Goodbye galt dem Gingener Pfarrer Matthias Krauter. Der verlässt seine Gemeinde im Juni in Richtung Vaihingen/Enz. Über 15 Jahre war der Seelsorger in Gingen tätig und damit der dienstälteste Pfarrer im Bezirk. Er war beteiligt beim „Gingener Kirchturmstreit“ und außerdem für die Bereiche Jugendarbeit / Männerarbeit und Kirchenmusik zuständig. „Ich geh nicht, weil es mir nicht gefällt“, betonte er, er habe sich im Kirchenbezirk immer wohlgefühlt. Auch Krauters Nachfolge in Gingen ist noch offen.


Als drittes informierte der Dekan die Synodalen darüber, dass der Leiter der Diakonischen Bezirksstelle, Ernst-Wilhelm Weid, Ende Juli in den Ruhestand verabschiedet wird. „Sie gaben dieser Aufgabe die unverwechselbare diakonische Prägung, Sie haben die Wertschätzung für Ehrenamtliche aufgebaut, Sie haben unglaublich viel Gremienarbeit im Landkreis übernommen! Dem gebührt hohe Anerkennung und Dank“, sagte Elsässer, bevor sich Willi Weid bei seinen jahrelangen Mitstreitern, vor allem seinem Freund und Vorgesetzten Karl-Heinz Doster, bedankte: „Gott sei Dank gilt in der kirchlichen Arbeit „einer trage die Last des anderen“ und nicht „Fressen und gefressen werden“, betonte er. Für seine Aufgabe wurde bereits eine Nachfolgerin gefunden, Simone Rebekka Zwicker aus Leonberg, die im August anfängt.

 


Nicht anwesend, aber wegen der alljährlichen Haushaltsberatungen allen Synodalen ein Begriff, war Margot Herter-Hoffmann von der Kirchlichen Verwaltungsstelle in Göppingen. Auch sie geht in diesem Jahr in den Ruhestand und wurde von Martin Elsässer mit freundlichen Worten verabschiedet.

 

Als neue Stellvertretende Leiterin im Dekanatsamt begrüßte Martin Elsässer schließlich die Donzdorfer Pfarrerin Kathinka Kaden, die damit Ulrike Ebisch beerbt, die im Januar den Kirchenbezirk verlassen hat.

 

Auch die Vakatur an Ebischs früherem Tätigkeitsbereich in Altenstadt-Ost ist absehbar: ab Herbst gibt es dafür einen Nachfolger, Pfr. Dr. Tobias Kaiser.

Drei volle Pfarrstellen fallen weg

Geislinger Zeitung, Claudia Burst



Es sind drei volle Pfarrstellen, die im Kirchenbezirk Geislingen bis zum Jahr 2024 eingespart werden müssen. Darüber informierte Dekan Martin Elsässer die Synodalen bei der Bezirkssynode am Freitagabend. „Von momentan 20,75 Stellen müssen wir auf 17,75 Stellen reduzieren“, verdeutlichte er die inzwischen vorliegenden Zahlen des Pfarrplans 2024.

 

Der Pfarrplanausschuss, dem der Dekan vorsitzt, will bis Sommer konkrete Vorschläge erarbeiten, wie dies durchgeführt werden kann und diese dann den betroffenen Gemeinden zukommen lassen. Das endgültige Stellenverteilungskonzept wird jedoch erst in der Frühjahrssynode im kommenden Jahr beschlossen.

 

Drei Punkte schlug Martin Elsässer als „unterstützende Maßnahmen“ vor: Vom Strukturfond des Landeskirche könne Geld beantragt werden, etwa um beim Wegfall einer Pfarrstelle Sekretariatsstunden aufzustocken oder eventuell ein Distriktsbearbeitungsbüro einzurichten. Als zweiten Vorschlag nannte er die Zusammenarbeit zweier Gemeinden in Form einer „Verbundgemeinde.“ „Das bedeutet Zusammenarbeiten, aber selbstständig bleiben“, erläuterte er und empfahl allen Gemeinden, über dieses Modell zumindest nachzudenken. Außerdem gebe es die Möglichkeit „integrierter Beratung“, bei dem ein multiprofessionelles Team der Landeskirche mit Kirchengemeinden nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden suche. Infos dazu gebe es im Internet unter „Landeskirche“.

„Wir vermeiden den Pfarrplan nicht, wenn wir diese Maßnahmen nicht in Anspruch nehmen“, machte der Kirchenbezirks-Chef deutlich, „aber wir verpassen vielleicht die eine oder andere sinnvolle Gestaltungsmöglichkeit“, appellierte er, diese Unterstützung in Anspruch zu nehmen.                                                           cb