Wichtige Themen in der Bezirkssynode beraten

Der Vorsitzende, Hans-Peter Bühler, begrüßt die Bezirkssynodale

Gemeindebeitrag, die soziale Situation in den Gemeinden, Satzungsfragen und Haushaltsplan waren die Themen der Herbstsynode des Geislinger Kirchenbezirks am 10. November 2006.

 

 

 

Frau Dekanin Hühn gab einen Überblick über personelle Veränderungen und sonstige Entwicklungen im Kirchenbezirk in den vergangenen Monaten:

Herr Schmid wird nochmals als neuer Mitarbeiter bei der KVSt begrüßt.
Pfarrerin z.A. Elisabeth Jooß hat eine Tochter bekommen, sie wird ab Dezember nur noch zu 50% als PDA tätig sein. Die weiteren 50 % als PDA in Geislingen hat Pfarrerin z.A. Judith Heiter. Pfarrer z.A. Peter Heiter hat die Pfarrstelle Eybach-Stötten zu 100% übernommen. Pfarrer Christian Keinath wurde auf die Pfarrstelle in Gruibingen investiert und versieht diese nun zu 100%. Pfarrerin z.A. Myriam Keinath hat zeitweilig die Vertretung für Aufhausen übernommen, sie befindet sich jetzt im Mutterschutz. Pfarrer Holger Platz wurde auf die Pfarrstelle Schalkstetten investiert, er wird diese in absehbarer Zeit mit seiner Frau in Stellen-teilung versehen.

Herr Eberhard Laun, Erwachsenenbildungsreferent, hatte kürzlich 40 Jahre Dienstjubi-läum im Kirchendienst. Dekanin Hühn gratuliert und überreicht eine Flasche Kirchensekt.

Die neuen 4 AusbildungsvikarInnen stellen sich vor: Sabine Bayreuther, Donzdorf, Tabea Schindler, Gingen, Stefan Jooß, Kuchen und Eva Zähringer, Deggingen-Bad Ditzenbach.

 

Aus der Partnergemeinde Nordkerala in Indien erreicht den Kirchenbezirk eine traurige Nachricht: Bischof George Isaac ist erkrankt. Folgende Email traf ein:
Mit Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass unser verehrter Bischof Dr. George Isaac auf Grund eines erlittenen Schlaganfalls nicht mehr in Nord-Kerala amtiert. Er wohnt jetzt mit seiner Frau in Vellore. Dort kann er besser medizinisch betreut werden. Er geht davon aus, dass er wohl in geringem Umfang seine Krankenhausseelsorgearbeit dort wieder aufnehmen kann. Reverend George Williams ist nun kommissarisch für Nord-Kerala verantwortlich.
Die Bezirkssynode wird gebeten, im Gebet an die Partnerdiözese und besonders an den Bi-schof und seine Frau zu denken.

 

Frau Dekanin Hühn empfiehlt den Kurs für die ehrenamtliche Seelsorgeausbildung (KESS).


Frau Pfarrerin Ingeborg Brüning, Steinenkirch, hat ab 17. November eine Kunst-Ausstellung in der KSK-Filiale am Sternplatz, Geislingen.

 

Zum Pfarrplan laufen im Kirchenbezirk fünf extern moderierte Gemeindeentwicklungsprozesse:
• Martinskirche und Markuskirche Geislingen: Fusion
• Stadtkirche und Pauluskirche Geislingen: Fusion
• Deggingen-Bad Ditzenbach und Auendorf: Fusion
• Bad Überkingen, Hausen, Unterböhringen mit Oberböhringen: Strukturdiskussion
• Wiesensteig und Gruibingen: Strukturdiskussion

 

Hinweis auf Einführungsveranstaltung zum „Wirtschaftlichen Handeln“. Frau Dekanin Hühn erhofft sich von der Umstellung eine interessantere Beratung im Kirchengemeinderat und eine Verzahnung der inhaltlichen und finanziellen Seiten bei der Ressourcen-Verwendung.

 

Die mittelfristige Finanzplanung zeigt: fast alle Gemeinden des Kirchenbezirkes werden in den kommenden Jahren ein Haushaltsdefizit aufweisen. Frau Dekanin Hühn fordert auf, am Thema des Sparens dran zu bleiben.

