Pfarrkonvent 2015 in Malaga

Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenbezirkes Geislingen in der evangelischen Kirche in Malaga

Pfarrkonvent in Andalusien, Malaga vom 11. bis 16. Oktober 2015

 

Programm

Sonntag, 11. Oktober 2015


13.30 Abfahrt zum Flughafen Stuttgart
Abflug: 17.07 Stuttg.
Ankunft 19.50 Malaga
Transfer ins ökum. Zentrum Los Rubios
Abendessen in Los Rubios
Wahrnehmung der Umgebung

 

 

Montag, 12. Oktober 2015

An den Grenzen Europas – soziale und kulturelle Spannungsfelder Andalusiens Marbella – Casares


9.00 Abfahrt nach Marbella zur Evang. Kirche deutscher Sprache (bei schlechtem Wetter )

10.00 Treffen mit Pfr. Christof Meyer, Pfarramt Costa del Sol
bei gutem Wetter: direkte Fahrt nach Casares.
Pueblo blanco mit Alcazaba,
Wanderung in der Sierra Bermeja/Cresellina
und Museum Blas Infante

Essen und
einführendes Gespräch und Andacht mit Pfr. Christof Meyer

Abendessen in Los Rubios

 

Dienstag, 13. Oktober 2015

An den Grenzen Europas: religiöse Spannungsfelder: Christentum und Islam in der Geschichte und Architektur Cordoba – Mezquita

7.30 Andacht Volker Weiß…

8.30 Abfahrt nach Cordoba

Besuch der Kathedrale Mezquita
Stadtführung

13.00 Mittagspause
Freie Zeit in Cordoba

Abendessen in Los Rubios

Abends: Vortrag von Günther Alius: Islam in Spanien

 

Mittwoch, 14. Oktober 2015
An den Grenzen Europas: die nahe Grenze zu Afrika und die Flüchtlingsarbeit der IEE (Spanische E. Kirche – iglesia ev. Espaniola
Malaga

7.30 Andacht Maren Pahl
9.00 Abfahrt

Gespräch und Treffen mit Direktor José Manuel Mochon, Pfarrer der IEE

Besuch des Flüchtlingsprojekts der IEE in Malaga


Malaga
Z.B. Picasso Museum


Abendessen in Malaga
(Restaurant Jasmin)

 

Donnerstag, 15. Oktober
An den Grenzen Europas:
Im Schmelztiegel der Kulturen und Religionen Granada

7.30 Andacht Dr. Karl-Heinz Drescher-Pfeiffer
8.30 Abfahrt

Stadtführung im Albaicin, im jüdischen und christlichen Viertel

13.00 Mittagspause (auf eigene Faust)

14.00
Besuch der Alhambra

Granada - Weltkulturerbe und Schmelztiegel der Kulturen

Flamenco und Abendessen in Granada

 

Freitag, 16. Oktober 2015

7.30 Andacht Kathinka Kaden am Strand

Gesprächsrunde

Abfahrt mit Bus 11.30
Rückflug
Abflug Malaga 14.55
Ankunft Stuttgart 17.35 Uhr

Krieg oder Frieden? – Spanien und der Islam

Vortrag von Günther Alius, Erwachsenenbildungsreferent des Kirchenbezirks Geislingen beim Pfarrkonvent in Malaga

 

Vortrag

Soziale und Kulturelle Spannungsfelder Andalusiens

Kirche El Angel in Marbella

2012 hat Pfarrer Christof Meyer aus Stuttgart den Dienst im Deutschen Evangelischen Pfarramt Costa del Sol begonnen. Das Pfarramt ist eine Einrichtung der EKD. Gottesdienste finden in Torrox-Costa und   in El Ángel, Marbella, statt.

Ein Großteil der Gemeinde besteht aus Rentnern, die sich hier ihren Lebenstraum verwirklicht haben und nach dem Arbeitsleben an die Costa del Sol gezogen sind. Wenn dann aber der Ehepartner stirbt, Krankheiten und Gebrechen auftreten, dann kommt schnell die große Einsamkeit.  Pfarrer und  Gemeinde versuchen, die Menschen aus ihrer Isolation zu holen und ihnen Heimat zu bieten im geistlichen und kulturellen Sinn.

