Bezirkssynode am 07. November 2014

Bezirkssynode Geislingen

Neben dem Haushaltsplan des Kirchenbezirkes für das Jahr 2015 war der Schwerpunkt der Bezirkssynode am Freitag, 07. November 2014, der Bericht der Direktorin  des Deutschen Institutes für Ärztliche Mission (DIFÄM), Frau Dr. Gisela Schneider, zu "Weltweite Ökumene: Die Ebola-Krise. Vorstellung der Arbeit des DIFÄM und der aktuellen Hilfen".

Leitung:

Hansjörg Frank, 1. Vorsitzender

Pfarrerin Ulrike Ebisch, stellvertretende Dekanin

 

Tagesordnung:

1.    Kurzbericht aus der Landessynode
2.    Veränderungen bei MitarbeiterInnen und PfarrerInnen
3.    Stötten-Rat: Zusammensetzung und Bericht


4.    Bericht Frau Dr. Gisela Schneider, Direktorin des Deutschen Institutes
für Ärztliche Mission (DIFÄM)
zu:
„Weltweite Ökumene: Die Ebola-Krise. Vorstellung der Arbeit des DIFÄM
und der aktuellen Hilfen“

5.    Veränderung Stellenplan Kirchenbezirkskasse


6.    Nachwahl in KBA: PfarrerIn Alb-Distrikt


7.    Innovationsausschuss
- Bericht
- Zusammensetzung: Vertreter der Distrikte im Innovationsausschuss

8.    Prüfung der Jahresrechnungen 2009-2012 und des Personalwesens - Entlastung des Kirchenbezirksrechners und der beiden Vorsitzenden des KBA

9.    Plan für die kirchliche Arbeit: Umlagebeschluss 2014
 - Genehmigung des OKR

10.    Feststellung Rechnungsabschluss 2013



11.    Pauschalierte Kirchensteuerzuweisung 2015 an die Kirchengemeinden
- Berechnung der Kirchensteuerzuweisung 2015
- Kirchensteuerverteilung 2014-2018 im Kirchenbezirk Geislingen
- Übersicht Pauschalierte Kirchensteuerzuweisung 2015
- Beschlussvorlage Kirchensteuerzuweisung 2015 an die Kirchengemeinden

 

12.    Plan für die kirchliche Arbeit des Kirchenbezirks 2015
-Erläuterung des Planes
-Einzelpläne – Anlage
Beschluss des Planes 2015 und der Bezirksumlage

 

13.    Festlegung Verwendungszweck des jährlichen Beitrages des Kirchenbezirkes für gesamtkirchliche Aufgaben, Ökumene und Weltmission in Höhe von 2500.- €.

 

14.    Diakonieverein Geislingen:
Wahl der Beisitzer im Vorstand
Auf Vorschlag der Mitgliederversammlung des Diakonievereins am 02. April 2014 werden der Bezirkssynode zur Wahl vorgeschlagen:

Hans-Peter Bühler, Kuchen
Karl-Heinz Doster, Geislingen

15.    Sonstiges


Protokoll Bezirkssynode Geislingen 07. November 2014
 

Die Vorsitzenden, Hansjörg Frank und die stellvertretende Dekanin, Ulrike Ebisch

Hansjörg Frank und die stellvertretende Dekanin, Pfarrerin Ulrike Ebisch, leiteten die Bezirkssynode.

Pfarrerin Ebisch berichtete über die Veränderungen im Kirchenbezirk.

Beim Jugendwerk hat Larissa Schmitt die Vertretung der Bezirksjugendreferentin Sabine Angnes übernommen, die in Erziehungszeit ist.

Mit dem 1. November 2014 ist Wolfgang Krimmer neuer Pfarrer der Christuskirchengemeinde i. T. Deggingen-Bad Ditzenbach und Auendorf.

