© Evangelischer Kirchenbezirk Geislingen

Bezirkssynode Geislingen

Frühjahrssynode 2018

© Evangelischer Kirchenbezirk Geislingen

Hansjörg Frank, Vorsitzender der Bezirkssynode

EVANGELISCHER KIRCHENBEZIRK GEISLINGEN    


Bezirkssynode Geislingen (Steige) am

Freitag, 16. März 2018, um 17.30 Uhr
im Paulus-Gemeindezentrum, Geislingen, Hohenstaufenstr. 35

Leitung:         Hansjörg Frank
Protokoll:       Pfarrerin Magdalena Smetana
Andacht:        Pfarrerin Helga Steible-Elsässer
Grußworte


TAGESORDNUNG

1.    Kurzbericht aus der Landessynode, Landessynodaler Werner Stepanek

2.    Personelle Veränderungen im Kirchenbezirk

3.    a) Beschluss über Finanzzuweisung für eigene Schwerpunktsetzung
       b) Sonderbedarf zur befristeten Erleichterung von Strukturreformen

4.    PfarrPlan 2024
Vorstellung und Beratung der Ergebnisse des PfarrPlan-Ausschusses
Beschlussfassung Stellenverteilungskonzept Kirchenbezirk Geislingen
Begleitende Maßnahmen: Information und Beratung

PAUSE mit Imbiss

5.    Diakonie: Befristete Stellenausweitung um 25 % bei der Diak. Bezirksstelle Geislingen

6.    Innovationsfonds
       Bericht aus dem Innovationsausschuss

7.    Sonstiges


 

Beschlussvorlage für die Stellenkonzeption Pfarrplan 2024

Protokoll Bezirkssynode 16. März 2018

Bericht aus der Landessynode

© Evangelischer Kirchenbezirk Geislingen

Landessynodaler Werner Stepanek

Ein Riss, aber keine Spaltung

Claudia Burst, Geislinger Zeitung, 19. März 2018

„Ein Riss geht durch die Landessynode“, beschrieb der Landessynodale Werner Stepanek am Freitag bei der Geislinger Bezirkssynode die Stimmung dort. Der Grund dafür sei die knappe Abstimmung und Ablehnung der offiziellen Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare im November.
Der Riss ginge durch die gesamte Landeskirche, konstatierte Stepanek, der zum Gesprächskreis Offene Kirche gehört, „und wir alle wissen nicht, wie wir den Riss heilen können. Wollen tun es viele.“
Der Landesbischof Otfried July habe sowohl davor gewarnt, dass sich das Thema durch die gesamte Arbeit der Landeskirche ziehe als auch davor, dass sich die Amtsträger über die Vorgaben hinwegsetzten.
Aber – damit relativierte Stepanek seine Aussage ein wenig – „Es ist ein Riss, keine Spaltung“. Bei der Frühjahrstagung der Landessynode vom 8. bis 10. März seien dennoch zahlreiche wichtige Tagesordnungspunkte bearbeitet und entschieden worden. Eine davon sei etwa die neue Taufagende, mit der eine Taufe von Erwachsenen oder Heranwachsenden durch vollständiges Untertauchen auch in der Evangelischen Landeskirche in Zukunft erlaubt sei.cb

Neues aus dem Kirchenbezirk

Geislinger Zeitung

Claudia Burst, Montag, 19. März 2018



Kathinka Kaden, stellvertretende Dekanin, gab bei der Frühjahrssynode des Kirchenbezirks gleich zehn personelle Veränderungen im Kirchenbezirk bekannt.


Seit dem 1. März ist mit Pfarrerin Margarethe Kaiser-Autenrieth und ihrem Mann Pfarrer Richard Autenrieth die Gingener Pfarrstelle nach acht Monaten Vakanz wieder besetzt. Ebenfalls seit dem 1.März ist Christian Treiber Pfarrer zur Anstellung bei Dekan Martin Elsässer. Er macht zu 50 Prozent Vertretung auf der Pfarrstelle Geislingen-Nord (Stadtkirche), mit weiteren 50 Prozent übernimmt er Dienste im Kirchenbezirk.

