Pfarrkonvent 2014 in Bad Alexandersbad

Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenbezirks Geislingen auf dem Pfarrkonvent 2014

Pfarrkonvent des Kirchenbezirkes Geislingen

22. bis 25. September 2014

im Evangelischen Tageszentrum der Bayerischen Landeskirche Bad Alexandersbad

 

Programm des Pfarrkonventes

 

 

 

Hermeneutik der Bibel – von Luther bis zu aktuellen Streitfragen

Professor Wolfgang Schoberth


Referent zum Thema des Pfarrkonventes war Professor Wolfgang Schoberth, Bayreuth-Erlangen. Er ist


Soziologe (promoviert)
Philosoph
Theologe (habilitiert)

Er stellte fest, dass die wichtigsten theologischen Themen der Gegenwart sind:


a.    Das Verständnis der Heiligen Schrift
b.    die Christologie
c.    die Ekklesiologie

Der Pfarrkonvent beschäftigt sich also mit einem der Kernthemen.

 

Protokoll des Vortrages von Professor Schoberth

Wer war der Bamberger Reiter?

Dekanin i.R. Gerlinde Hühn

Der Bamberger Reiter oder steinerne Reiter ist ein steinernes Reiterstandbild im Bamberger Dom aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und gehört zu den kulturellen Höhepunkten der späten Stauferzeit.
Wer in dem Standbild dargestellt ist, wird kontrovers diskutiert. Viele Deutungen haben sich damit beschäftigt.

 

Dekanin i.R. Gerlinde Hühn hat hierzu folgendes Kurzreferat gehalten:

 

Wer war der Bamberger Reiter?

(1 mb)

Bamberg

Bamberg, Klein-Venedig

Bamberg wurde wie Rom auf sieben Hügeln (Stephansberg, Kaulberg, Domberg, Michaelsberg, Jakobsberg, Altenburg, Abtsberg) erbaut und deshalb auch manchmal als Fränkisches Rom bezeichnet.

 

Da Bamberg im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Bombardierungen verschont blieb, bietet die Altstadt bis heute das nahezu unveränderte Bild der ursprünglichen Dreigliederung in geistliche Bergstadt (im Umfeld des Kaiserdoms), bürgerliche Inselstadt (zwischen den beiden Flussarmen der Regnitz) und der Gärtnerstadt. Überragt vom Dom stellt die Stadt ein denkmalgeschütztes Ensemble zwischen mittelalterlicher und barocker Baukunst dar.


1993 wurde die Altstadt in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. In der Begründung heißt es, Bamberg repräsentiere in einzigartiger Weise die auf einer Grundstruktur des Frühmittelalters entwickelte mitteleuropäische Stadt. Das in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommene Areal umfasst die drei historischen Stadtzentren Berg-, Insel- und Gärtnerstadt mit einer Gesamtfläche von etwa 140 Hektar.

Stadtführung mit der Kunsthistorikerin Dr. Christine Freise-Wonka

"Klein-Venedig" in Bamberg

Die ehemalige Fischersiedlung in der Bamberger Inselstadt wird liebevoll "Klein Venedig" genannt. Dicht gedrängte Fachwerkbauten und winzige Gärten bestimmen das Bild dieses Stadtteils.
Die Fachwerkhäuser stammen überwiegend aus dem Mittelalter. Entlang der Regnitz reihen sie sich in einer hübsch geschmückten Zeile aneinander, Kähne dümpeln an den Anlegestellen in den Vorgärten. Mit dem Ausflugsschiff fährt man heute direkt an dieser einmaligen Häuserzeile vorbei.

Alte Rathaus in Bamberg

Das Alte Rathaus in Bamberg ist eines der bedeutendsten Bauwerke, das die historische Innenstadt prägt.