 

 

Jugendreferentin Larissa Schmitt und Pfarrer Wolfgang Krimmer stellen sich vor

Nachwahl in den Kirchenbezirksausschuss

Für zwei Distrikte war eine Nachwahl in den Kirchenbezirksausschuss notwendig.

Im Distrikt Alb war der Sitz des Theologen neu zu wählen.

Hier stellte sich Pfarrerin Gabriele Renz, Steinenkirch, zur Wahl.

 

Im Distrikt Unteres Filstal war ein Sitz für Laien nachzuwählen.

Kirchengemeinderat und Bezirkssynodaler Erich Distel stellte sich zur Wahl.

 

Die Bezirkssynode wählte Pfarrerin Gabriele Renz und Bezirkssynodaler Erich Distel in den KBA.

 

 

Pfarrerin Gabriele Renz und Bezirkssynodaler Distel

Bericht aus der Landessynode

Landessynodale Anita Gröh

CLAUDIA BURST, Geislinger Zeitung

 

Dramatisch mehr Kirchenaustritte


Anita Gröh informierte die Bezirkssynodalen über vier wichtige Landessynodal-Themen

Ab kommendem Jahr werden Kirchensteuern auf Kapitalerträge automatisch von den Banken eingezogen. Mit dramatischen Folgen, wie die Landessynodale Anita Gröh bei der Bezirkssynode vermittelte.

Ab dem 1.Januar 2015 sind Banken gesetzlich dazu verpflichtet, die Kirchensteuer aller Kirchensteuer-Pflichtigen auf Kaptialerträge automatisch abzuführen. Weil hierzu die entsprechenden Daten beim Bundeszentralamt für Steuern abgefragt werden, konnten Kunden bis zum 30.Juni dieses Jahres Widerspruch einlegen.


„Das hatte fatale Folgen“, informierte Anita Gröh am Freitag die Mitglieder der Herbst-Bezirkssynode im Jugendheim: „Die Austrittszahlen in der gesamten Landeskirche sind dramatisch angestiegen“.

Die Landessynodale betonte, dass sich nichts an der Steuer geändert habe außer die Art ihres Einzugs. Es sei weder eine neue Steuer, noch werde die Steuer indirekt erhöht.
„Trotzdem, im Kirchenbezirk Geislingen sind allein im ersten Halbjahr 2014  148 Austritte zu verzeichnen – und damit mehr als im gesamten Jahr 2013 (136 Austritte)“, konkretisierte Anita Gröh die Zahlen. Dasselbe gelte für alle Kirchenbezirke im Land.


„Die Landeskirche hat die Sache unterschätzt und es versäumt, hier die Kirchenmitglieder im Vorfeld auf die Veränderung hinzuweisen. Wir haben die Banken informieren lassen statt selber zu informieren“.
Gröh schränkte ein, dass die Veränderung des Einzugsverfahrens für manchen vielleicht den letzten Anstoß zum Kirchenaustritt gab, der vielleicht schon länger überlegt worden war.


In ihrem „Kurzbericht aus der Landessynode“ ging Anita Gröh darüber hinaus auf die Themen „Hilfe für Flüchtlinge“ ein, auf die Problematik, Religionsunterricht in der Schule auch in Zukunft mit Gemeindepfarrern zu besetzen und  auf die Möglichkeiten, das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 zu feiern – die Landessynode hat dafür 10 Millionen Euro bereit gestellt.

Hoffnung kehrt zurück

Dr. Gisela Schneider, DIFÄM Tübingen

CLAUDIA BURST, Geislinger Zeitung

Dr. Gisela Schneider war bis vor Kurzem in Liberia und berichtete über Ebola

Erst vor einer Woche kam Dr. Gisela Schneider aus Liberia zurück. Sie berichtete bei der Bezirkssynode über ihre Erlebnisse in einem Land, das gegen die Ebola-Epidemie kämpft.