Die Evangelische Gemeinde arbeitet eng mit dem Evangelischen Ökumenischen Zentrum "Los Rubios" zusammen. Die Gemeindearbeit wird zu 70 % über Spenden und Sponsoring selbst finanziert.

Christoph Meyer und Miriam Fischer verstehen sich seit ihrem Amtsantritt in Espona als Mittler zwischen den verschiedenen Milieus, Kulturen und Religionen, zwischen Orient und Okzident. Sie beschäftigen sich intensiv mit der andalusischen Kultur und Geschichte und deren jüdischen, islamischen und christlichen Grundlagen.

 

 

 

Pfarrer Christoph Meyer

Die evangelische Kirche in Marbella

Bergdorf Casares mit Blick auf Gibraltar

Das Bergdorf Casares liegt an einer Bergspitze. Die maurische Bevölkerung leistete bis 1570 Widerstand gegen die Reconquista des spanischen Königshauses. Der Schriftsteller und Politiker Blas Infante Pérez wurde 1885 in Casares geboren und gilt als "Vater der andalusischen Heimat". Er strebte die Autonomie Andalusiens an. In seinen Werken setzt er sich mit der Unterdrückung und Ausbeutung der Bauern und Tagelöhnern in seiner Heimat auseinander und forderte soziale Gerechtigkeit für die Armen. Blas Infante schrieb die Nationalhymne Andalusiens, in der die weiß-grüne Nationalflagge für Frieden und Hoffnung für as andalusische Volk steht.

1936 wurde er von Vertretern der Falange erschossen. Sein Geburtshaus in Casares wurde zu einem kleinen Museum ausgebaut.

 

Gibraltar - der Hochsicherheitszaun zwischen Afrika und Europa

 

Melilla ist neben Ceuta und den Kanaren alles, was Spanien von seiner Kolonialherrschaft in Afrika geblieben ist. Seit mehr als 500 Jahren klammert sich das Königreich an die 84.000-Einwohner-Stadt am nördlichen Rand des afrikanischen Kontinents. So wurde die spanische Exklave zu einem Vorposten Europas. Flüchtlinge haben drei Möglichkeiten, Melilla zu erreichen. Der härteste aller Wege führt vom Berg Gourougou über den Hochsicherheitszaun. Er kostet kein Geld, aber die Erfolgsquote ist gering. Es ist die Route der Ärmsten der Armen.



Es sind eigentlich nur mehr wenige Kilometer nach Europa. Aber es ist ein unglaublich langer Weg bis dahin. Es könnte so einfach sein, gäbe es diesen Zaun in Melilla nicht. Er ist längst viel mehr als eine Grenze. Er ist eine Verteidigungsanlage mit rasiermesserscharfen Klingen, die Menschen nicht nur stoppt, sondern bereits jeden Versuch schmerzhaft sanktioniert. Der Zaun ist Hindernis und Bestrafung zugleich. Mehr als sechs Meter hoch, 12,5 Kilometer lang, drei Barrieren, umwickelt mit Nato-Draht und seit einiger Zeit mit speziellem Gitter verstärkt, das es unmöglich macht, mit Fingern oder Füßen Halt zu finden. Mehr als 300 Polizisten bewachen ihn allein auf spanischer Seite. Der Zaun in Melilla ist Europas deutlichstes Signal an die Außenwelt, dass es für sich bleiben will.


Manchen gelingt der Sprung über den Zaun aber doch. Alle paar Wochen stürmen sie los. Manchmal zu Hunderten, weil sie nur so die Grenzpolizisten überrumpeln können.
 

Cordoba - Christentum und Islam

Córdoba geht auf eine alte iberische Siedlung zurück. Sie wurde 169 v. Chr. von den Römern besetzt und entwickelte sich als Corduba zum Hauptort Südspaniens. Im 3. oder 4. Jahrhundert wurde Corduba Bischofssitz. Einer der ersten Bischöfe soll Ossius (Hosius) gewesen sein, der als Berater Konstantins des Großen u. a. maßgeblich das Konzil von Nicäa beeinflusste.
 
