Visitation im Distrikt Geislingen

Dekanin Hühn hatte dazu alle Kirchengemeinderätinnen und Kirchengemeinderäte sowie haupt-, neben- und ehrenamtliche Mitarbeitende auf 27. Juni 2013 eingeladen. Die Gemeinden Altenstadt Geislingen, Eybach, Pauluskirche, Stadtkirche, Stötten und Weiler o.H. bilden den Distrikt Geislingen.

Schwerpunkt der Visitation war die Kooperation im Distrikt.

Die Berichte der Gemeinden des Distriktes Geislingen über bestehende übermeindlichen Kooperationen wurden in einem Reader zur Distrikts-Visitation zusammengefasst:

 

Reader zur Distrikts-Visitation Geislingen 2013 (7 mb)

 

 

 

 

 

Dekanin Gerlinde Hühn und Schuldekan Johannes Geiger

Dekanin Gerlinde Hühn und Schuldekan Johannes Geiger

Berichte zu bestehenden Kooperationen im Distrikt

Schuldekan Johannes Geiger zum Bereich Bildung:
Im Distrikt Geislingen ist an den Schulen der Rückgang der evangelischen Schülerinnen und Schüler überdurchschnittlich. Das religiöse Wissen wird immer weniger.
Die Schulgottesdienste sind grundsätzlich gut besucht. Es beteiligen sich auch viele Pfarrerinnen und Pfarrer. Hier sind Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Pfarrerinnen und Pfarrern denkbar.
Mit der Schulseelsorge an der Geislinger Lindenschule ist die kirchliche Jugendarbeit in die Schule hineingenommen. Die Tegelbergschule ist auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule. Dort werden Kinder mit Haupt-, Real- und Gymnasiumempfehlung gemeinsam unterrichtet.
In Geislingen selbst sind vier Gymnasien, zwei allgemein bildende, ein sozialwissenschaftliches und ein wirtschaftliches. Das Helfenstein-Gymnasium bietet G 9 an.
Die Kindergärten haben kommunale, katholische, evangelische Träger. Ein Waldorf-Kindergarten befindet sich ebenfalls in Geislingen. Im Internetverzeichnis „Kindergärten in Baden-Württemberg“ sollten die evangelischen Kindergärten sich eintragen und ihre Konzeption bzw. ihr Leitbild einstellen.


Dekanin Gerlinde Hühn zur Stadtkirchengemeinde:
Seit dem Verkauf des Martin-Luther-Hauses hat die Stadtkirchengemeinde kein eigenes Gemeindehaus mehr. Das Zentrum des Gemeindelebens mit Gottesdienstes und Veranstaltungen ist die Stadtkirche. Dort finden Konfirmandenunterricht, Gruppen, Kinderkirche, Vorträge, Ausstellungen, Konzerte, Empfänge statt.

Seit dem Verkauf des Martin-Luther-Hauses hat die Stadtkirchengemeinde kein eigenes Gemeindehaus mehr. Die Stadtkirche hat quasi die Funktion eines „Gemeindehauses“ übernommen, obwohl sie die würdevollste Kirche ist.

Die Stadtkirche – das ist einigen möglicherweise nicht so bewusst - ist nun das Zentrum des Gemeindelebens: Neben Gottesdiensten, Zentralgottesdienstes und Jubiläumsgottesdiensten finden dort zahlreiche Gemeindeveranstaltungen statt:
Kinderkirchmorgen, Konfirmandenunterricht, Seniorengruppen, Vorträge, Ausstellungen, Konzerte, Empfänge und das Weihnachtcafé in der Adventszeit.

Pfarrer Dietrich Crüsemann zur Kirchengemeinde Weiler o. H.

Pfarrer Dietrich Crüsemann


Weiler ist die kleinste Kirchengemeinde im Distrikt Geislingen. Sie ist erst 1972 zur Gesamtkirchengemeinde gekommen. Allerdings hat sie seit 1838 eine Kooperation mit der Stadtkirchengemeinde: Beide Gemeinden teilen sich den/die PfarrerIn. In Weiler gibt es eine Kirche, die Margarethenkirche, die vor einer großen Sanierung steht. Die Zusammenarbeit der Kirchengemeinde mit den Vereinen und den Landfrauen in Weiler ist sehr gut.