Sie schüttelte niemandem zur Begrüßung die Hände, die Referentin Dr. Gisela Schneider am Freitagabend bei der Bezirkssynode im Jugendheim. „Ich war bis letzte Woche in Liberia und deshalb muss ich 21 Tage lang sehr vorsichtig sein“, begründete sie. Die Angst in Deutschland vor Ebola sei doch sehr groß, hat sie erfahren, dabei bestehe die Gefahr  einer Ansteckung „ausschließlich beim Austausch von Körperflüssigkeiten. Nicht über Tröpfcheninfektion oder einfach so.“


Mit Fotos intensivierte die Ärztin und Leiterin des DIfÄM (Deutsches Institut für Ärztliche Mission) ihre Erlebnisse in dem westafrikanischen Land, das sie Anfang September und Ende Oktober besucht habe. Die Krankheit sei dort völlig unerwartet derart außer Kontrolle geraten, berichtete sie. Der ursprüngliche Träger des Virus‘ seien Flughunde, eine Fledermaus-Art. Wenn diese Affen oder Antilopen infizierten, könne das Virus durch Jäger auf den Menschen übertragen werden.


„Im April haben wir unsere Partner in Liberia gefragt, ob wir helfen können und wurden um Schutzkleidung und -material gebeten“, erzählte sie, aber schon wenige Wochen später sei klar geworden, dass das nicht reichte.
„Die Gesellschaft dort ist auf Gemeinschaft angelegt. Und plötzlich haben alle voreinander Angst“, erläuterte die Ärztin die menschliche hinter der gesundheitlichen Katastrophe. Sämtliche Ausländer und viele Hilfs-Einrichtungen hätten das Land verlassen, 200 liberianische Ärzte und Schwestern erkrankten, die Hälfte starb. „Viele vom übrigen Krankenpersonal hatten Angst, weiterhin zur Arbeit zu kommen“, erzählt die Referentin. „Es war wichtig, dass wir hingingen. Dass sie merkten, wir lassen sie nicht im Stich“, machte sie klar.


Sie und die Mitarbeiter von DIfÄM hätten Krankenhaus-Mitarbeiter angeleitet im richtigen Umgang mit Erkrankten sowie mit Schutzkleidung und sie hätten die lokalen Gesundheitsbehörden bei der Entsendung von „Freiwilligen“ unterstützt, die in die entlegenen Orte im Land gehen, um über die richtige Vorgehensweise im Fall von Ebola-Erkrankungen zu informieren.
„Wichtig war – und ist - Geld, um alles zu koordinieren und ein nachhaltiges Schutzprogramm aufzubauen“, sagte Dr. Schneider. Westliche Staaten und Institutionen hätten inzwischen reagiert, das Geld werde wirkungsvoll und nachhaltig eingesetzt. „Die Epidemie ist eingedämmt, die Hoffnung kehrt wieder ins Land zurück“, das habe sie bei ihrem letzten Besuch gemerkt. Doch es gebe noch viel zu tun: 5000 Ebola-Waisen habe die Krankheit hinterlassen, Traumata bei Witwen und Witwern, die Gesundheitssysteme müssten ausgebaut werden – „und noch ist die Krankheit nicht gebannt“. „Es geht um Existenzen, die Überlebenden müssen ganz neu anfangen“, appellierte die Ärztin an ihre Zuhörer: „Wir dürfen nicht wegschauen. Wir sind Teil einer Welt, einer Kirche“.

Pfarrerin Ulrike Ebisch bedankt sich bei Dr. Gisela Schneider

Haushaltsplan einstimmig beschlossen

Das Präsidium der Bezirkssynode

CLAUDIA BURST, Geislinger Zeitung

15 Tagesordnungspunkte arbeiteten die Synodalen bei ihrer Herbstsynode ab. Einer der Schwerpunkte war der „Plan für die kirchliche Arbeit des Kirchenbezirks“ für 2015.