 

Bei den Visitationen in den Kirchengemeinden stellt Dekanin Hühn fest: Die Gemeindeforen zeigen die Arbeit der Gemeinden und das interessiert auch die Öffentlichkeit. In den Gemeinden wird motiviert und ideenreich gearbeitet. Dekanin Hühn dankt für alle Arbeit in der Kirche.
 

 

Dr. Hansjürgen Gölz

In Vertretung von Oberbürgermeister Amann sprach Dr. Hansjürgen Gölz, für die Stadt ein Grußwort.  Er stellte fest, dass die kirchliche Versammlung mit denselben Nöten und Zwängen zu kämpfen habe wie der Geislinger Gemeinderat.

 

 

 

 


Die Bezirkssynode wählte

 

  • zu ihrem neuen Schriftführer Pfarrer Christian Keinath
  • Pfarrer Holger Platz, Schalkstetten, in den Kirchenbezirksausschuss. Er vertritt nun den Distrikt Alb, nachdem Pfarrer Vogelgsang, ehemals Aufhausen, den Kirchenbezirk verlassen hat. 
  • die Mitglieder des Kirchenbezirkes Geislingen im Vertrauensausschuss für den Wahlkreis Göppingen/Geislingen für die Kirchenwahl 2007:
    Ordentliche Mitglieder sind:
    Pfarrer i.R. Dieter Wiedmaier, Donzdorf,
    Herr Gerhard Barreith, Oberböhringen
    Herr Werner Maier, Gingen
    Deren Stellvertreter sind:
    Pfarrerin Friederike Maier, Süssen
    Herr Theodor Banzhaf, Geislingen
    Herr Dieter Hartmann, Kuchen  

Holger Platz, Schalkstetten, und Christian Keinath, Gruibingen

Pfarrer Helmut Liebs

Vom Jahr 2007 an wird in den Kirchengemeinden des Kirchenbezirks um einen Gemeindebeitrag gebeten. Dieser ersetzt das bisherige Kirchgeld. Den Beschluss fasste die Bezirkssynode einstimmig.

 

Helmut Liebs, Pfarrer der Württembergischen Landeskirche für Fundraising, referierte vor der Bezirkssynode über das Wieso, Warum und Wie des zukünftig erhobenen Gemeindebeitrages.

 

Jahrzehnte durften die Kirchengemeinden eine Ortskirchensteuer, das so genannte "Kirchgeld",  erheben. Das Kultusministerium hat bemängelt, dass diese Kirchgelderhebung nicht die Voraussetzungen einer Steuer erfülle. 

 

Die Landeskirche bietet nun eine Alternative an: den Gemeindebeitrag.

Im Geislinger Kirchenbezirk werden ab 2007 alle Kirchenmitgliedern angeschrieben und um einen freiwilligen Gemeindebeitrag gebeten. Konkrete Projekte der Kirchengemeinden werden in den Schreiben vorgestellt, so dass jedes Gemeindeglied genau weiß, was mit seiner Spende geschieht.

 

Über die soziale Situation in den Gemeinden sprach Christoph Wiborg, Diakoniepfarrer im Kirchenbezirk.

 

Christoph Wiborg verwies auf die neue EKD-Denkschrift mit dem Titel „Gerechte Teilhabe – Befähigung zu Eigenverantwortung und Solidarität“ und fragte ausgehend von dieser Schrift, ob die christliche Kirche auf der Seite der Armen steht.


Er sieht im 1997 erschienenen Wort des Rates der EKD und der Dt. Bischofskonferenz „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit mit dessen Stichwort der „vorrangigen Option für die Armen“ eine wesentlich bessere Konkretion von Gottes- und Nächstenliebe.

Pfarrer Wiborg veranschaulichte die soziale Entwicklung anhand von Schaubildern. Deutschland sei europaweit Schlusslicht bei der Reallohnentwicklung, zudem bestehe ein großer Zusammenhang zwischen Bildung und späterem relativem Einkommensniveau, sowie eine frappierende Abhängigkeit von materieller Absicherung und durchschnittlicher Lebenserwartung.


Pfarrer Wiborg gab Beispiele für die Situation von ALG II-Empfängern in Geislingen.
Was kann getan werden? Öffentlich eintreten, dass nicht an den unteren Stufen der Gesellschaft weiter gespart wird und keine Schuldzuweisungen an die Betroffenen.