Weiler ist die kleinste Kirchengemeinde im Distrikt Geislingen.
Sie ist erst 1972 zur Gesamtkirchengemeinde gekommen.
Allerdings besteht seit 1838 eine Kooperation mit der Stadtkirchengemeinde: Beide Gemeinden teilen sich den/die PfarrerIn.
In Weiler gibt es eine Kirche, die Margarethenkirche, die vor einer großen Sanierung steht.

Die Zusammenarbeit der Kirchengemeinde mit den Vereinen und den Landfrauen in Weiler ist sehr gut.
Es ist ein Dorf, man hilft sich gegenseitig.

Die traditionelle Altenarbeit bröckelt, Jüngere fühlen sich noch nicht alt genug.

Pfarrerin Maren Pahl zur Paulusgemeinde:

Pfarrerin Maren Pahl


Die Paulusgemeinde hat als Schwerpunkte die Kultur mit Ausstellungen, die Bildung mit ihrem Kindergarten und ist Heimat der jährlichen Vesperkirche.
Die Pfarrstelle der Paulusgemeinde wurde mit dem Beschuss zum Pfarrplan 2018 von 100 % auf 50 % gekürzt. Dies wird bis spätestens 2018 umgesetzt. Die Fusion mit der Stadtkirchengemeinde ist auf dem Weg.
Die Immobilienfrage in der Pauluskgemeinde ist ungeklärt, sie drängt nach einer guten Lösung.
Der KGR der Paulusgemeinde hat seit 2010 als Profil festgestellt: Neues wagen – lebhafte Diskussionen -  Kinder durch Gottes Liebe stark machen – Kunst erleben – Heimat für die Vesperkirche sein.   
Die Pauluskirchengemeinde beschäftigt aktuell:
1.) die beschlossene, aktuell noch nicht wirksame, aber bis 2018 umzusetzende Kürzung der Pfarrstelle auf die Hälfte
2.) die beschlossene Fusion mit der Stadtkirchengemeinde, welche durch verstärkte Kooperation auf dem Weg ist und
3.) die Immobilienfrage: Im Pfarrhaus stehen 2 Obergeschosse leer, während im Unter-geschoss die Kindertagesstätte aus allen Nähten platzt.

Pfarrer Martin Breitling zur Kirchengemeinde Altenstadt

Pfarrer Martin Breitling


Die Fusion der Kirchengemeinden Markus und Martins zu Altenstadt hat auf dem Weg viel Kraft gekostet. Die Kirchengemeinde Martinskirche hat eine über 100-jährige Tradition, die Markusgemeinde war mit 25 Jahren noch relativ jung. Beide Kirchengemeinden haben unterschiedliche Prägungen. Die Fusion bietet aber auch viele Chancen.
Für die Zukunft besteht die Herausforderung darin, unterschiedliche Profile zu stärken und dabei dennoch das Bewusstsein zu fördern, zu einer Gemeinde zu gehören.
Die Jugendarbeit befindet sich im Umbruch: sie findet seit der Anstellung von Romy Zerrenner auch, jedoch nicht ausschließlich, in der Schule statt.
Als Herausforderung bleibt: die Gemeinde ist mit auf den Weg zu nehmen, damit Jugendarbeit nicht einfach delegiert, sondern als Aufgabe der Gemeinde wahrgenommen wird.
Mit Krabbelgruppen, Kleinkindgottesdiensten, Sonntagstreff für Familien und Angeboten für Väter ist in den letzten Jahren die Familienarbeit verstärkt worden, was gut zum Profil der Gemeinde mit drei kirchlichen Kindergärten passt.
Die Immobilienfrage wird diskutiert und steht vor der Klärung.