Am 22. April wird in Wiesensteig Pfarrerin Angelika Schoblocher in ihr Amt eingesetzt. Die Seelsorgerin hat weiterhin einen 100-Prozent-Dienstauftrag, der sich auf 75 Prozent in Wiesensteig und 25 Prozent in der Christuskirchengemeinde im Täle aufteilt - trotz der Änderungen im kommenden Pfarrplan. Dies bleibt so, bis Pfarrerin Schoblocher in den Ruhestand geht, was vermutlich 2023 oder 2024 sein wird. Danach erst greift der Pfarrplan 2024.

Im Juli verlässt Pfarrer Frank Esche den Kirchenbezirk Geislingen, um in Zukunft in Erbach Gemeinde zu gestalten.

Am ersten September fängt mit Tobias Rompf  ein neuer Jugendreferent beim Evangelischen Jugendwerk in Geislingen an. Romy Zerrenner, Jugendreferentin bei der Gesamtkirchengemeinde Geislingen, geht im Mai in Mutterschutz, 25 Prozent ihres Auftrags an der Lindenschule übernimmt Jugendreferentin Sabine Angnes-Starzmann.

 

In Göppingen folgte im Januar Bärbel Hartmann als Leiterin der Kirchlichen Verwaltungsstelle auf Margot Herter-Hoffmann, die in den Ruhestand ging.
Der stellvertrende Leiter Eberhard Schmid ist Ende letzten Jahres nach Schwäbisch Gmünd gewechselt, neue stellvertretende Leiterin ist Carola Schürrle.

Bei der diakonischen Bezirksstelle in Geislingen wurden befristet zwei Sozialarbeiterinnen zur Vertretung eingestellt: Anja Lang und Claudia Sambucco arbeiten insgesamt 50 Prozent und machen hauptsächlich Sozialberatung. Claudia Burst

Hartes Ringen um die Pfarrstellen

© Evangelischer Kirchenbezirk Geislingen

Vorsitzender der Bezirkssynode, Hansjörg Frank

Geislinger Zeitung

Claudia Burst, Dienstag, 20. März 2018

Der Pfarrplan 2024 nimmt konkrete Formen an, was schmerzhafte Einschnitte zur Folge hat. Die Bezirkssynodalen diskutieren, kämpfen – vergreifen sich aber nicht im Ton. Von Claudia Burst

Mehr als zweieinhalb Stunden dauerten am Freitagabend die Diskussionen zum Tagesordnungspunkt Vier, dem Pfarrplan 2024, bei der evangelischen Bezirks-Frühjahrssynode im Paulussaal. Die Einschnitte, die durch die von der Landeskirche vorgeschriebene Kürzung von insgesamt drei Pfarrstellen – beziehungsweise 300 Prozent – in den Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Geislingen passieren müssen, sind tief und sind schmerzhaft. Das wurde bei den Stellungnahmen und Kommentaren deutlich. Schon im Vorfeld zur Synode waren von der Christuskirchengemeinde im Täle sowie von der Kirchengemeinde Wiesensteig zwei schriftliche Gegenanträge eingegangen.
Dennoch blieben die Synodalen den Abend über fair und vergriffen sich nicht im Ton – was nicht zuletzt der sensiblen Moderation des Synodalvorsitzenden Hansjörg Frank zu verdanken war.
Die vorläufigen Überlegungen des Pfarrplanausschusses darüber, wie die Stellenstrukturen den aktuellen Vorgaben angepasst werden könnten, hatten die Gemeinden bereits in der Herbstsynode erhalten und sich zum größten Teil auch bereits damit abgefunden. Der Pfarrplanausschuss hatte nicht nur die Aufgabe, die vorhandenen 20,75 Pfarrstellen im Kirchenbezirk auf 17,75 zu reduzieren, sondern die verbliebenen Stellen möglichst in 100-Prozent-Pfarrstellen umwandeln. „Weil es auf diese Weise eher möglich ist, sie zu besetzen“, erklärte Hansjörg Frank.

