Pfarrkonvent 2018: Europa

© Evangelischer Kirchenbezirk Geislingen

Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenbezirks Geislingen

Montag, 08. Oktober  
7.30 Uhr Abfahrt Geislingen
12.30 Mittagessen Liebfrauenberg

14.00 Gespräch mit Leiter Liebfrauenberg:
Über Geschichte und gegenwärtige Aufgaben des Hauses

Einstieg: Meine persönliche Beziehung zu Europa

19.00 Abendessen

20.00 Gespräch mit der Dekanin von Wissembourg („inspecteur ecclesiastique“), Esther Lenz




Dienstag, 09. Oktober
9.00 Uhr
Gespräch Kathrin Nothacker,
Geschäftsführerin der GEKE
- was macht die GEKE
- was macht die Geschäftsführerin der GEKE
- gemeinsame Themen der Kirchen in Europa?
- kirchliches Handeln in Europa?
- Kontakte/Lobbyarbeit der Kirchen in der EU   

16:30 Uhr
Gespräch mit Dr. Ulrich Bohner, Haus Europa Strasbourg
Bedeutung Europas für Frieden und Menschenrechte

 

Mittwoch, 10. Oktober

10.00 Uhr
Vortrag und Diskussion am Institut für ökumenische Forschungen Straßburg
Prof. André Birmélé

14.15 Uhr Einführung „Europarat“
15.30-16.30 Uhr Plenarsitzung, Debatte: Private and family life: achieving equality regardless of sexual orientation    Abschluss in der Autobahnkapelle Baden-Baden


9.30 Uhr Froeschwiller Église de la Paix
Friedenspädagogisches Projekt im Rahmen des Gedenkens an das Ende des 1. Weltkrieges
Ausstellungsbesuch und Gespräch mit Pfarrer Marc Seiwert, per¬sönlicher Referent Kirchenpräsident Konferenz Europäischer Kirchen (KEK)


Donnerstag, 11. Oktober

9.30 Uhr Froeschwiller Église de la Paix
Friedenspädagogisches Projekt im Rahmen des Gedenkens an das Ende des 1. Weltkrieges
Ausstellungsbesuch und Gespräch mit Pfarrer Marc Seiwert, persönlicher Referent Kirchenpräsident Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und Pfarrer Sören Lenz


Mittagspause Raststätte Baden-Baden
Abschluss in der Autobahnkapelle Baden-Baden

17.00 Uhr Ankunft Geislingen:

Kirchen in Europa – Politik in Europa


Pfarrerinnen und Pfarrer des Evangelischen Kirchenbezirks Geislingen informierten sich bei ihrem diesjährigen Konvent im Elsass zur aktuellen kirchlichen und politischen Situation in Europa. Dazu sprachen sie mit Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Elsass, der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa und Vertretern im Europarat.


„Die Herausforderung für die evangelische Kirche im Elsass ist absolut genial“, sagt die Dekanin von Wissembourg im Elsass, Esther Lenz. „Wo Mangelsituation einen Lebensruck erbringt, loben wir den Herrn“. In ihrem Dekanat gebe es 35 Kirchengemeinden. Die Pfarrstellen sind jedoch an den Bezirk gebunden, nicht an die Kirchengemeinden. So wird im Team gearbeitet. „Die Form muss geändert werden, gerade in dem Bewusstsein, dass lange Zeit anders gearbeitet worden ist“ sagt die Dekanin.
Bei geschätzten 230.000 Evangelischen im Elsass sind 250 Pfarrerinnen und Pfarrer tätig. Jährlich gehen etwa 20 in den Ruhestand und bis zu drei kommen aus der Ausbildung in den Pfarrdienst. Das Bewusstsein, Bekenntniskirche zu sein, mache die Gemeinden attraktiv. Ist dieses Bewusstsein, eine Kirche der Zeugen zu sein, nicht vorhanden, würden auch Gemeinden sterben, stellt Esther Lenz fest.


Wie unterschiedlich die Situation der Kirchen in Europa ist, berichtete dem Geislinger Pfarrkonvent die Generalsekretärin der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ (GEKE), Kathrin Nothacker. Bei diesem Zusammenschluss gehe es nicht um die Kirchen-Einheit, sondern um eine Kirchengemeinschaft in einer versöhnten Verschiedenheit. Die protestantische Stimme in Europa sei eine vielfältige Stimme und werde es auch bleiben. In einem ethischen Korridor mit evangelischem Kern würden sozialethische Beiträge zu Sterbehilfe oder pränataler Diagnostik veröffentlicht, die in Europa wahrgenommen würden. Ein wichtiges Thema der Zukunft sei die Migration. „Wenn wir zusammenwachsen sollen, werden wir auch etwas aufgeben müssen, was uns geprägt hat“, stellt die evangelische Theologin fest.


Das Gespräch im Europarat zeigt, welch wichtige Arbeit dort geleistet wird. Repräsentanten aus  49 nationalen Parlamenten sind in den Europarat gesandt. Sie beobachten und diskutieren gesellschaftliche und soziale Entwicklungen und reagieren mit Konventionen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschenrechte, der Minderheitenschutz, der Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch, die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, Übereinkommen von Computerkriminalität oder zur Biomedizin. Der Europarat unterstützt auch die juristische und institutionelle Reform von Ländern. So wurden die Verfassungen von Südafrika und Tunesien im Europarat geschrieben. Dass die universalen Menschenrechte immer mehr in Frage gestellt werden, zeigt auch die am 25. November anstehende Volksabstimmung in der Schweiz über den Austritt aus der Menschenrechtskonvention.


Mit dem Besuch eines Friedensprojektes der Kirchengemeinde Froeschviller im Elsass wurde den Pfarrerinnen und Pfarrern deutlich aufgezeigt, wie unterschiedlich europäische Geschichte in den einzelnen Ländern vermittelt wird. So starben im Krieg 1870/71 in der Schlacht bei Wörth an einem Tag 18.000 Menschen. Auch Soldaten aus Württemberg und Baden waren Teil des Heeres. Dabei wurde die Kirche von Froeschviller zerstört. Denkmäler in jeder Größe sind auf elsässischem Boden zu finden. Die Kriege der Vergangenheit sind im Elsass wesentlich mehr im Bewusstsein als in Württemberg.

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