 

Konkret formulierte Christoph Wiborg an die Bezirkssynodale:

 

Ich bitte Sie als Diakoniepfarrer darum:

 

Es wäre schön, wenn wenigstens wir als Christen nicht in das Stammtischgerede einstimmen, dass die Armen meist selbst schuld sind an ihrem Dilemma und dass man nur wollen müsse.

 

Es wäre schön, wenn wir darum auch Partei ergreifen würden und sagen würden: Nein, wir müssen nicht mehr bei denen sparen, die eh nichts oder fast nichts mehr haben. Es gibt genügend Geld und Vermögen in diesem Land. Politiker, lasst euch etwas einfallen, wie ihr dieses Geld eintreiben könnt.

 

Ich weiß, man soll nicht Äpfel und Birnen miteinander vergleichen. Aber es wäre doch auch einmal schön, wenn man so einen kollektiven Aufschrei, wie es ihn gab, als klar war, dass das mit dem Stuttgart 21-Projekt erst mal noch verschoben wird, wenn es so einen kollektiven Aufschrei auch geben würde, wenn es z.B. um die mangelnde Umsetzung der in Wahlprogrammen so blumig angedachten neuen Familien- und Bildungspolitik geht.

Wenn ein Ministerpräsident einmal drohen würde, weil das beitragsfreie Kindergartenjahr immer noch nicht eingeführt ist und stattdessen wieder die Gebühren erhöht werden. Wenn er auf die Barrikaden gehen würde, weil in Baden-Württemberg die Zahl der Betreuungsplätze für Kleinkinder nach wie vor katastrophal niedrig ist. Wenn Landesmittel, die anscheinend immer der Wirtschaftlichkeit dienen, einmal zugunsten der besseren Versorgung unserer Schülerinnen und Schüler mit Lehrern genutzt würden.


Milliarden sollen da in die Erde gebuddelt werden für wenige Minuten und ein wenig mehr „Zukunft“ in Stuttgart. Unsere Zukunft sind unsere Kinder. Das wiederholen unsere gewählten Politiker immer wieder. Und unter denen grassiert und wirkt die Armut am stärksten.
Es wäre schön, wenn dann in deren Zukunft einmal ähnlich gewaltig investiert würde. Ich glaube, auch das wäre nachhaltig wirtschaftlich.

 

Wir Christen, wir als Kirche, haben noch immer eine Stimme in der Gesellschaft. Nutzen wir Sie für die, die’s nötig haben!

Pfarrer Christoph Wiborg

Eberhard Schmid, Kirchl. Verwaltungsstelle

 

Eberhard Schmid von der Kirchlichen Verwaltungsstelle stellte das modifizierte System der pauschalierten Kirchensteuerzuweisung 2007 vor.

  • alle Kirchengemeinden erhalten einheitlich 40 € pro Gemeindemitglied (Ausnahme Stötten)
  • einheitlicher Grundbetrag von 20.500 € (Ausnahme Stötten)
  • Einheitliche Zuschläge für 2. Pfarramt, unabhängig vom Umfang des Dienstauftrages

Frau Dekanin Hühn weist darauf hin, dass durch die Erhöhung des pro Kopf-Betrages die finanzielle Situation der kleinen Gemeinden verbessert wurde. Die größeren Gemeinden sind weiter im Sinkflug. Sie hätten die vielleicht besseren Chancen, dem entgegenzuwirken.

 

Die Bezirkssynode beschloss:
Die pauschalierte Kirchensteuerzuweisung 2007 wird entsprechend der blauen Anlage bei 1 Enthaltung von der Bezirkssynode beschlossen.
Die Sonderzuweisung von 0,75 € pro Gemeindemitglied wird bei 1 Nein-Stimme und 2 Enthaltungen von der Bezirkssynode beschlossen.

Satzung des Kirchenbezirks

Margot Herter-Hoffmann, Leiterin der Kirchl. Verwaltungsstelle, stellt die Situation dar:

Die bisherige Satzung ist bis 31.12.2006 befristet. Daher ist ein Beschluss notwendig.

Vorgeschlagen wird, die Satzung nun mit einer Laufzeit auf unbestimmte Zeit zu beschließen. Änderungen sind jederzeit per Beschluss möglich. Frau Herter-Hoffman erläutert die Änderungen in der Satzung. Die Beschlüsse zur pauschalierten Kirchensteuerzuwendung sind eingearbeitet.

