Familienkreis feiert Jubiläum

40 Jahre Familienkreis Altenstadt

In Altenstadt gab es um die 50iger Jahre eine sehr rege Jugendarbeit. Im Jungmännerwerk und Jungenschaft – also CVJM – und im Mädchenkreis kamen weit über 100 junge Menschen beisammen. Der ehemalige Pfarrer Göltenboth erkannte, dass das damalige Wölkheim mit zwei winzigen Räumen völlig unzulänglich war, und er beschloss, mit dem Kirchengemeinderat, dass in Altenstadt ein geeignetes Jugendheim und Räume für die Gemeinde gebaut werden sollten. Die Jungen und Mädchen waren spontan bereit, mitzuhelfen wo es möglich war und auch Geld zu sammeln. Über Jahre zogen sie bei den Altenstädter Gemeindegliedern einmal im Monat immer samstags mit den Opferbüchsen von Haus zu Haus und kamen nie mit leeren Büchsen heim. So wurde das heutige Gemeindehaus – Jugendheim – gebaut, und es ermöglichte reges Leben.

Aus den jungen Menschen wurden Erwachsene, die sich nur noch selten sahen. Pfarrer Fritz Dreher und Mesner Frieder Hascher hatten die Idee, alle von „damals“ zu einem Freundestreff einzuladen. Am dritten Donnerstag im Juni 1972 fand der erste Treff statt, der begeistert aufgenommen wurde. Im folgenden Monat wurde dann der neue Kreis mit dem Namen „Familienkreis Martinsgemeinde“ gegründet. Leiter war Pfarrer Dreher, der zusammen mit Frieder Hascher das Programm erarbeitete. Von damals bis heute ist der dritte Donnerstag im Monat der Tag des Treffens. Hinzu kamen Wanderungen mit Kindern und später 2- bis 3-tägige Kurzurlaube. 1981 verließ Pfarrer Dreher Geislingen, und der Familientreff wurde von den Mitgliedern selbst organisiert. Ein kleines Team erstellt ein Jahresprogramm, das veröffentlicht wird. Theologische Themen mit dem gesellschaftlichen und politischen Hintergrund der damaligen Zeit; kunsthistorische, geschichtliche und gesellschaftspolitische Themen sind genauso im Programm wie Fahrten, Wanderungen, Besichtigungen und Film- und Diavorträge. Einmal im Jahr trifft man sich in der Geislinger DAV-Hütte. Einmal jährlich findet ein gemeinsames Essen im Jugendheim statt, das vom Mitglied Lise Fischer zubereitet wird. Seit 1982 gibt es jährliche Kurzausflüge bis zu einer Woche und große Gletscher- und Fels-Touren im Engadin, in den Dolomiten und in Südtirol.

 


Nach 40 Jahren Zusammenseins ist der Familienkreis jetzt eine Gruppe von Senioren, die aber auf Reisen nicht verzichtet. Lustig und fidel sind sie jetzt mit Bus und Schiff unterwegs, so unter anderem bei einer 12-tägigen Schiffsreise auf der Donau von Passau nach Budapest oder auf dem Rhein von Köln bis Rüdesheim. Zum diesjährigen 40-jährigen Jubiläum geht es mit dem Schiff von Passau über den Donau-Main-Kanal über Mainz und den Rhein nach Köln

Was hält eine Gruppe vier Jahrzehnte zusammen, trotz unterschiedlicher christlicher, politischer, wirtschaftlicher Prägung? Gegenseitige und persönliche Achtung und Wertschätzung ist das Leitmotiv.
Trotz des Todes von acht Freundinnen und Freunden und weiteren fünf Freunden, die nur teilweise dabei sein können, besteht die Stammbesetzung noch aus 19 Personen. Sie wünschen sich, dass diese Gemeinschaft und Freundschaft noch viele Jahre bestehe und immer wieder Gäste sich in den „luschdigen Haufa“ einladen lassen.

Werner Fischer, Leiter des Familienkreises