Die Kirchengemeinden Eybach und Stötten

Eybach und Stötten stellen sich vor


Eybach (600 Gemeindeglieder) und Stötten (200 Gemeindeglieder) mit Schnittlingen (mit 80 Gemeindegliedern) sind selbständig. Der Pfarrer gehört allen.
In Eybach gibt es Kinderkirche, Jungschar, Spielkreis und Seniorentreff.
In Stötten ist Jungschar, Kinderkirche und Frauenkreis.
Das Freizeit- und Waldheim des Kirchenbezirks befindet sich in Stötten, es ist das ehemalige Pfarrhaus.
Die Michaelskirche in Stötten und die Christuskirche in Eybach sind in gutem Zustand.
Bis 1968 haben die katholische und die evangelische Kirchengemeinden in Eybach sich die Kirche geteilt – Simultankirche. Dann baute die evangelische Kirchengemeinde die Christuskirche. „Bausünden verfolgen einen“.

Pfarrer Beißwenger, KGR Birker und KGR Grimm führten ein kleines Anpsiel auf:
1. Guck mol, wieviel Leit do do sen.
2. Was machete die elle do?
1. Die wartet.
2. Uff was?
1. Uff uns. Dass mir ons präsentieret.
2. Mir ons präsentieret. Jo, warum denn?
1. Hei weil die obere mol wieder Futter brauchet.
2. Was moins?
1. Na Papierfutter, damit die in Stuttgart ebbes zum lese hent. Sonst goht dene s Futter aus und dann werdet se grätig. Also hat unser pfarrer an Bericht gschriebä über ons und jetzt soll emer ons au no presentiere. Darauf wartet die Leit.
2. Also i ben aus Stötten.
1. I aus Eybach.
3. Und i aus Schnittlingen, des ghert au no dazu.
1. Mir drei gehret zsamma.
2. Aber au wieder net.
3. Denn Stötten und Eybach sind zwoi selbständige Gemeinde und die evangelische von Schnittlingen sen an die Stöttener oghängt.
1. Aber mir gheret schon zsamme. Zumindest was der Pfarrer obelangt.
2. Der vor allem hält uns zsamma. Oder er versuchts zumindest.
3. Denn stolz semmer scho auf unser Selbständigkeit.
2. Die wellemer auch net in Frage stellen lasse und wenn no soviel Pfarrplä von Schturgardt no kommet.
1. Also mir in Eybach send rund 600 Evangelische.
2. Mir in Stotten om die 200
3. Und mir in Schnittlingen so 80.
1. Zsamme also knapp 1000
2. Bei uns in stötten isch der Kirchenbesuch net schlecht sagt unser Pfarrer.
1. Dafür lässt der in Eybach a bissle zu wünschen übrig.
3. Blos Konfirmanden hemmer viel des Jahr ganze 13 Kinder muss der Pfarrer unterrichten.
1. Dazu gibts in Eybach a Kinderkirch, a kloine Jungschar, ein Spielkreis für ältere und natürlich Seniorentreffen
2. Mir in Stötten hen auch viel: a jungschar recht groß, a Kinderkirch und en Frauekreis.
3. Was will mer me? Im Übrigen beteiligen viele Schnittlinger Evangelische auch bei der Katholischen Kirche
1. Ja und wenn des net langt, no kemmer auch nach Geislingen fahren zu denne Veranstaltungen von  der Erwachsenenbildung, oder unsere Kinder auf Freizeiten vom Jugendwerk schicke.
3. Schließlich zahle mer jo au jede Menge Bezirksumlage.
2. Und net zu Vergesse hen mir in Stötten jedes Jahr ev. Waldheim von Geislingen auf Bsuch. Denn mir henn Platz und der Bezirk hot a Freizeitheim, des ehemalige Pfarrhaus bei ons dort oben.
1. Unsere Kirchä sind ganz ordentlilch in Schuß, Dank dem Engament von de Leit, aber so wie in Eybach mir in de 1960iger Johr baut hat, tät mer heit nemme baue. Im grund täts uns auch lange mit de Katholike oi Kirch zu teilen, so wie bis 1968 war.
2. Deshlab liebe Leut passet auf, was er baut, Bausünden sen teuer und mer hot lang droa.
3. Ja alles in allem laufts bei uns wie sonst au in der Landeskirch. Der Wind vom Zeitgeist blost uns eher in Gsicht als in der Rücken. Aber so gohts alle.
1. Unds Ei vom Kolumbus hot no koiner recht gfonden bei uns net und in Schturgard scho glei gar net.
2. Was machemer also?
3. Weiter wie bisher?
1. Scho, denn der Gottesdienst isch uns wichtig, au wemmer net jeden Sonntich no gehn.
2. Vielleicht ändert sich jo mol wieder was. Vielleicht sott emmer oifach a bissle me Gottvertrauen han.
3. Schließlich unseere Kirchemitgliedszahle sind stabil, austritt gibt’s selten, aber d Leit werdet halt emmer älter. Des kennet mir net hebe.
1. Ja, vielleicht hilfts jo scho a bissle mehr auf Bibel und Evangelium zu hören und weniger auf Zahlen und Volkskirche zu schauen. Schließlich ist die Kirch ja kein Selbstzweck.