Pfarrer Wanzek, Donzdorf, fragt an, warum aufgabenbezogene Zuschläge für die Kirchenpflege in Geis-lingen  in der Bezirkssatzung festgeschrieben und somit per Satzungsbeschluss prolongiert werden. Verwaltungsstellenleiterin Herter-Hoffmann erläutert, dass Geislingen diesen hohen Betrag braucht, ansonsten hätte man die Pro-Kopf-Zuweisung für Geislingen höher ansetzen müssen.

Die Bezirkssynode fasst folgenden Beschluss:
Die Satzung wird bei 1 Gegenstimme und 1 Enthaltung  beschlossen.

Verwaltungsstellenleiterin Herter-Hoffmann informiert

Kirchenbezirksrechner Klaus Machacek stellt den Haushaltsplan für 2007 vor

 

Vom Evang. Jugendwerk wurde der  Antrag auf Ersatz von Unkosten, für den Umzug des ejw aus dem Martin-Luther-Haus, gestellt.
„Durch den geplanten Verkauf des Martin-Luther-Hauses ist das Evangelische Jugendwerk Geislingen gezwungen, sich in den neuen Räumlichkeiten im Jugendheim in der Friedensstraße neu einzurichten. Da der Umzug für uns mit unvorhersehbaren Kosten verbunden ist, erbitten wir die Kostenübernahme dieser Kosten. Um im Jugendheim weiterhin einen reibungslosen Ablauf unserer Arbeit gewährleisten zu können, werden z.B. für das Material abschließbare Spezial-Einbauschränke im Untergeschoss benötigt.“
Ein dem Antrag beigefügter Kostenvoranschlag beziffert die voraussichtlichen Kosten auf ca. 16.000 €.

Herr Britzelmayer schlägt die Verweisung des Antrages an den KBA vor.
Frau Herter-Hoffman schlägt vor, den Betrag im Haushaltsplan 2007 zu finanzieren. Die Entscheidung, was letztlich vom Kirchenbezirk übernommen wird, kann dann immer noch der KBA fällen.

Beschluss:
Die Bezirkssynode beschließt bei zwei Enthaltungen, für mit dem Umzug verbundene Kosten einen Betrag in Höhe von 16.000 € in den Haushalt 2007 einzustellen.

 

Pfarrerin Sabine Kluger beantragt für die Seelsorge an Studentinnen und Studenten zusätzliche Mittel.
Das Fortbildungsprojekt „Doit“ kostet pro Semester ca. 1.000 €. Frau Kluger begründet den Bedarf in 2007: Die bisherige Finanzierung des Projektes durch die Landesstiftung fällt weg.

 
Beschlussvorschlag Machacek: Anstelle von 500 € wird der Ansatz auf 2.300 € erhöht (inklusive Fortbildung für Pfarrerin Kluger).

 

Beschluss:
Bei 11 Enhaltungen beschließt die Bezirkssynode, für Fortbildung im Bereich der Seelsorge an Studentinnen und Studenten 2.300 € in den Haushalt 2007 einzustellen.

 

 

Kirchenbezirksrechner Machacek und Schuldekan Geiger bei der Haushaltsplan-Beratung

Der Antrag von Pfarrerin Knapp an dieser Stelle, lediglich noch präzise Fragen zum Haushalt zu beantworten und dann den Haushalt ohne weitere Durchsprache zu beschließen, wird einstimmig angenommen.

Herr Machacek beantwortet Fragen zu einzelnen Haushaltspositionen.
Die Position 9700 Entnahmen aus Rücklagen (S. 16 Haushalt 2007) erhöht sich auf Grund der obigen Anträge auf 21.980 €.

 

Herr Bühler und die akklamierende Bezirkssynode bedanken sich bei Herr Machacek für die Arbeit an und die Vorstellung des Haushaltsplanes 2007.

Beschlüsse:

 

Die Bezirkssynode beschließt den vorgelegten Haushaltsplan 2007 mit obigen Änderungen einstimmig.

Die Bezirssynode beschließt die Erhebung der Kirchenbezirksumlage in Höhe von 537.430 € einstimmig.

 

Die Bezirkssynode beschließt als Umlagemaßstab die auf 11.11.2005 fortgeschriebene Gemeindgliederzahl einstimmig.