Nach der Zerstörung durch die Vandalen blieb Córdoba Teil des Westgotenreiches. Von 554 bis 571 gehörte es zum Byzantinischen Reich. Nach der Rückeroberung durch die Westgoten 572 verlor es an Bedeutung und verfiel zusehends.
 
711 wurde die Stadt von den Mauren eingenommen, war ab 716 zeitweise Sitz der Statthalter von al-Andalus und ab 756 die Hauptstadt des umayyadischen Emirats von Córdoba.  Im 10. Jahrhundert wurde das Kalifat von Córdoba errichtet. In dieser Zeit lebten ungefähr eine halbe Million Menschen in Córdoba, das damals eine der größten Städte der bekannten Welt war. Christen, Juden und Muslime lebten meistens friedlich zusammen.
 
Nach dem Untergang des Kalifats errang in der Zeit der Taifa-Königreiche zunächst 1031 die maurische Dynastie der Dschahwariden die Herrschaft, die 1069 von den Abbadiden aus Sevilla abgelöst wurde. Nach deren Sturz 1091 gehörte die Stadt zum Herrschaftsbereich der Berberdynastie der Almoraviden. 1148 wurde die Stadt von den Almohaden erobert, 1236 im Rahmen der Reconquista von den christlichen Truppen für Kastilien (Fall von Córdoba).
 
Während des spanischen Unabhängigkeitskrieges wurde die Stadt am 8. Juni 1808 von französischen Truppen unter General Pierre Dupont de l’Étang eingenommen, ausgeplündert und zum großen Teil zerstört.

Mezquita in Cordoba

Inmitten von Cordobas Altstadt erhebt sich die Moschee. Das Areal von 175 m Länge und 128 m Breite wird als die größte Moschee in der islamischen Welt angesehen. Als die Araber im Jahr 711 Cordoba zu ihrer Hauptstadt machten, schufen sie für ihre Gemeinde einen Gebetssaal. Sie wandelten zunächst eine Hälfte der Kirche San Vicente in eine Moschee um, während man die andere Hälfte den Christen überließ. Die Zahl der muslimischen Bevölkerung wuchs jedoch so schnell, dass Abd ar-Rahmann I. 785 auch den christlichen Flügel erwarb und mit dem Bau einer neuen Moschee begann. Dieser Gründungsbau wurde stetig erweitert und ergänzt. Nach der Eroberung Cordobas durch die Christen wurde im 16. Jahrhundert eine gewaltige Kathedrale in der Mitte des Betsaales erbaut.

Malaga - Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Kirche Spaniens

Pfarrer und Direktor José Manuel Mochon mit Pfarrerin und Übersetzerin Yasna Crüsemann

Málaga ist nach Sevilla die zweitgrößte Stadt in Andalusien und die sechstgrößte Stadt Spaniens mit über 500.000 Einwohnern.

Die Pfarrerinnen und Pfarrer des Konventes besuchten das Zentrum der Evangelischen Kirche in Malaga und sprachen mit Pfarrer und Direktor José Manuel Mochon. Er informierte:

Seit dem Mittelalter versuchte die kleine evangelische Kirche Fuß zu fassen, was nicht gelungen ist. In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts waren reformierte Engländer missionarisch in Spanien tätig. Deutsche Missionare hatten in Madrid ihre Tätigkeit, methodistische Christen  waren in Katalanien unterwegs.

1886 wurde die Christliche Evangelische Kirche Spaniens gegründet.

In Spanien gab es keine Religionsfreiheit, deshalb brauchten die Protestanten immer die Unterstützung von ausländischen Kirchen. Die Gemeinden wuchsen trotz fehlender Religionsfreiheit. Pfarrer Mochon sagt, dass bei fehlender politischer Freiheit die Kirchen Orte der Freiheit sind. Mit der politischen Freiheit nach dem Tode Francos 1975 kam in Spanien die Säkularisierung und die Kirchen wuchsen nicht mehr. Die protestantische Kirche in Malaga hat 60 Personen aus 17 Familien als zahlende Mitglieder. Es besteht mit Anglikanern, Baptisten und Evangelikalen ein Zusammenschluss. Inhaltliche Differenzen sind durchaus deutlich, etwa zur Haltung zur Homosexualität.

