Distriktsvisitation „Unteres Filstal“ verläuft lebhaft und endet mit konkreten Ideen

Visionen waren gefragt bei der ersten von vier Distriktsvisitationen in diesem Jahr. Wo sind die Chancen in der Zusammenarbeit der Distrikt-Gemeinden? Darüber wurde referiert und reflektiert.

CLAUDIA BURST, Geislinger Zeitung

Kuchen. „Freiheit für neue Ideen, kreative Gedanken, innovative Projekte. Und Freiraum für Experimente“ – das forderte Dekanin Gerlinde Hühn in ihrer Einleitung zur ersten Distriktsvisitation am Freitagabend im Kuchener Gemeindehaus. Visionen seien gefragt. Ideen, wie die Zusammenarbeit zwischen den Kirchengemeinden eines Distrikts so funktionieren kann, dass Mitarbeiter entlastet, Chancen erkannt und neue Strukturen aufgebaut werden.
Etwa 60 Kircheninteressierte kamen zum Pilotprojekt des Distrikts „Unteres Filstal“, dem die Gemeinden Kuchen, Gingen, Süßen und Donzdorf angehören.

 

Diese Visitation war die erste von vier solchen Treffen, denn auch die anderen drei Distrikte im Geislinger Kirchenbezirk werden noch in diesem Jahr eine solche Distriktsvisitation abhalten. Außer dem „Unteren Filstal“ gehören die Distrikte  „Obere Fils“, „Geislingen“ und „Alb“ dazu. Bei diesen Treffen sollen sich die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der verschiedenen Kirchengemeinden kennen lernen. Sie sollen wahrnehmen, welche Gruppen, Kreise, Veranstaltungen, aber auch Probleme oder Erkenntnisse es im jeweils anderen Ort gibt.

 

Als Moderatorin führte Gisela Dehlinger, die Leiterin der Abteilung Gemeindeentwicklung und Gottesdienst des Evangelischen Bildungszentrums Birkach, durch den vierstündigen Abend. Sie gab dem Abend Struktur.

 

Als erstes machte sie die kirchliche Vielfalt der Gemeinden sichtbar, indem sie die Anwesenden sich  in unterschiedliche Gruppen aufteilen ließ, je Aufgabengebiet und Zeit, die dafür  investiert wurde.

 

Im Anschluss stellte jede Gemeinde in einem kurzen Spot vor, wo ein Schwerpunkt liegt. Pfarrer Gerd-Ulrich Wanzeck verdeutlichte, wie vernetzt ein evangelischer Pfarrer in Donzdorf sein muss, der außerdem für Nenningen, Winzingen und Weißenstein mitverantwortlich ist. Sein Kollege aus Gingen, Matthias Krauter, setzte die erfolgreiche Konfirmandenarbeit in seiner Gemeinde in den Mittelpunkt. Für Kuchen schilderte Kirchengemeinderat Fredy Spano die alljährliche als lebhaftes Bild. Die Süßener dagegen präsentierten mit ihrem Gemeindehaus-Hausmeister Thomas Pernet einen Tüftler, der mit seiner rückenschonenden Erfindung eines „Tischwagens“ gleich eine konkrete Vorstellung demonstrierte, wie Gemeinden allein durch „miteinander reden“ voneinander profitieren können. Seine Demonstration, wie Tische nach Gemeindefesten im Stehen und ohne einzelnes Schleppen abgebaut werden können, stieß allgemein auf großes Interesse.


Was gibt es bereits an Kooperationen, lautete die nächste Frage von Gisela Dehlinger.

 

Als Antwort auf diese Frage stellte Teresa Machaczek den erfolgreichen Jugendgottesdienst „Celepraytion“ vor, der – von Jugendreferent Daniel Dorn initiiert -  alle zwei Wochen in Gingen stattfindet und auf Bezirksebene unter den Jugendlichen sehr großen Anklang findet.

 

Axel Schlecht erzählte vom Bezirksbläserteam, der nicht zuletzt wegen vier Posaunenchor-Leitern als Mitglieder auch als „Kommunikations-Chor“ bezeichnet werden könne. 

 

Albert Appenzeller aus Kuchen bescheinigte eine gute Zusammenarbeit zwischen den Pfarrern der Umgebung und dem Kuchener Gemeinderat wegen der momentanen Vakatur im Ort.

 

Auch der Donzdorfer Pfarrer Gerd-Ulrich Wanzeck bestätigte, dass Kooperation vor allem auf Pfarrer-Ebene stattfinde. Johannes Geiger lobte die Kontakte zwischen ihm als Schuldekan und den verschiedenen Pfarrern und bezeichnete die Kontaktpflege zwischen Schulen und Kirchengemeinden als ausgesprochen wichtig.

 

Erst im zweiten Teil des Abends ging es darum, in welchen Bereichen mehr Kooperation Chancen und Erleichterung bieten könnte. Mit Hilfe der Moderatorin fanden sich verschiedene Arbeitskreise zusammen.  Die meisten tauschten ihre Erfahrungen aus.

 

Bei manchen wurden konkrete Maßnahmen für die Zukunft erarbeitet (siehe unten).
Wichtig – das wurde insgesamt deutlich – ist es, miteinander in Kontakt zu sein und zu bleiben.

 

 

 

Vier Berichte der Gemeinden des Distriktes Unteres Filstal zu bestehender übergemeindelicher Kooperation, zusammengestellt für die Distrikts-Visitation am 18. Januar 2013:

 

Reader zur Distrikts-Visitation 2013 im Distrikt Unteres Filstal

(5 mb)

 

 

 

 

 

 

Bilder von der Distrikts-Visitation  des Distrikts Unteres Filstal am 18. Januar 2013:

Was bei der Distrikts-Visitation vereinbart wurde

  • Der Arbeitskreis „Jugendarbeit“ will auf Distriktsebene mit Flyern und auf anderen Wegen  junge Bläser aus Donzdorf, wo es keinen eigenen Posaunenchor gibt, einladen, nach Süßen zu kommen und dort mitzumachen.
  • Gerd-Ulrich Wanzeck präzisierte für den Arbeitskreis „Erwachsenenbildung“ das Problem der Öffentlichkeitsarbeit, weil mitten durch den Kirchendistrikt „Unteres Filstal“ die „Grenze“ zwischen GEISLINGER ZEITUNG und NWZ verlaufe. „In Sachen Kommunikation müssen wir einen anderen Weg finden“, appellierte er – „zum Beispiel moderne Medien nutzen“
  • Einen „Newsletter“ im Mail-Verteiler schlug Konrad Eisele vor, um sich in Sachen „Zweitgottesdienste“ besser mit den Organisatoren aus den Nachbargemeinden zu vernetzen.
  • Die „Pfarramtssekretärinnen“ wollen sich in Zukunft jedes Vierteljahr treffen, um sich auszutauschen und Synergieeffekte zu nutzen.
  • Auch die Kirchengemeinderats-Vorsitzenden der einzelnen Gemeinden wollen sich ein- bis zweimal im Jahr „ganz ungezwungen“ treffen und austauschen. „Das hilft allen Gremien“, zeigte sich Albert Appenzeller überzeugt.
  • Bei der „Suche nach einem Organisten“ will Margret Clement aus Süßen die Hilfe des Bezirks-Kantors Thomas Rapp einfordern.