Das Wahrzeichen symbolisiert die Herrschaftsgrenze aus früherer Zeit zwischen dem bischöflichem Bamberg und der bürgerlichen Innenstadt. Es ist in den Fluss Regnitz gebaut und die Obere und Untere Brücke (ursprüngliche eine Privatbrücke) führen von ihm weg. Im Inneren ist die zu den Museen der Stadt Bamberg gehörende Sammlung Ludwig ausgestellt, eine der größten Porzellansammlungen Europas.

 

1387 wurde das Rathaus erstmals erwähnt und in der Zeit zwischen 1461 und 1467 neu gebaut, sodass es die heutige Gestalt annahm. In dieser Bauphase wurde es hauptsächlich von der Gotik beeinflusst.

 

Johann Jakob Michael Küchel gestaltete das Rathaus in den Jahren 1744 bis 1756 im Stile des Barock und Rokoko um. Erwähnenswert sind die 1755 von Johann Anwander geschaffenen Fassadenmalereien. Beide Gebäudeseiten sind vollständig mit allegorischen Szenen und architektonischen Details, der typischen Illusionsmalerei in dieser Zeit, verziert. Kleine, tatsächlich figürlich gestaltete Elemente an der östlichen Seite verstärken den räumlichen Eindruck.

Der Bamberger Dom

Bamberger Dom

Nach der Gründung des Bistums Bambergs 1007, stifteten im Jahre 1012 die Bistumsheiligen, Kaiser Heinrich II. und seine Frau Kunigunde, den Dom in Bamberg. Diese Kathedrale wurde geislticher Mittelpunkt und besitzt heute noch große Ausstrahlung als Mittelpunkt des Dombergs und der Altstadt.
Die vier Türme des Bamberger Doms sind als Mottozeichen des Jubiläumsjahres neben den Figuren der Seligen des Fürstenportals gewählt worden. Zusammen sollen sie verdeutlichen, dass die Kathedralkirche Bambergs den Menschen den rechten Weg weisen will, zu Gott und dem Himmel entgegen.


Wahrscheinlich unter Bischof Timo I. (1196-1201) begann der Abbruch und Neubau des Domes. Während der Regierung von Bischof Eckbert von Andechs-Meranien erfolgte schließlich am 6. Mai 1237 die Weihe des heutigen Doms.
Seit dem Bauabaschluss ist an der Raumschale nichts Wesentliches mehr verändert worden. Die Kathedrale blieb lebendiger Erinnerungsort an den 1147 heilig gesprochenen Stifter, Kaiser Heinrich II. und erfüllte überdies dieselben liturgischen Funktionen. Aus diesen Gründen wurde durch das Domkapitel der Naubau im Wesentlichen als eine "Nachbildung" des Heinrichsdoms entschieden. Doch wurde die flache Holzdecke zugunsten eines steinernen Gewölbes nicht mehr eingezogen und auch der Stilwandel im Spannungsfeld zwischen Romanik und Gotik vollzog sich in den westlichen Bauabschnitten als ein augenfälliges neues Merkmal.

Das Fürstenportal

Das Fürstenportal ist das Hauptportal des Bamberger Doms. Seine Position an der nördlichen Langhausseite wird durch die wichtige Orientierung zum Domplatz mit der Bischofsresidenz verständlich.


Im Tympanon befindet isch eine Weltgerichtsdarstellung, an den beiden Trichtergewänden sind auf beiden Seiten die Propheten des Alten Testamentes und Aposteln des Neuen Testamentes übereinanderstehend angebracht.

Das Adamsportal

Das Adamsportal war der ursprüngliche Eingang für die Gläubigen. Anfangs hatte es keinen Figurenschmuck. Nur ein normannisches Zickzackband verlief um die Pforte. Nachträglich wurde es noch mit einer Folge von 6 Statuen ausgestattet. An der linken Wand der Heilige Kaiser Heinrich, die Heilige Kaiserin Kunigunde und der Heilige Stephanus, am rechten Gewände der Heilige Petrus und Adam und Eva

Ecclesia und Synagoge

Ecclesia

 