1992 suchte die Flüchtlingsorganisation CA Räume für ihre Arbeit. Die Schule der protestantischen Kirche wurde angeboten und seitdem finden hier Flüchtlinge Unterkunft. Das Zentrum wird von NGO geleitet und bekommt Hilfte vom spanischen Staat für Essen und Unterkunft. Deutlich zeigt sich der Reflex aus weltpolitischen Zusammenhängen - je nachdem sind die Herkunftsländer der Flüchtlinge. Bosnien, Kosovo, Afrika. Die Flüchtlinge können zwischen sechs und zwölf Monaten im Zentrum bleiben und haben juristische, psychologische und soziale Beratung.

Die Flüchtlinge halten Kontakt zum Zentrum, wenn sie ausgezogen sind. Das Asylrecht Spaniens gehört zum fortschrittlichsten in der EU. Flüchtlinge haben das Recht, nach 10 Jahren die spanische Staatsbürgerschaft zu erhalten. In der Praxis profitieren aber wenige von diesem Gesetz. 10 bis 15 % der Asylbewerber erhalten eine Aufenthaltserlaubnis. 3 Jahre dauert das reguläre Asylanerkennungsverfahren. So sind die Flüchtlinge illegal in Spanien, müssen aber nachweisen, dass sie 3 Jahre in Spanien waren, um anerkannt zu werden.  Sie leben von illegaler Arbeit in der Landwirtschaft oder als Hausangestellte.

In die protestantische Gemeinde integrieren sich die Flüchtlinge nicht. Sie ziehen weiter Richtung Norden. Auch muslimische Flüchtlinge lassen sich nicht in die muslimischen Gemeinden integrieren.

Der Unterschied zwischen Migranten und Flüchtlingen ist, dass Migranten wo anders hin wollen, Flüchtlinge wo anders hin müssen.

Die Evangelische Kirche organisiert kulturelle Veranstaltungen, um Geld für diese Arbeit zu bekommen.

Zur katholischen Kirche besteht eine gute Beziehung mit gegenseitiger Anerkennung und Respekt. Keine Gemeinschaft besteht zu Frei- und Pfingstkirchen, die anderen den Glauben absprechen.

Die wirtschaftliche Situation in Spanien ist nicht besser geworden seit dem Bankencrash. Insgesamt gibt es 2 Mio Arbeitslose. In Andalusien sind 60 % der unter 30-jährigen arbeitslos.

Malaga, so Pfarrer Mochon, war immer eine offene Stadt und hatte bisher keine Probleme mit Flüchtlingen. In 1 1/2 Jahren waren 950 Syrer im Flüchtlings-Zentrum in Malaga. In der Regel gehen sie nach einer Woche weiter. Sie wollen nach Deutschland. Mit Hilfe der Mafia kommen die Flüchtlinge übers Meer im Hafen Malagas an. Die Probleme mit Flüchtlingen wird vom Staat weggeschoben durch verstärkte Grenzkontrollen in anderen Ländern.

Pfarrer Mochon sagt abschließend:

Die Situation mit Flüchtlingen ist wie ein Fluß: Wenn es langsam fließt, versickert es, wenn es schnell fließt, kommt die Katastrophe.

 

 

 

Granada - im Schmelztiegel der Kulturen und Religionen

Granada ist die Hauptstadt der Provinz Granada in Andalusien  und liegt in einem Ballungsgebiet der Vega de Granada. Die Stadt zählt 235.800 Einwohner.

 

Nach der Eroberung der iberischen Halbinsel durch die Römer ist die Siedlung mit dem Namen Illiberis belegt. Nach dem Zerfall des römischen Kaiserreichs kam das Gebiet zunächst unter den Einfluss des nordafrikanischen Reichs der Vandalen, stand nach dessen Zusammenbruch 534 für einige Jahrzehnte unter oströmischer Herrschaft und gehörte dann seit Beginn des 7. Jahrhunderts zum iberischen Reich der Westgoten. Im Jahr 711 wurde die Stadt von den Mauren erobert.

