Ruhestandspfarrer diskutieren über die Ökumene

Hintere Reihe: v.l.n.r.: Günther Herzog, Dr. Gottfried Rothermundt, Jürgen Peylo, Dekanin Gerlinde Hühn, Karl, Scheufele, Elisabeth Scheufele, Ursula Götz, Siegfried Götz

Zum Frühjahrstreffen der Ruheständler im Kirchenbezirk Geislingen hatte Dekanin Gerlinde Hühn auf 10. April 2013 ins Haus der Begegnung in Geislingen eingeladen.

 

Aktuelles aus Kirchenbezirk und Landessynode standen auf dem Programm sowie das Schwerpunktthema:

"Evangelische und ökumenische Erwägungen nach der Papstwahl".

 

Pfarrer i.R. Dr. Gottfried Rothermundt hatte dazu ein Diskussionspapier erarbeitet. In der Einladung hieß es: "Zur Zeit wird auf allen Kanälen gepäpstelt. Dies wird noch eine Zeitlang anhalten. Die nicht-katholische Weltchristenheit scheint in der Öffentlichkeit gar nichtmehr vorzukommen. Es ist deshalb - natürlich in aller Vorläufikgkeit - theologisch zu erwägen, was sich aus dem Papstwechsel an Anregungen und Anfragen für unsere evangelische Kirche ergibt".

 

Dekanin Gerlinde Hühn begrüßte die Anwesenden.

Dekan i.R. Hermann Stahl hielt die Andacht über den Wochenspruch.

 

Pfarrer i.R. Gottfried Rothermundt gliederte seinen Vortrag in drei Punkte:

  1. Papstwechsel als Öffentlichkeits-Event
  2. Kirchenpolitische Bedeutung der Namenswahl des neuen Papstes
  3. Ökumenische Erwartungen

Der Wechsel im Papstamt war in allen Medien präsent und fand auch lokale Aufmerksamkeit.

Franziskus ist der beliebteste und faszinierendste Heilige in der katholischen Kirche. Sein Name ist wie eine Ikone und damit bildmächtig.

Der Name des neuen Papstes wäre Programm:

  • Franziskus setzt sich zu Bettlern
  • Alle Kreaturen sind Brüder und Schwestern
  • Franziskus schreibt Ordensregeln, will aber den Orden nicht führen

Wie passt dies zum neuen Papst?

Pfr. i.R. Gottfried Rothermundt

Pfarrer Rothermundt gibt folgende Antwort:

 

Es geht um Armut. Im Papstamt bedeutet dies Anspruchslosigkeit und die Stellung zu den Armen in der Welt. Papst Franziskus hat sich bis jetzt  sein Verhalten nicht vom Protokoll vorschreiben lassen. Seine Kleidung ist anders (kein Hermelinmantel, keine roten Schuhe).

 

Papst Benedikt war persönlich bescheiden, jedoch nicht im Amt.

Der neue Papst Franziskus hat bisher einen neuen Stil. Er zeigt eine zeremonielle Selbstzurücknahme. Jedoch ist keine Änderung in der Lehre sichtbar. Amt ist Amt - Doktrin ist Doktrin. Papst Franziskus wird auf das Jurisdiktionsrecht nicht verzichten.

Beides kann er nicht sein: Regent der Kirche und bescheidener Diener der Gläubigen

Die Armen werden durch den Papst nicht dazu gestärkt, das Gesetz des Handelns in die Hand zu nehmen. Die lateinamerikanische Befreiungstheologie hat einen marxistischen Gesellschaftsblick: Die Armen sollen der Kirche zeigen, wohin die Reise geht. Dies ist mehr als eine sozialdiakonische Botschaft. Papst Franziskus ist Helfer der Armen, aber kein Kampfgenosse.

Papst Franziskus ist Jesuit. Dies lässt an die Gegenreformation denken.
Zu fragen ist auch nach seinen Begegnungen mit protestantischen Kirchen in Südamerika. Hier handelt es sich häufig um Freikirchen, Charismatische Gruppen und Pfingstkirchen, kennt er die Reformation?

Die Rede von Franziskus vor dem Konklave, in der er den normalen katholischen Betrieb als narzisstisch beschrieb, wird als "scharfe Sache" empfunden.

Die Enzyklika „Dominus Jesus“, in der den Protestanten abgesprochen wurde, Kirche im eigentlichen Sinne zu sein, hatte eine lähmende Wirkung auf die Beziehung zu den protestantischen Kirche.
Der Wunsch in der Ökumene wäre:
Einheit in versöhnter Verschiedenheit. Hier gälte es, die legitimen Unterschiede gegenseitig anzuerkennen.
 

 

 

 

Berichte aus dem Kirchenbezirk und der Landessynode

Dekanin Gerlinde Hühn

Projekt Ehrenamt fördern mit System

 

Dieses Projekt wurde bezirksweit durchgeführt
Die Kirchengemeinden konnten sich beteiligen und erhielten Beratung und Moderation zu einzelnen Projekten. Eine Ehrenamtsbörse auf der Homepage des Kirchenbezirks wurde eingerichtet.
Im November 2012 wurde zum Ehrenamtstag ins Jugendheim Geislingen eingeladen. Bei der Frühjahrssynode 2013 fand das Projekt nun seinen Abschluss.

Sowohl für den Ehrenamtstag wie für die Internetbörse bekam der Kirchenbezirk einen Zuschuss vom Innovationsfonds der Landeskirche: das seien richtungsweisende Projekte.
 

Weitere Infos:

 http://www.kirchenbezirk-geislingen.de/cms/startseite/aktuelles/ehrenamtstag-2012/

http://www.kirchenbezirk-geislingen.de/cms/startseite/kirchenbezirk/leitung-des-kirchenbezirks/bezirkssynode-maerz-2013/

 

Distrikts-Visitationen im Kirchenbezirk

 

In Zukunft wird es immer mehr so sein, dass ein Pfarrer/eine Pfarrerin für mehrere Gemeinden zuständig ist. Kleinere Gemeinden müssen zusammenarbeiten, nicht jede sollte das Gleiche anbieten. Die Gemeindearbeit könnte gabenorientierter in den Gemeinden in einem Distrikt bzw. Kirchenbezirk angeboten werden.

Dekanin Hühn führt in diesem Jahr vier Distrikts-Visitationen unter dem Schwerpunkt "Kooperationen" durch: Welche gibt es bereits? Und welche müssen noch entwickelt werden?
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Im Distrikt Obere Fils und im Distrikt Untere Fils fanden diese Visitationen bereits statt.
Im Distrikt Alb ist der Termin: Freitag, 17. Mai, 18.00 Uhr, Amstetten
Im Distrikt Geislingen: Donnerstag, 27. Juni, 18.00 Uhr, Jugendheim

Weitere Infos:

http://www.kirchenbezirk-geislingen.de/cms/startseite/kirchenbezirk/distrikts-visitationen/

 

Landessynodale Anita Gröh informiert über

Pfarrplan 2018

Veränderungen in den Kirchenbezirks-Strukturen.

So wird ab dem 1. Januar 2014 der neue Kirchenbezirk "Bad Urach-Münsingen" gegründet. Allerdings sind noch viele notwendige Veränderungen notwendig.

 

 

Ehepaar Scheufele hört interessiert zu