Dargestellt als Personifikation der Kirche. Durch eine gerade Körperhaltung und ihren festen Blick verkörpert die Ecclesia mit dem Attribut der Krone die triumphierende Kirche. Sie trägt ein Untergewand und darüber einen Mantel, der durch einen Riemen an den Schultern vor der Körpermitte geschlossen ist und von rechts unten nach links oben über die Hüfte gerafft wird.
Die einst mit einem Dübel angesetzten Hände sind leider verloren gegangen. In der rechten Hand hielt sie ursprünglich einen Kelch zum Zeichen des Opfertodes und in der linken einen Kreuzstab zum Zeichen der Auferstehung Christi. Sie stand im Mittelalter für die Wahrheit des Christentums, das Neue Testament oder das Gute.


Synagoge

 

Dargestellt als Personifikation des Judentums. Als Attribute sind ihr der Stab, das Zeichen ihrer Macht, und die Gesetztestafeln Moses beigegeben. Der in der rechten Hand gehaltene Stab ist zerbrochen, die Tafeln gleiten ihr aus der linken Hand. Sie trägt keine Krone, sondern eine Augenbinde, da sie Christus nicht als den Messias erkannte.
Sie trägt ein einfach gegürtetes Untergewand. Die Falten desselben sind diagonal um die Figur geführt, aus der Seitenansicht wird die Schönheit des jungen Körpers augenfällig. Ihr Lächeln ist vornehm und zurückhaltend.

Ecclesia (links) und Synagoge (rechts)

Das Kaisergrab

 

Der Bistumsgründer Heinrich II., gestorben 1024, ist im Jahr 1146 als einziger deutscher Kaiser heiliggesprochen worden. Kaiserin Kunigunde, gestorben 1033, wurde im Jahr 1200 heiliggesprochen. Nachdem beide erst getrennt in der Mitte der Kirche begraben worden waren, wurden sie dort nach ihren Heiligsprechungen erhoben bestattet. Ihre Grabmäler löste das gemeinsame Hochgrab ab, das zum Ostchor versetzt worden ist. Beider Hochgrab, begonnen 1499, vollendet 1513, wurde unter Tilman Riemenschneider geschaffen. Die Deckplatte des Grabes zeigt das kinderlos gebliebene Ehepaar. Der Sarkophag besteht aus Juramarmor. Seine Seiten sind mit Legenden versehen, die sich um die Heiligen bildeten. Eine der bekanntesten Legende ist die Seelenwägung des Kaisers.

 

Der Marien- oder Weihnachtsaltar von Veit Stoß

 

Von dem berühmten Künstler Veit Stoß stammt der Marien- oder sogenannte Weihnachtsaltar. Es handelt sich dabei um Lindenholzreliefs, die Veit Stoß im Jahr 1523 fertigstellte. Auftraggeber war sein Sohn Andreas Stoß, der Prior im Nürnberger Karmeliterkoster war. Als das Kloster ein Jahr später aufgelöst wurde und Andreas Stoß nach Bamberg kam, kaufte er den Altar für die Bamberger Obere Pfarre an. Er wurde zur Feier der 700jährigen Konsekration des Doms im Jahr 1937 als Leihgabe in den Dom überführt. Dafür musste der Kirchgattendorfer Altar weichen und kam an seinen jetzigen Standort.


In der Mitte des Triptychons wird die Geburt Jesu dargestellt, wobei die Engel durch die Leidenswerkzeuge bereits auf die Passion hinweisen. Veit Stoß zeigte das Jesuskind auf dem weit ausgebreiteten Mantel Marias. Das Christuskind auf dem Kissen ist eine Ergänzung aus der Barockzeit. Hinter Maria steht der heilige Josef, während rechts Engel und Hirten hinzutreten. Der Erste hält eine Knickhalslaute im Arm und umgreift gleichzeitig eine Säule. Ein Engel in der Kleidung eines Diakons kniet frontal zum Betrachter, ein anderer hat eine Viola unter seinen Arm geklemmt. Auch er musiziert nicht, sondern hält ein Kreuz in den Händen. Die ursprünglich in Bildmitte konzipierte Säule wurde später nach links verschoben. Nach den Meditationes des Pseudo-Bonaventura, wird beschrieben, Maria habe ihr Kind an einer Säule angelehnt und ohne Schmerzen geboren. Die Säule soll aber auch als Hinweis auf die Passion, auf die Geißelung Christi vor Pontius Pilatus verstanden werden.