Die Beratung und der Beschluss des „Plans für kirchliche Arbeit 2015“ – also des Haushaltsplans fürs kommende Jahr – war am Freitag als Tagesordnungspunkt 12 auf der Agenda der Bezirkssynode im Jugendheim aufgeführt.  Kirchenbezirksrechner Klaus Machacek hatte den Synodalen das 100-seitige Werk im Vorfeld zukommen lassen. Auf diese Weise genügte es ihm, während der Sitzung die wesentlichen Änderungen im Vergleich zum Vorjahr auf einem Blatt zusammenzufassen und den Anwesenden zu erläutern.
Sein Haushaltsplan mit einem Gesamtvolumen über 1.609.590 Euro sowie die Bezirksumlage von 699.480 Euro (25,69 pro Gemeindeglied) wurde von den Synodalen einstimmig beschlossen.


Im Vorfeld gab Machacek bekannt, dass das Rechnungsprüfungsamt  die Jahresrechnungen von 2009 bis 2012 geprüft und für korrekt befunden habe. Er sowie die Vorsitzenden des Kirchenbezirksausschusses (KBA) wurden daher von den Synodalen einstimmig entlastet.


Eberhard Schmid von der kirchlichen Verwaltungsstelle erläuterte die Kirchensteuerverteilung im Kirchenbezirk. Wegen der guten Konjunktur und der daraus resultierenden gestiegenen Kirchensteuermehreinnahmen erhalte der Kirchenbezirk Geislingen insgesamt 261.280 Euro mehr Kirchensteuer als „Sonderzuweisungen“. Er machte ausdrücklich darauf aufmerksam, dass die Gemeinden „keine Dauerverpflichtungen mit diesem Zusatzgeld“ eingehen sollten, weil es nicht absehbar sei, inwiefern diese Gelder auch in Zukunft ausgeschüttet werden könnten.

Nach dem Bericht von Dr. Gisela Schneider  zur Ebola-Krise (siehe Extra-Artikel) war es keine Frage, dass der jährliche Beitrag des Kirchenbezirks für „gesamtkirchliche Aufgaben, Ökumene und Weltmission“ in Höhe von 2500 Euro in diesem Jahr an das Deutsche Institut für Ärztliche Mission“ (DIfÄM) gehen sollten – die Synodalen überlegten sogar, mehr zu geben.
Zu Beginn der Sitzung hatte Ulrike Ebisch als Dekanatsvertreterin die neue Jugendreferentin Larissa Schmitt vorgestellt, die Sabine Angnes-Starzmann während deren Mutterschutzes vertritt. Außerdem informierte sie darüber, dass die Pfarrerinnen Birgit Enders (bisher 50 Prozent in Christuskirchengemeinde im Täle) und Susanne Jutz (früher Bad Überkingen, dazwischen Stuttgart-Bad Cannstatt) gemeinsam die Dienstaushilfsstelle im Dekanat besetzen. Dass Pfarrerin Helga Striebel seit Juli außer für Türkheim auch für Aufhausen zuständig sei. Und dass die Vakanz der Pfarrstelle an der Christuskirchengemeinde im Täle zu Ende ist: „weil dort jetzt am Sonntag Pfarrer Wolfgang Krimmer investiert wird“.  Ulrike Ebisch hieß den neuen Kollegen herzlich willkommen.


Gabriele Renz, Pfarrerin in Steinenkirch, wurde für den „Alb Distrikt“ in den Kirchenbezirksausschuss gewählt sowie Erich Distel aus Donzdorf als Laie für den Distrikt Unteres Filstal.


Der Vorsitzende der Bezirkssynode, Hansjörg Frank, leitete den Abend souverän. Er berichtete über den Innovationsausschuss sowie den Diakonieverein, in dessen Vorstand im Lauf der Synode Hans-Peter Bühler aus Kuchen und Karl-Heinz Doster aus Geislingen als Beisitzer sowie Ulrike Glemser als Kirchenrechnerin gewählt wurden.