 

Die einzige zukünftige 75-Prozent-Pfarrstelle wird es daher in Zukunft (nach dem Wechsel des Gemeindepfarrers, spätestens 2024) nur in Amstetten geben, ansonsten gibt es spätestens ab 2024 nur noch 100-Prozent-Stellen.

 

Fast jede Gemeinde muss dafür Änderungen in Kauf nehmen. Dort wo die Pfarrstelle aufgewertet wird, kommen neue Aufgaben hinzu, um woanders die Einsparungen erst möglich zu machen. In der fünfseitigen „Übersicht über die bezirklichen Stellenverteilungskonzepte“, die die Synodalen erhalten hatten, war unschwer zu erkennen, wieviel Mühe sich der Pfarrplanausschuss in vielen Sitzungen gemacht hatte, um die Auswirkungen auf die einzelnen Gemeinden so gering wie möglich zu halten. „Wir haben den Weg gesucht, der für die Mehrheit der Kirchengemeinden der am wenigsten schlechte ist“, machte Dekan Martin Elsässer das Dilemma deutlich.


Die Christuskirchengemeinde war trotzdem sauer. Wegen eines Missverständnisses im Vorfeld der Planungen musste der Pfarrplanausschuss noch 25 Prozent mehr streichen als auf der Herbstsynode kommuniziert – diese 25 Prozent treffen jetzt die Gläubigen in Deggingen / Bad Ditzenbach / Auendorf und Reichenbach. Hatte es im Herbst noch geheißen, dass der 25-Prozent-Anteil der Gemeindearbeit, der im Moment von der Pfarrstelle in Wiesensteig aus versehen wird, ab 2024 von Türkheim-Aufhausen übernommen wird, so wird dieser Anteil jetzt ganz gestrichen. Dagegen verwahrte sich die Gemeinde in einem Gegenantrag, was von mehreren Synodalen intensiv diskutiert wurde. Der Gegenantrag erhielt am Ende nur drei Stimmen, vier Stimmberechtigte enthielten sich.

„Mit Befremden nehmen wir zur Kenntnis …“ – so begann der Widerspruch der Wiesensteiger. Sie ärgern sich jedoch nicht darüber, dass Wiesensteig gemeinsam mit Gruibingen nur noch einen Pfarrer haben wird (statt bisher zwei 75-Prozent-Stellen plus die 25 Prozent in der Christuskirchengemeinde), sondern darüber, dass dieser Pfarrer in Zukunft in Gruibingen wohnt und nicht in Wiesensteig.
Auch der Wiesensteiger Gegenantrag wurde – mit zwei Stimmen dafür und 14 Enthaltungen – von den Synodalen abgelehnt.

 

Bereits in seiner Andacht vor der Synodalsitzung hatte Dekan Martin Elsässer gesagt: „Kirche entsteht nicht durch den Pfarrplan und wird durch ihn auch nicht verhindert. Sondern durch Menschen, die sich ansprechen lassen von Jesus Christus“.
Das kann so als Schlusswort ebenfalls gesehen werden.


 

 

Der Pfarrplan

Beim alle sechs Jahre durchgeführten Pfarrplan geht es darum, die Zahl der Gemeindepfarrstellen an die erwartete Entwicklung der Gemeindeglieder, Personen und Dienstumfänge im Pfarrdienst und an die Finanzkraft der Landeskirche anzupassen und diese bestmöglich auf die Kirchenbezirke und Kirchengemeinden zu verteilen.

Im Kirchenbezirk Geislingen werden bis spätestens 2024 insgesamt drei ganz Pfarrstellen gestrichen, die Änderungen gelten ab dem Wechsel zu einem neuen Gemeindepfarrer, spätestens ab 2024.