Entsprechend verhält es sich mit den beiden Höhlen unterhalb der Säule. Nach Angabe des Pseudo-Matthäus gebar Maria ihr Kind in einer Höhle und verließ sie am dritten Tag, um ihr Kind im in die Krippe zu betten. Den Hintergrund bildet eine Landschaft mit Befestigungsanlagen und Häusern, die an die mittelalterliche Stadtbefestigung Nürnbergs erinnert.


Der Altar war ursprünglich nicht so dunkel wie er heute erscheint. Vielmehr waren Augen und Mund der Figuren farbig und das helle Lindenholz honiggelb lasiert. Der Altar wurde im späten 19. Jahrhundert irreversibel mit einer dunkelbraunen Lasur überarbeitet, was sein Erscheinungsbild bis heute nachteilig beeinträchtigt.

 

Der Schlussstein

Über dem Westchor fällt der aus der Achse gerückte Schlussstein des Gewölbes auf. Auch wenn dies lediglich bautechnisch bedingt war, hat es immer wieder zu Erklärungsversuchen angeregt. So heißt es, dass dadurch die Bauleute darauf hinweisen wollten, wie Christus am Kreuze sein Haupt neigte und starb. Einer anderen Überlieferung zufolge sollte dadurch zum Ausdruck gebracht werden, dass das Bauwerk vor Gott als unvollkommenes Menschenwerk erscheint.
Hinter der gotischen Bauweise steht religiöse Symbolik. Derzufolge stehen die Säulen und Pfeiler für die Apostel und Propheten, die den Glauben tragen, während Jesus der Schlussstein ist, der eine Mauer mit der anderen verbindet.

 

Die Heilige Maria


Die Figur der Maria und die Figur der Elisabeth, die auch Seherin oder Bamberger Sybille genannt wird, sollen eine Heimsuchungsgruppe gewesen sein: Maria begegnet Elisabeth. Die Figuren, die der Gotik um 1230 entstammen, könnten aber anders als ursprünglich vorgesehen angeordnet sein, weil das Figurenprogramm des Doms wahrscheinlich nicht vollendet worden war.

Heimsuchungsgruppe

Die sogenannte Heimsuchungsgruppe besteht aus den Figuren der hl. Elisabeth und ihrer Base der hl. Maria, Mutter Gottes. Sie ist im nördlichen Seitenschiff an den Chorschranken an einem Pfeiler über Eck aufgestellt. Bislang ist noch nicht zufrieden stellend geklärt worden, in welchem räumlichen Zusammenhang die Figuren der Maria und der Elisabeth konzipiert waren.
Direktes Vorbild hierfür ist diese Gruppe am Hauptportal der Kathedrale von Reims. Doch sind die Figuren nicht einfach kopiert worden, sondern in einer Art freien Nachbildung neu entstanden.

 

Der Bamberger Reiter

Der Bamberger Reiter ist die älteste erhaltene, lebensechte, aus Stein gefertigte, mittelalterliche Reiterplastik. Sie wurde um 1230 aus mehreren Sandsteinblöcken gefügt. Die Figur war in der Gotik bemalt: Sie bildet einen unbekannten Herrscher ab. Da vermutet wird, die Krone weise auf einen König, der Baldachin deute auf einen Heiligen hin, wird angenommen, die Figur stelle Stephan, den heiliggesprochenen, ersten christlichen ungarischen König dar. Der Legende nach wurde er im Bamberger Dom getauft. Nachdem er durch das Fürstenportal in den Dom geritten sein soll, habe sein erster Blick dem Altar des Westchors gegolten. Er steht am Aufgang zum Ostchor, erhöht am nördlichen Pfeiler.