Die Bezirkssynode hat beschlossen

Nach Vorgabe der Landessynode muss im Geislinger Kirchenbezirk bis zum Jahr 2011 eine ganze Pfarrstelle gestrichen werden.
Die Bezirkssynode hat am 10. März 2006 darüber beraten und beschlossen.

 

In der ersten Runde zum Pfarrplan 2006 mussten im Kirchenbezirk Geislingen bereits 100 % Pfarrstellenanteile eingespart werden. In dieser ersten Runde ging es innerhalb der Landeskirche zunächst um eine Umverteilung der Pfarrstellen im Sinne einer größeren Gerechtigkeit. Es gab einige Kirchenbezirke, die sehr viele Gemeindeglieder verloren hatten, und andere, die Gemeindeglieder hinzu gewonnen hatten, ohne dass bisher die Verteilung der Pfarrstellen dem Rechnung getragen hatte.

In der jetzt aktuellen Pfarrplanrunde 2011 geht es darum, die Zahl der Pfarrstellen an die sinkenden Zahlen evangelischer Gemeindeglieder anzupassen.

In der Zeit von 2000 bis 2005 hat zum Beispiel der Kirchenbezirk Geislingen 1285 Gemeindeglieder verloren. Wohlgemerkt - weniger durch Austritte als durch die allgemeine demografische Entwicklung.

Die Bezirkssynode tagt unter Vorsitz von Hans-Peter Bühler und Dekanin Hühn

Die Bezirkssynode hat nun in ihrer Sitzung am 10. März 2006 folgende Beschlüsse zur Umsetzung des Pfarrplanes 2011 gefasst:

 

1. Die Ziele des "Pfarrplan-Prozesses"

  • Die Gemeinden von der Struktur her zukunftsfähig machen.
    Die demographische Abwärtsentwicklung wird weitergehen und es werden bei den nächsten Pfarrplanrunden immer höher werdende Gemeindegliederzahlen pro Pfarrstelle in Rechnung gestellt.
  • Die Zahl der Pfarrstellen mit reduziertem Dienstauftrag in einem vernünftigen Maß halten.
  • Keine isoliert liegende Pfarrstellen mit reduziertem Dienstauftrag einrichten, sondern diese in einen nachbarschaftlichen Verbund eingliedern.
  • Keine einzelne 50 %-Pfarrstellen mit Geschäftsführung
    Das erfordert zuviel Arbeitszeit für die Geschäftsführung.
    Bei Teilzeitstellen eine eindeutige Konzentration auf die pastorale Aufgabe bewirken.
  • Kommunal zusammengehörende Gemeinden enger aufeinander beziehen
  • Verwaltung straffen, Synergieeffekte nutzen.
  • Die übergemeindliche Kooperation in verlässliche Formen gießen.
  • Strukturelle Klärung mit Hilfe der Gemeindeberatung vor der Umsetzung des Pfarrplans durchführen.
  • Wichtig ist der Gemeindeentwicklungsprozess, die Rechtsform ist im Prozess zu entwickeln.
  • Gemeinden, die fusionieren, also starke Einschnitte in ihre Struktur und Gemeindeidentität mit Hilfe einer Gemeindeberatung bearbeiten müssen, werden bei dieser Pfarrplan-Runde übersprungen.
  • Möglichst nicht bei Pfarrstellen kürzen, die bei der ersten Pfarrplan-Runde gekürzt wurden.
  • Vermutete bessere Besetzbarkeit der Pfarrstelle erreichen.

Pfarrer Vogelgsang, Aufhausen, trägt seinen Antrag der Bezirkssynode vor

2. Beschlüsse

 

A. Geislingen

Die Gemeinden Markuskirche und Martinskirche bzw. Stadtkirche und Pauluskirche fusionieren miteinander und werden deshalb bei der diesmaligen Pfarrstellen-Kürzung übersprungen.

Alle vier Gemeinden haben die Bereitschaft erklärt, sich auf einen Fusionsprozess unter externer Beratung einzulasssen.


Für die Martins- und Markusgemeinde beginnt dieser Prozess demnächst

Für die Stadtkirche- und Paulusgemeinde im September 2006

Der Beratungsprozess soll bis zum Ende der Wahlperiode der derzeitig amtierenden Kirchengemeinderäte abgeschlossen sein.

 

B. Aufhausen und Türkheim: -25 % Pfarrstelle

Die beiden derzeitigen Pfarrstellen werden zu einer 100 %-igen Pfarrstelle zusammengelegt. Dies liegt im Interesse des Kirchenbezirks.
Die Pfarrstelle Aufhausen wird aufgehoben und künftig von der Pfarrstelle Türkheim mitversehen.


Die Vorteile dieser einen 100 %-Stelle sind:

weniger Religionsunterricht

Synergie bei der Geschäftsführung

Vermutlich weniger Probleme bei der Besetzung der Pfarrstelle

Preisgünstiger

 


C. Bad Überkingen, Hausen, Unter- mit Oberböhringen: -25% Pfarrstelle

Die Gemeinden Bad Überkingen, Hausen und Unter- mit Oberböhringen werden aufgefordert, sich auf einen hinsichtlich der Rechtsform ergebnisoffenen Gemeindeentwicklungs-Prozess einzulassen mit dem Ziel, die Zahl der Pfarrstellen von 200 % auf 175 % zu reduzieren und bei 175 % Pfarrstellen möglichst effektive Verwaltungsstrukturen und möglichst intensive Zusammenarbeit zu erreichen.

Welche Rechtsform, - z. B. "Jeder für sich", "Geregelte Kooperation", "Gesamtkirchengemeinde", "Fusion" oder etwas völlig anderes – diese Zusammenarbeit haben wird, kann nicht vorweg genommen werden, sondern wird Ergebnis dieses Prozesses sein.

Der Gemeindeentwicklungsprozess beginnt möglichst bald, spätestens am 01. September 2006 und muss bis zum Ablauf der derzeitigen Wahlperiode des KGR beendet sein.

 

 


D. Auendorf, Deggingen-Bad Ditzenbach, Gruibingen und Wiesensteig: - 50% Pfarrstelle

Die Gemeinden Deggingen-Bad Ditzenbach, Auendorf, Gruibingen und Wiesensteig werden aufgefordert, sich auf einen hinsichtlich der Rechtsform ergebnisoffenen Gemeindeentwicklungs-Prozess einzulassen mit dem Ziel, die Pfarrstellen von insgesamt
350% auf 300% zu reduzieren und dabei möglichst effektive Verwaltungsstrukturen und möglichst intensive Zusammenarbeit zu erreichen.

Welche Rechtsform, - z. B. "Jeder für sich", "Geregelte Kooperation", "Gesamtkirchengemeinde", "Fusion" oder etwas völlig anderes – diese Zusammenarbeit haben wird, kann nicht vorweg genommen werden, sondern wird Ergebnis dieses Prozesses sein.

Der Gemeindeentwicklungsprozess beginnt möglichst bald, spätestens am 01. September 2006 und muss bis zum Ablauf der derzeitigen Wahlperiode des KGR beendet sein.

 

 

Summe Reduktion insgesamt: 100%

Die Bezirkssynodale berät und beschließt

Die Landessynode wird in ihrer Herbsttagung die Beschlüsse der Bezirkssynode beraten und darüber beschließen.

 


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Downloads

Übersicht über die Pfarrstellen im Kirchenbezirk