Nach dem Untergang des Kalifats von Córdoba ergriff 1012 der berberische Clanchef Zāwī ibn Zīrī die Macht in der Provinz und machte das leichter als Ilbīra zu verteidigende Granada zum Sitz der Dynastie der Zīrīden, die von hier aus etwa 80 Jahre lang über eines der bedeutendsten Kleinkönigreiche des südlichen Al-Andalus herrschte, bis sie 1090 von den Almoraviden gestürzt wurde. Nach der Vertreibung der Almohaden wurde die Stadt von 1238 bis 1492 Hauptstadt des Sultanats der Naṣriden.
 
Im Jahr 1066 kam es zum Massaker von Granada, bei dem ein Mob einen jüdischen Wesir sowie den Großteil der jüdischen Bevölkerung der Stadt ermordete; die Bluttat wird als das erste Pogrom auf europäischem Boden angesehen.

1492 kapitulierte der letzte naṣridische Herrscher Muhammad XII. (auch Boabdil) und übergab die Stadt an Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragón, die so genannten „Katholischen Könige“ (Reyes Católicos). Damit war die Reconquista, die „Rückeroberung“ der iberischen Halbinsel für das Christentum, abgeschlossen.

Alhambra

Alhambra

Die Alhambra ist eine bedeutende Stadtburg auf dem Sabikah-Hügel von Granada in Spanien, die als eines der schönsten Beispiele des maurischen Stils der islamischen Kunst gilt. Die Alhambra ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas und seit 1984 Weltkulturerbe.

 

Die bedeutendsten Bauten aus der maurischen Zeit gehören zur Festung Alhambra ("Die Rote"). Sie ist eine Ansammlung von Palästen und die größte profane Anlage dieser Art in Spanien. Sie wurde auf älteren Anlagen im 13. und 14. Jahrhundert als Residenz der maurischen Könige der Naṣriden-Dynastie errichtet. Berühmt ist die Alhambra für ihre Stuckdecken und den Löwenbrunnen. König Karl V. ließ einen Palast in diesem Areal erbauen, durch den weite Bereiche des ursprünglichen Palastes zerstört wurden. Da es sich bei diesem um eines der bedeutendsten Gebäude der Renaissance in Spanien handelt, werden hier keine Ausgrabungen durchgeführt. In der Alhambra befindet sich im Gebäude eines dem Franz von Assisi geweihten Klosters aus dem 16. Jahrhundert ein Hotel. Oberhalb der Alhambra liegt der Generalife (= Garten bzw. Paradies des [Gott] Erkennenden), die Sommerresidenz des Emirs.


Flamenco in Granada

Die Entstehung des Flamencos ist mit der historischen, sozialen und kulturellen Entwicklung der südspanischen Region Andalusien eng verbunden. Die traditionelle Musikkultur Andalusiens und damit auch der Flamenco wurden überwiegend schriftlos, also mündlich, tradiert. Der Mangel an Belegen für eine Existenz des Flamenco vor dem 19. Jahrhundert führte dazu, dass zahlreiche Theorien entstanden, die seine Ursprünge in weiter zurückliegenden Einflüssen verschiedener Kulturen suchen.

 

Zwischen Gesang und Tanz herrscht ein komplexes Wechselspiel, das für den ungeübten Zuschauer kaum zu durchschauen ist, aber sehr strengen Regeln folgt. Männer und Frauen tanzen normalerweise allein, also nicht paarweise.
 
Auf Bühnen werden einstudierte Choreografien vorgetanzt. Dabei werden normalerweise traditionelle Elemente und Schritte verwendet, die nur sehr fortgeschrittene Tänzer und Tänzerinnen spontan im Wechselspiel mit dem Sänger zusammenstellen können. Wenn Flamencotänzer und -tänzerinnen eine klassische Tanzausbildung genossen haben, werden auch Flamencotänze mit neueren Tanzschritten verbunden