Pfarrer Volker Weiß, Pfarrerin Margret Ehni, zur Seelsorge im Krankenhaus:

Pfarrer Volker Weiss und Pfarrerin Margret Ehni

Die Seelsorge im Krankenhaus erhebt den Anspruch der Kompetenz, der Qualität und der Zuwendung. Die Kooperation im Krankenhaus mit Ärzten, Schwestern, Sozialdienst und Verwaltung ist gut. In Kooperation mit der katholischen Kirchengemeinde ist der ökumenische Besuchsdienst aufgebaut worden. Dieser Dienst bildet die Brücke zwischen Krankenhaus und dem Alltagsleben außerhalb des Krankenhauses.
Als Herausforderung wird gesehen, dass die Gesundheit immer wichtiger wird. Die Hauptfrage lautet: „Wie kann ich gesund älter werden?“
Die Spiritualität pflegen, die Menschen stark machen im Glauben hilft den Menschen, um Krankheit zu bewältigen, durchzustehen oder sich vom Leben zu verabschieden.

Pfarrerin Margret Ehni zur Palliativ-Seelsorge im Krankenhaus

Pfarrerin Margret Ehni


Die Palliativ-Seelsorge bezieht sich auf die körperliche, psychische, soziale und individuelle Situation der Menschen. Es gilt immer auch die Angehörigen im Blickfeld zu haben. Zweimal im Jahr findet ein Gedenkgottesdienst für Verstorbene der Palliativstation statt. Diese finden große Resonanz.
Als Aussage gilt, dass die Tage mehr Leben haben und nicht das Leben mehr Tage.
Menschen in Krisensituationen bedürfen der Seelsorge.


Das Wirken in den Alb Fils Kliniken steht unter dem Motto: Qualität, Kompetenz, Zuwendung.
Auch die Seelsorge weiß sich diesem Anspruch verpflichtet.
Die Kooperation im Krankenhaus mit Ärzten, Schwestern, Sozialdienst und Verwaltung ist gut.
In Kooperation mit der katholischen Krankenhaus-seelsorge ist der ökumenische Besuchsdienst aufgebaut worden. Dieser Dienst bildet eine Brücke zwischen Krankenhaus und dem Alltagsleben außerhalb des Krankenhauses.

Als Herausforderung wird gesehen, dass die Gesundheit immer wichtiger wird. Die Hauptfrage lautet:
„Wie kann ich gesund älter werden?“
Die Spiritualität pflegen, die Menschen stark machen im Glauben, hilft den Menschen, sich an ihrer Gesundheit zu freuen und dafür dankbar zu sein, aber auch im Krankheitsfall, die Erkrankungen zu bewältigen, durchzustehen oder sich gut begleitet vom Leben verabschieden zu können.

Pfarrerin Ulrike Ebisch zu Kooperationserfahrungen der Kirchengemeinden

Pfarrerin Ulrike Ebisch

Über den gemeinsamen Predigtplan haben die Pfarrerinnen und Pfarrer Kontakte in alle Gemeinden des Distriktes. Kooperation ist auch ein Ort der Tröstung.
Gemeinsame Projekte/Veranstaltungen im Distrikt sind:
Tauffest, Spätlese (Zweitgottesdienst), Vesperkirche, Nacht der Offenen Kirchen, Weihnachtscafé.
Es gilt, dass nicht alle das gleiche machen sondern Kräfte gebündelt werden.